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Industrie 4.0

2 Praktische Umsetzung und Kundennutzen

Industrie 4.0 klingt ja interessant, aber lassen sich die Ansätze mit vertretbarem Aufwand in die Praxis überführen? Eine Frage, die ich immer wieder aus Projekten und Arbeitskreisen höre. Meine Antwort hierzu ist: ja, man kann. Jedoch muss man mit der notwendigen Erfahrung an das Thema herangehen. Im zweiten Kapitel geht es deshalb um die Vorstellung einiger gelungener Umsetzungsbeispiele zum Thema digitaler Transformation innerhalb der Produktion und Logistik.

Shortcut Autorenteam


Im Folgenden werden vier Beispiele für die praktische Umsetzung unterschiedlicher Industrie-4.0-Strategien vorgestellt. Im Kern zeigen sie, dass es nicht die eine große Lösung gibt, dafür viele kleine, aber effektive Schritte.Beispiel 1: Losgröße 1Losgröße 1 ist eines der Reizthemen im Rahmen der digitalen Transformation. Hierbei herrscht oft die Meinung vor, dass Losgröße 1 ein idealtypisches Ziel sei, das jedoch nicht wirklich zu realisieren sei. Die damit verbundenen hohen Kosten innerhalb der Etablierung stünden derartigen Vorhaben letztlich im Wege. Bereits im ersten Kapitel habe ich betont, wie wichtig digitale Planungs- und Produktionsprozesse im I-4.0-Zeitalter sind. Und diese Prozesse bedürfen einer optimalen Verzahnung in die reale Welt der Produktion und des Engineerings. Hierzu sind nachfolgende Punkte besonders erfolgskritisch: Ein perfektes Zusammenspiel von Softwaresystemen für das Produktdesign und Fertigungsautomation. Eine optimale Abstimmung der Betriebs-, Maschinen- und Prozessketten ohne Schnittstellenbrüche beziehungsweise mit einem hohen Harmonisierungsgrad. Hierdurch lässt sich das dritte Kriterium umsetzen. Eine reibungslose Kommunikation zwischen allen Systemen und Komponenten entlang der logistischen Wertschöpfungskette innerhalb eines Unternehmens oder einer Firmengruppe. Hierzu möchte ich ein Beispiel aus der Medizintechnik vorstellen. Bei der Transformation klassischer Prozesse in die digitale Welt wählte man nicht den Weg, mit den vorhandenen Daten bestmöglich digitale Prozesse zu entwickeln, sondern entwickelte einen komplett neuen Ansatz ohne Berücksichtigung der etablierten Systeme, Wege, Regeln, Daten, Ansichten etc. Konkret ging es hierbei um die Entwicklung einer Methode zur Produktion von Kniegelenken, die im Vergleich zu klassischen Produktionsmethoden Kostenvorteile und für den Patienten auch Vorteile entlang des Heilungsprozesses bieten sollte. Zusammengefasst lässt sich die Methodenentwicklung zu folgenden drei Phasen verdichten: Problemanalyse mit exakter Formulierung der Anforderung als Analyseergebnis. Ableitung und Aufbau des hierzu notwendigen Datengerüsts. Konzeption, Entwicklung und Etablierung der Prozesse sowie der unterstützenden Systeme. Die Vorteile bei der Produktion vollständig individualisierter Kniegelenke liegen für den Patienten im Vergleich zur zuvor erläuterten Methode klar auf der Hand: Notwendige Anpassungen durch den Arzt an den Knochenbau reduzieren sich deutlich. De...

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2 Praktische Umsetzung und Kundennutzen

Industrie 4.0 klingt ja interessant, aber lassen sich die Ansätze mit vertretbarem Aufwand in die Praxis überführen? Eine Frage, die ich immer wieder aus Projekten und Arbeitskreisen höre. Meine Antwort hierzu ist: ja, man kann. Jedoch muss man mit der notwendigen Erfahrung an das Thema herangehen. Im zweiten Kapitel geht es deshalb um die Vorstellung einiger gelungener Umsetzungsbeispiele zum Thema digitaler Transformation innerhalb der Produktion und Logistik.

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Im Folgenden werden vier Beispiele für die praktische Umsetzung unterschiedlicher Industrie-4.0-Strategien vorgestellt. Im Kern zeigen sie, dass es nicht die eine große Lösung gibt, dafür viele kleine, aber effektive Schritte.Beispiel 1: Losgröße 1Losgröße 1 ist eines der Reizthemen im Rahmen der digitalen Transformation. Hierbei herrscht oft die Meinung vor, dass Losgröße 1 ein idealtypisches Ziel sei, das jedoch nicht wirklich zu realisieren sei. Die damit verbundenen hohen Kosten innerhalb der Etablierung stünden derartigen Vorhaben letztlich im Wege. Bereits im ersten Kapitel habe ich betont, wie wichtig digitale Planungs- und Produktionsprozesse im I-4.0-Zeitalter sind. Und diese Prozesse bedürfen einer optimalen Verzahnung in die reale Welt der Produktion und des Engineerings. Hierzu sind nachfolgende Punkte besonders erfolgskritisch: Ein perfektes Zusammenspiel von Softwaresystemen für das Produktdesign und Fertigungsautomation. Eine optimale Abstimmung der Betriebs-, Maschinen- und Prozessketten ohne Schnittstellenbrüche beziehungsweise mit einem hohen Harmonisierungsgrad. Hierdurch lässt sich das dritte Kriterium umsetzen. Eine reibungslose Kommunikation zwischen allen Systemen und Komponenten entlang der logistischen Wertschöpfungskette innerhalb eines Unternehmens oder einer Firmengruppe. Hierzu möchte ich ein Beispiel aus der Medizintechnik vorstellen. Bei der Transformation klassischer Prozesse in die digitale Welt wählte man nicht den Weg, mit den vorhandenen Daten bestmöglich digitale Prozesse zu entwickeln, sondern entwickelte einen komplett neuen Ansatz ohne Berücksichtigung der etablierten Systeme, Wege, Regeln, Daten, Ansichten etc. Konkret ging es hierbei um die Entwicklung einer Methode zur Produktion von Kniegelenken, die im Vergleich zu klassischen Produktionsmethoden Kostenvorteile und für den Patienten auch Vorteile entlang des Heilungsprozesses bieten sollte. Zusammengefasst lässt sich die Methodenentwicklung zu folgenden drei Phasen verdichten: Problemanalyse mit exakter Formulierung der Anforderung als Analyseergebnis. Ableitung und Aufbau des hierzu notwendigen Datengerüsts. Konzeption, Entwicklung und Etablierung der Prozesse sowie der unterstützenden Systeme. Die Vorteile bei der Produktion vollständig individualisierter Kniegelenke liegen für den Patienten im Vergleich zur zuvor erläuterten Methode klar auf der Hand: Notwendige Anpassungen durch den Arzt an den Knochenbau reduzieren sich deutlich. De...

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