Mobile Technology - 01.2016 - Android-Hintertürchen


Preis: 7,80 €

Erhältlich ab:  Januar 2016

Umfang:  48

Autoren / Autorinnen: Chris Spettmann, Carsten Eilers, Stefan Moch, Mascha Schnellbacher, Dr. Veikko Krypczyk, Elena Bochkor, Tom Wießeckel, Michael Gruczel, Volker Grimm, Patrick Nassall, Gregor Biswanger, Sebastian Springer

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber … ich glaube, ich muss einmal ein Geständnis loswerden: die Mobile-Landschaft in diesem Jahr – ich fand sie ein wenig unspektakulär. Klar, neue Android-Devices noch und nöcher, Wearables überall, und Apple kam mit 3D Touch. Alles Themen, über die man sich köstlich auslassen könnte.

Wie bei Android beispielsweise. Aus meiner Sicht (und ich bin da leider wenig repräsentativ) ist Googles mobiles Betriebssystem nichts, was mich sonderlich berührt. Es ist nichts Aufwühlendes daran, nichts Emotionales. Es sind durchaus gute Devices, die damit bestückt werden, aber weder die Geräte noch das Betriebssystem weckt Interesse oder Neugier in mir. Das liegt zum einen an wenig berauschenden persönlichen Erfahrungen mit dem kleinen, grünen Roboter. Zum anderen aber auch daran, dass Android gefühlt überdurchschnittlich oft negativ in den Schlagzeilen auftaucht. Das ist aber eher so ein persönliches Ding.

Dann sind da die Wearables, die, bei genauerer Betrachtung, ich muss es gestehen, doch nur persönlichere Erweiterungen des Smartphones sind; deren große Zeit muss erst noch kommen. Gefühlt können die nur unwesentlich mehr, als mich darüber zu informieren, was auf dem damit verbundenen Device gerade geschieht. Am Ende greife ich doch in den meisten Fällen zum Smartphone, um weitere Aktionen zu initiieren. Hier müssen für meinen Geschmack Entwickler weiterdenken. Sie müssen Daten sammeln und die Devices wirklich „smart“ machen. Und dabei stets den Balanceakt wahren zwischen Komfort und Datenschutz, zwischen notwendiger Interaktion mit dem Nutzer und User Experience durch intelligente Entscheidungen. Das kommt aber noch, da bin ich zuversichtlich.

Bleibt Apple; ein Konzern, der die Devices in meinem Leben dominiert. Aber auch hier ist die Luft irgendwie raus. Klar, 3D Touch mag ne feine Sache sein, aber die Umsetzung finde ich zum größten Teil nicht intuitiv, die Funktionalitäten dahinter oft ziemlich sinnbefreit. Schade darum, aber vielleicht muss sich das erst noch finden – sowohl beim Hersteller als auch bei den Entwicklern. Mehr Mehrwert, bitte!

Bei all der Aufregung hätte ich doch fast Microsoft vergessen. Die Redmonder, die mit ihrem großen, letzten Betriebssystem – Windows 10 – alle Geräte auf einmal bedienen möchten. Das klappt, sorry, auch nur leidlich. Zum Beispiel bei Tablets, die mit den großteils wirklich guten Tastaturen wirklich brauchbare Computer abgeben – denen man im „Tabletmodus“, also eben ohne Tastatur, erst mal sagen muss, dass sie nun Tablets sind und doch bitte die Bildschirmtastatur einblenden sollen, wenn ich auf ein Eingabefeld gehe. In solchen Momenten keimt Frust in mir auf. Und da denke ich noch nicht einmal an das unzählige Male verschobene Windows 10 Mobile … Vielleicht haben Sie es ja schon auf Ihrem Smartphone, wenn Sie das Heft in den Händen halten. Darauf wetten würde ich allerdings noch nicht.

Gerade, als sich also ein wenig Ernüchterung einstellt in Sachen „Mobile“, als ich denke, dass da die Luft raus ist, greife ich zu meinem Smartphone, um ein Ticket zu buchen, diktiere meiner Uhr, dass Sie mich heute Abend bitte dringend an etwas erinnern müsse und werde gleichzeitig darüber informiert, dass ich mir noch etwas Zeit lassen kann, aus dem Büro zu gehen – der Zug hat ohnehin Verspätung … gut, zumindest das hätte ich mir auch ohne schlauen Dienst denken können …

Es zeigt mir deutlich, dass all diese mobilen Devices fest in meinem Leben verankert sind. Und bestimmt nicht nur in meinem. Der große Knall war gestern – diese Phase haben wir längst hinter uns gelassen. Jetzt müssen all die schlauen Gerätschaften nur noch wirklich schlau werden. Entwicklerinnen und Entwickler haben bis hierher hervorragende Arbeit geleistet – jetzt müssen wir alle nur noch lernen, dass der Nutzer wirklich ausschließlich und immer im Mittelpunkt zu stehen hat. Der Nutzer ist das neue Schwarz, wie es so schön heißt.

Also … lassen Sie uns 2016 selbst für den großen Knall sorgen. Wir haben das Zeug dazu!

Tom WießeckelTom Wießeckel, Redakteur

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