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Was steckt hinter dem nächsten großen Update für HTTP?

HTTP/3 und QUIC

Wer nicht gerade als Admin mit der Optimierung von Webservern beschäftigt ist, dürfte kaum zufällig über HTTP/3 stolpern. Und wer doch versucht, sich in das Thema einzulesen, trifft erst einmal auf eine verwirrende Anzahl von Akronymen und Bezeichnungen wie gQUIC, iQUIC, HTTP-over-QUIC oder HTTP/QUIC, die nicht gerade selbsterklärend sind. Was sich hinter dieser Armada von Abkürzungen versteckt, was sie verbindet und wie es mit HTTP weitergeht, darum geht es in diesem Artikel.

Nicky Reinert


Das Hypertext Transfer Protocol, kurz HTTP, gehört neben dem URL und HTML zu den drei Grundpfeilern des World Wide Web. Und natürlich gibt es auch für das HTTP verschiedene Entwicklungsstufen, die sich an der Versionierung ablesen lassen. Allerdings hat sich hier, im Gegenteil zum halbwegs gut gepflegten HTML-Standard, in den letzten Jahren relativ wenig getan. Das 1999 vorgestellte HTTP/1.1 wird heute noch von der überwiegenden Mehrheit von Webseiten eingesetzt. Der nun schon fast vier Jahre alte Nachfolger HTTP/2 verspricht zwar enorme Geschwindigkeitsvorteile, bringt es aber trotzdem nur auf eine Verbreitung von knapp 34 Prozent [1].

Die aktuelle Protokollversion HTTP/2 ist also kaum bekannt, geschweige denn verbreitet – da steht schon der Nachfolger vor der Tür: HTTP/3. Die dritte Version soll einige radikale Änderungen mitbringen.

Abb. 1: Das Schichtenmodell und die Einordnung der Protokolle

Eine Vierklassengesellschaft, oder: das Schichtenmodell

Der Hauptgrund für die neue Protokollversion beruht auf einer technologischen Neuerung. Genau genommen soll das altgediente TCP durch das neue Transportprotokoll QUIC ersetzt werden. Das ist auch der Grund dafür, warum man in diesem Zusammenhang von HTTP-over-QUIC, HTTP/QUIC oder Ähnlichem spricht. Um die Technologie und den Einsatz von QUIC besser verstehen zu können, ist es hilfreich, sich in das erste Informatiksemester zurückzuversetzen und noch einmal das TCP/IP-Schichtenmodell anzuschauen (Abb. 1).

Um die elektronischen Signale aus dem Netzwerkkabel als Webseite darstellen zu können, durchlaufen diese vier Schichten. Im etwas ausführlicheren OSI-Schichtenmodell sind es derer sieben, für unsere Zwecke reicht aber die vereinfachte Betrachtung mit vier Schichten völlig aus. Jede Schicht wird dabei durch ein bestimmtes Protokoll repräsentiert, das die Signale bzw. Daten der benachbarten Schicht annimmt, verarbeitet und an die nächste Schicht weitergibt.

Angefangen bei der reinen physikalischen Übertragung von Signalen über die Qualitätssicherung bis hin zur Darstellung in einer Anwendung, etwa dem Browser, kommt jeder Ebene so eine eigene Bedeutung zu. HTTP ist ein Protokoll der letzten Schicht, der Anwendungsschicht. Es ist nicht nur zur Übertragung der Hypertext Markup Language (HTML) gedacht, sondern auch von z. B. Audio, Video und Bildern. Findet eine Verschlüsselung statt, wird dazu zwischen der vierten und fünften Schicht Transport Layer Security (TLS) genutzt. Auf der Transportschicht wird das nun schon...

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Was steckt hinter dem nächsten großen Update für HTTP?

HTTP/3 und QUIC

Wer nicht gerade als Admin mit der Optimierung von Webservern beschäftigt ist, dürfte kaum zufällig über HTTP/3 stolpern. Und wer doch versucht, sich in das Thema einzulesen, trifft erst einmal auf eine verwirrende Anzahl von Akronymen und Bezeichnungen wie gQUIC, iQUIC, HTTP-over-QUIC oder HTTP/QUIC, die nicht gerade selbsterklärend sind. Was sich hinter dieser Armada von Abkürzungen versteckt, was sie verbindet und wie es mit HTTP weitergeht, darum geht es in diesem Artikel.

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Das Hypertext Transfer Protocol, kurz HTTP, gehört neben dem URL und HTML zu den drei Grundpfeilern des World Wide Web. Und natürlich gibt es auch für das HTTP verschiedene Entwicklungsstufen, die sich an der Versionierung ablesen lassen. Allerdings hat sich hier, im Gegenteil zum halbwegs gut gepflegten HTML-Standard, in den letzten Jahren relativ wenig getan. Das 1999 vorgestellte HTTP/1.1 wird heute noch von der überwiegenden Mehrheit von Webseiten eingesetzt. Der nun schon fast vier Jahre alte Nachfolger HTTP/2 verspricht zwar enorme Geschwindigkeitsvorteile, bringt es aber trotzdem nur auf eine Verbreitung von knapp 34 Prozent [1].

Die aktuelle Protokollversion HTTP/2 ist also kaum bekannt, geschweige denn verbreitet – da steht schon der Nachfolger vor der Tür: HTTP/3. Die dritte Version soll einige radikale Änderungen mitbringen.

Abb. 1: Das Schichtenmodell und die Einordnung der Protokolle

Eine Vierklassengesellschaft, oder: das Schichtenmodell

Der Hauptgrund für die neue Protokollversion beruht auf einer technologischen Neuerung. Genau genommen soll das altgediente TCP durch das neue Transportprotokoll QUIC ersetzt werden. Das ist auch der Grund dafür, warum man in diesem Zusammenhang von HTTP-over-QUIC, HTTP/QUIC oder Ähnlichem spricht. Um die Technologie und den Einsatz von QUIC besser verstehen zu können, ist es hilfreich, sich in das erste Informatiksemester zurückzuversetzen und noch einmal das TCP/IP-Schichtenmodell anzuschauen (Abb. 1).

Um die elektronischen Signale aus dem Netzwerkkabel als Webseite darstellen zu können, durchlaufen diese vier Schichten. Im etwas ausführlicheren OSI-Schichtenmodell sind es derer sieben, für unsere Zwecke reicht aber die vereinfachte Betrachtung mit vier Schichten völlig aus. Jede Schicht wird dabei durch ein bestimmtes Protokoll repräsentiert, das die Signale bzw. Daten der benachbarten Schicht annimmt, verarbeitet und an die nächste Schicht weitergibt.

Angefangen bei der reinen physikalischen Übertragung von Signalen über die Qualitätssicherung bis hin zur Darstellung in einer Anwendung, etwa dem Browser, kommt jeder Ebene so eine eigene Bedeutung zu. HTTP ist ein Protokoll der letzten Schicht, der Anwendungsschicht. Es ist nicht nur zur Übertragung der Hypertext Markup Language (HTML) gedacht, sondern auch von z. B. Audio, Video und Bildern. Findet eine Verschlüsselung statt, wird dazu zwischen der vierten und fünften Schicht Transport Layer Security (TLS) genutzt. Auf der Transportschicht wird das nun schon...

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