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Einplatinencomputer

3 Im Embedded-Bereich läuft der Raspberry Pi zur Höchstform auf


Ein Stück vom Himbeerkuchen

Beim Entwickeln von kommerziellen Serversystemen entsteht immer wieder der Wunsch nach einem kleinen, billigen Testsystem, das dank seiner kompakten Abmessungen und des minimalen Strombedarfs auch mal im Rudel über Nacht rackern kann. Hier kann der Einplatinencomputer Raspberry Pi seine Stärken voll ausspielen.

Wichtig sind bei Testszenarien weniger die Performance und die Zuverlässigkeit als die schiere Masse. Beim Simulieren von Skalierungsproblemen ist es egal, wie viel Leistung der individuelle Server mitbringt – wichtig ist, dass möglichst viele Rechenknechte zur Verfügung stehen. Der Raspberry Pi erfüllt alle in der Einleitung genannten Kriterien zu hundert Prozent. Der Preis von maximal 35 US-Dollar ist human, die Stromversorgung durch Micro-USB dank Smartphones und den zu ihnen gehörenden Wall Warts ebenfalls kein Problem. Im Rahmen der Auslieferung des Kommunikationsprogramms „GottaTxt“ hat der Autor jede Menge Erfahrung mit der Hardware sammeln dürfen. Hier deshalb eine kleine Zusammenfassung aller für den praktischen Einsatz wichtigen Punkte.

Akademische Anfänge

Im Jahr 2009 gründete sich in England eine karitative Vereinigung namens Raspberry Pi Foundation. Die Aufgabe des von Managern beim Chiphersteller Broadcom unterstützten Vereins ist das Fördern der Informatikerausbildung an Schulen. Als eines der Kernprobleme identifizierte der Gründer das Fehlen von „einfach programmierbarer Hardware“ – die in den 80ern und 90ern verbreiteten Minicomputer sind verschwunden, heutige Handcomputer wären vor zehn Jahren als Workstations durchgegangen. Das führt dazu, dass die Schulen zu wenig 18-Jährige produzieren, die „gut“ programmieren können – das Erstellen von Anwendungen in JavaScript ist kein Problem, solange für jede Routine 1 MB Speicher zur Verschwendung bereitsteht.

Diese JavaScript-Großmeister stellen die nachgeschalteten Universitäten – Prinzip Garbage-in, Garbage-out – vor beinahe unlösbare Aufgaben. Im Idealfall entsteht nach fünf Jahren ein Absolvent, der Speicher auch in 100-KB-Schritten verbraucht – für die technische und mikroelektronische Industrie ist das Fehlen von geeignetem Programmierernachwuchs schon jetzt ein massives Problem.

Scheckkartencomputer herbei

Zum hardwarenahen Programmieren ist es erforderlich, den Auszubildenden Zugang zu preiswerter und leicht verständlicher Hardware anzubieten. Dafür sind die aus dem Smartphonebereich bekannten ARM-Prozessoren geradezu ideal, weshalb die Foundation zur...

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