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Googles neues Betriebssystem

Android „L“ for „Life“


Sonst eher von dem Mitbewerber aus dem Nachbarörtchen Cupertino gewohnt, schaffte es Google auf der diesjährigen Google I/O, mit einer echten Überraschung aufzuwarten. Das Betriebssystem Android hat – anders als von den meisten erwartet – einen gewaltigen Sprung in Richtung Zukunft gemacht. Ein komplett überarbeitetes User Interface namens „Material Design“ und eine (fast) neue Runtime sind nur zwei der grundlegenden Neuerungen.

Natürlich war damit zu rechnen, dass Google auch in diesem Jahr seine hauseigene Konferenz dazu nutzen würde, die eine oder andere Neuerung im Android-Betriebssystem vorzustellen. Und natürlich haben alle gehofft, dass nach den eher schwachen Ankündigungen des letzten Jahres endlich die Ankündigung von An­droid 5 erfolgt. Wirklich abgezeichnet hatte sich dies im Vorfeld allerdings nicht. Umso überraschender war also die Vorstellung von Android L [1], das konsequent Goo­gles neues Motto „Android will follow you everywhere“ verfolgt.

Was von dem einen oder anderen sicherlich auch als Drohung aufgefasst werden kann, zeigt deutlich die Zukunftsvision von Google: Android auf allen erdenklichen Devices – von der Uhr über das TV bis hin zum Car Entertainment – und das Ganze optimal miteinander vernetzt. Die Grundlage hierfür soll die neue An­droid-Version L im Zusammenspiel mit Android Wear bringen.

Material Design

Das neue Material Design ist sicherlich die aufwändigste UI-Überarbeitung in Android seit der Version 4.0, aka „Ice Cream Sandwich“, im Jahr 2011. Ziel des neuen Designs ist es, das bereits in 4.0 eingeführte Paradigma zur Unterstützung verschiedenster Plattformen – damals Smartphones und Tablets – auch auf neue Bereiche wie TV oder Car Entertainment auszuweiten.

Mithilfe des zugehörigen Material Theme lassen sich eigene Farbpaletten für UI Controls hinterlegen und so die Apps im Look and Feel optimal an die Unternehmens-CI anpassen. Zusätzliche Touch-Feedback-Animationen, zum Beispiel bei Auswahl eines Listenelements, ermöglichen – bewusst und vorsichtig verwendet – eine deutlich verbesserte User Experience. Anders als in früheren Versionen gibt Google den Nutzern auch gleich eine „Gebrauchsanweisung“ für die optimale Verwendung der neuen UI-Features an die Hand [2]. Scheinbar hat man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und möchte von Anfang an eine falsche Auslegung der eigenen Visionen vermeiden. Es ist natürlich zu hoffen, dass Google sich in den eigenen Apps ebenfalls an diese Guidelines hält.

Neben dem neuen Material Design wartet Android L auch mit zwei neuen UI-Widgets – RecyclerView und CardView – auf, die dabei helfen sollen, komplexe Listen oder Cards in der eigenen App besser kontrollieren zu können. Während mithilfe der RecyclerView, die man sich als eine Art „pimped-up“ ListView vorstellen kann, eine große Anzahl von Elementen speichereffizient verwaltet werden können – Animationen inklusive – verhilft die neue CardView zur identischen Darstellung von Informationen auf unterschiedlichsten Device-Typen. Eine CardView, die übrigens von FrameLayout ableitet, muss man sich dabei als eine Karte mit optional abgerundeten Ecken und Schatten vorstellen.

Ebenfalls zum Material Design von Android L gehören Animationen, die dem Nutzer direktes Feedback auf die von ihm durchgeführten Aktionen geben sollen. Neben einigen vorgefertigten Animationen für Buttons und Transitionen für Activity-Übergänge können mithilfe eines speziellen API auch eigene Animationen erstellt werden:

  • Touch Feedback: Animation bzw. Transition, die beim Anklicken eines Bu...

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