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Qualität in IT-Architekturen

1 Mythos QM


In einer groß angelegten Rückrufaktion hat Microsoft sein aktuelles Betriebssystem aufgrund gravierender Sicherheitsmängel zurückgerufen. Glauben Sie nicht? Gut, dieser Fall ist frei erfunden, aber suchen Sie einmal im Web nach den Schlagwörtern „Rückrufaktionen“ und „Software“, und Sie werden über die Anzahl der Treffer erstaunt sein. Eine Erklärung dafür könnte im falschen Verständnis von Qualität und Qualitätsmanagement liegen. Dieser Artikel beleuchtet die wesentlichen Mythen, die sich um die Begriffszusammenhänge ranken.

Alles bloß ein Irrtum oder ging da etwa Quantität vor Qualität? Bevor wir eine dieser Annahmen weiter erörtern, lassen Sie mich zunächst einige zentrale Begriffe aus der Wunderwelt des Qualitätsmanagements (QM) darlegen (Tabelle 1) und einen kleinen Rückblick auf seine Entwicklungsgeschichte vornehmen. Nun verhält es sich mit Begriffsbestimmungen so, dass die Anwendung des Begriffs nicht durch die Definition gegeben ist, sondern vielmehr erst die Verwendung festlegt, was man seine Definition oder Bedeutung nennt [2]. Vor diesem Hintergrund ist also die Kenntnis der historischen Entwicklung des Qualitätsmanagements beziehungsweise der Qualitätssicherung von großer Bedeutung. Erste Ansätze der Qualitätssicherung gab es bereits in der vorindustriellen Zeit, aber erst mit Beginn der industriellen Produktion und dem Aufkommen der wissenschaftlichen Betriebsführung definierten führende Qualitätsexperten wie Taylor, Ford, Shewhart, Deming, Juran und viele weitere den Begriff mit teils bis heute andauernder Gültigkeit. Dabei haben sich die Modelle von einem reinen Produktionsmanagement mit stark statisch orientierten Ansätzen, hin zu strategischen Instrumenten der Unternehmensführung weiterentwickelt und breiten sich dabei mit enormer Geschwindigkeit in allen Bereichen der Leistungserstellung, von der Produktherstellung über die Beratungsleistung hin zu sozialen Diensten, aus. Hier drängt sich immer öfter der Eindruck auf, dass QM-Systeme nur um ihrer selbst willen beziehungsweise zwecks Erlangung entsprechender Zertifizierungen errichtet werden, ohne dass eine Überprüfung der eigentlichen Sinnhaftigkeit oder des zu erwartenden Nutzens stattfindet. In diesem Zusammenhang gilt es also zu klären, welche Qualitätswirkungen denn überhaupt von Zertifizierungen ausgehen und was diese unterstellten, positiven Wirkungen beeinflussen können. Die nachfolgend dargestellten Mythen sollen zur Diskussion anregen und die erwähnten positiven Wirkungen krit...

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