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Barrierefreiheit

1 Einleitung


Barrierefreiheit ist ein Thema, das in den letzten Jahren deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen hat. Bereits beim Spaziergang durch die Innenstadt können Sie mehrere Maßnahmen zum Abbau von Barrieren beobachten. Abgesenkte Bordsteine an neuralgischen Stellen, eingelassene Blindenstreifen auf dem Gehweg, akustische Signale an Ampeln und Fußgängerüberwegen sind nur eine kleine Auswahl an Verbesserungen, die es Menschen mit Behinderungen deutlich einfacher machen, den Alltag zu meistern. Das Bestreben nach mehr Zugänglichkeit und Flexibilität für behinderte Menschen hält immer mehr Einzug und ist oftmals schon selbstverständlich. Es ist deshalb verwunderlich, warum dieser gute Wille und die Anstrengungen nicht auch ins Internet und speziell auf die vielen dort angebotenen Webanwendungen übertragen werden. Was auf der Straße als normal gilt, wird im Web mehr als nur stiefmütterlich behandelt: die Barrierefreiheit.

Warum ist das Thema Zugänglichkeit im Internet so verpönt? Spricht man Kunden oder Entwickler darauf an, sind die genannten Gründe immer wieder „zu teuer“, „keine Zeit“ oder „zu wenig Nutzen“. Warum von einer barrierefreien Webapplikation alle Anwender einen Nutzen haben und wie einfach sich die Grundsätze und Maßnahmen der Barrierefreiheit umsetzen lassen, möchte ich in diesem Buch anhand vieler Praxisbeispiele erläutern.

Es stimmt mich zuversichtlich, dass Sie den shortcut Barrierefreie Webanwendungen – greifbar und verständlich in den Händen halten und die Bereitschaft zeigen, sich mit diesem Thema zu befassen. Ich kann Ihnen an dieser Stelle versprechen, dass Barrierefreiheit weder weh tut, noch dass diese Sie in Ihrer Kreativität oder täglichen Arbeit einschränken wird. Vielmehr werden Sie in Zukunft Webanwendungen entwickeln, die für keinen Anwender mehr mit einer Barriere behaftet sind und für die Sie mehr Dank ernten werden als Sie zunächst glauben.

An dieser Stelle möchte ich Ihnen viel Spaß beim Lesen wünschen und hoffe, dass ich Ihnen für Ihre tägliche Arbeit das ein oder andere Werkzeug an die Hand geben kann, damit auch Sie in Zukunft die digitalen Wege des Internets barrierefrei pflastern können.

1.1 Vorteile von Barrierefreiheit

Warum eigentlich Barrierefreiheit? Glückliche Gesichter allein sind wohl kaum ein Argument, um einen Kunden davon zu überzeugen, seine Anwendung barrierefrei zu gestalten. Da sollten Sie schon ein paar stichfeste Trümpfe in der Hand haben, um in einer Diskussion bestehen zu können.

Das BIK-Projekt – barrierefrei informieren und kommunizieren – bietet in einer offiziellen Präsentation folgende Argumente an:

  • Vorsorge für künftige Technologien
  • Maßstab für Nutzerfreundlichkeit
  • Browserunabhängigkeit
  • Geräteunabhängigkeit
  • Nutzung eines komfortablen CMS
  • Valider Code für HTML und CSS
  • Neue Zielgruppen
  • Imagegewinn durch soziale Kompetenz

Das Hauptgegenargument des Gegenübers wird meistens der hohe Kostenaufwand für eine barrierefreie Webanwendung sein. Auch hier hat das BIK eine Studie durchgeführt und ist in Bezug auf die Kosten zu einem interessanten Ergebnis gekommen. Der Mehraufwand für die Optimierung einer Webanwendung auf Barrierefreiheit beläuft sich Schätzungen zufolge auf unter 15 % der Gesamtkosten eines Webprojekts. Zum Vergleich: Die Optimierung einer Webapplikation für unterschiedliche Browser, also eine Browserunabhängigkeit, beträgt geschätzt 10 % der Projektgesamtkosten.

Barrierefreiheit beginnt in den Köpfen. Ein gut geplantes Konzept unter Einbeziehung eines geeigneten CMS (Content Management Systems), dem Know-how der Entwickler und eine prozessbegleitende Qualitätssicherung machen barrierefreies Webdesign aus Kosten- und Aufwandssicht überschaubar.

1.2 Investitionssicherheit

Eine moderne, universell gestaltete und unter dem Aspekt der Barrierefreiheit entwickelte Seite führt langfristi...

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