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Editorial

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in meiner frühen Jugend – es muss so zwanzig, fünfundzwanzig Jahre in der Vergangenheit liegen – habe ich gelernt, mit einer Karte und einem Kompass umzugehen. Also eine richtige Karte aus Papier. Einige von Ihnen erinnern sich vielleicht noch an die riesigen Monster, die man, einmal entfaltet, kaum noch bändigen konnte. Ist man in den Urlaub gefahren, hat man sich die Strecke vorher genauestens angesehen. Die Streber haben sich noch Alternativrouten notiert … und los ging die wilde Fahrt.

Damals hatten auch Ausfahrten auf Autobahnen noch eine andere Bedeutung. Ob Sie es glauben oder nicht, aber ich kenne tatsächlich Autofahrer, die trotz einer gewissen Routine nicht wissen, wie die Abfahrt heißt, die sie auf regelmäßig gefahrenen Strecken nehmen. Das wisse schließlich Google Maps (Apples Karten finden erstaunlicherweise nur wenige Freunde in meinem Bekanntenkreis, aber das soll hier nicht repräsentativ sein), und jeden zweiten Tag fahre man ohnehin anders, da das Smartphone schon informiert sei, dass es auf der Strecke etwas voller sei als üblich.

Nun gut, ist es eben so. Die Zeiten ändern sich, und man muss gestehen, dass Dienste wie Maps den alten Straßenkarten aus toten Bäumen haushoch überlegen sind – in beinahe jeder denkbaren Hinsicht. Nur zwischenmenschliche Kontakte – die wurden damals mehr gepflegt. Schließlich konnten selbst Falk und Co. damals nicht beliebig schnell auf Änderungen in der Verkehrsführung reagieren. Und wer hat sich schon im Monatsrhythmus neues Kartenmaterial besorgt? Nach dem Weg fragen ist eine Tugend, die irgendwann in Vergessenheit geraten zu sein scheint. Früher war die Wegfindung einfach menschelnder.

Was es damals aber schon gab und jetzt erst so langsam aber sicher auf unsere mobilen Begleiter zukommt, waren Karten, die uns halfen, uns innerhalb von Gebäuden oder öffentlichen Anlagen wie beispielsweise zoologischen Gärten zurechtzufinden. „Indoornavigation“, wie es so schön heißt, war schon immer wichtig. Es kann schließlich sehr verzwickt sein, sich in Behörden oder Bibliotheken zurechtzufinden, schließlich hat man dort in den seltensten Fällen Platz für große Tafeln, die einen den Weg weisen. Außerdem sind solche Gebäude viel feingliedriger und bieten auf einer relativ geringen Fläche eine Fülle an wichtigen Stellen oder Sehenswürdigkeiten. Heute heißen die übrigens gar nicht mehr so, sondern „Points of Interest“.

Um ehrlich zu sein, habe ich persönlich schon lange auf so etwas gewarte...

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