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Überzeugende Präsentationen

4 Typografie und Farbnutzung


In den ersten drei Kapiteln haben wir erfahren, wie ein Prozess aussehen kann, an dessen Ende eine fundierte und gut entworfene Präsentation steht. Der dritte Teil des shortcuts hat auch in grundlegende Designthemen wie den goldenen Schnitt eingeführt. Allerdings konzentrierte sich dieser Teil primär auf Präsentationen, die ein vorgefertigtes Slide Template zur Grundlage haben. Der vierte und letzte Teil greift das Thema Layout und Design nochmals auf, um es auch jenseits von Templates hinsichtlich einiger Grundregeln, der Typografie und Farbnutzung zu vertiefen.

Beginnt man mit dem Entwurf einer Präsentation auf dem leeren Papier, gibt es zahlreiche Aspekte zu berücksichtigen. Neben einer sauberen Argumentation und einer packenden Storyline stellt man sich in jeder Phase des Erstellungsprozesses zwangsläufig die Frage nach dem Stil der Präsentation. Greift man, wie in Teil 3 erwähnt, auf eine vorgefertigte Unternehmens- oder Konferenzvorlage zurück, kann man sich als Ersteller zahlreiche Fragen zu Farben oder Schriften ersparen. Genau diese Aspekte gilt es jedoch zu berücksichtigen, wenn man als Referent zum einen alle Freiheitsgrade hat und sie auch nutzen will. Bevor wir nun in die Detailtiefen der Typografie und Farblehre abtauchen, möchte ich mit einigen Grundprinzipien einleiten, die die meisten guten Designer ganz bewusst in ihren Denkprozess verankert haben.

Gutes Design basiert immer auf Reduktion und auf Einschränkungen. Jeder Ersteller einer Präsentation kann immer mehr und mehr Details auf seine Folien packen. Stück für Stück wird dann im Erstellungsprozess die Schriftgröße reduziert und die Kästchen und Pfeile verkleinert. Was übrig bleibt ist eine Folie, die zwar jeden Detailliebhaber zufriedenstellen wird, aber den Großteil des Publikums erschlägt. Aus diesem Grund möchte ich einen Grundsatz des Designers Dieter Rams anführen, der für den Elektrogerätehersteller Braun tätig war: „Weniger, aber besser“. Dieser Grundsatz diente als Basis für Steve Jobs‘ Aussage in Apples‘ erster Broschüre: „Simplicity is the Ultimate Sophistication“ (Einfachheit ist die höchste Form der Rafinesse) [1]. Denn erst wenn man einen Sachverhalt richtig und tief durchdrungen hat, kann man ihn auch einfach darstellen. Es geht nicht darum, Komplexität mit Design zu ignorieren, sondern sie zu überwinden.

Des Weiteren ist es auch wichtig zu wissen, wann man mit Optimierungen und Inhalt aufhören sollte. So besagt beispielsweise das japanische Sprichwort „hara hachi bu“, dass man so viel essen sollte, bis der Magen zu 80 Prozent gefüllt ist [2]. Gleiches gilt für Präsentationen: Widerstehen Sie dem Druck, im...

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