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Interview mit Objective-C-Experte Tammo Freese

„Der Umstieg von Objective-C auf Swift fällt recht leicht.“


Auf dem diesjährigen WWDC hat Apple eine kleine Bombe platzen lassen: Objective-C hat ausgedient – die neue Sprache heißt Swift. Doch was bedeutet das für Entwickler? Wir haben mit dem Objective-C-Experten Tammo Freese darüber gesprochen.

Mobile Technology: Apple hat überraschend seinem altgedienten Objective-C eine neue Programmiersprache an die Seite gestellt: Swift. Wie ist dein erster Eindruck?

Tammo Freese: Ich war erst einmal überrascht. Apple neigt ja eher als andere Firmen dazu, im Entwicklungsbereich bewährte Technologien zu verbessern anstatt auf komplett neue Pferde zu setzen. Objective-C wurde seit dreißig Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Andererseits verwendet Swift unter der Haube Cocoa-APIs und die Runtime, die beiden Sprachen scheinen also technisch sehr nah beieinander zu liegen.

Die Sprache an sich gefällt mir sehr gut. Wir können damit das Gleiche ausdrücken wie mit Objective-C, nur mit deutlich weniger Code, der auch einfacher zu lesen ist.

MT: Neue Sprachen werden ja nicht auf der grünen Wiese entwickelt, sondern entstammen praktisch immer einer Sprachfamilie; klären wir mal die Verwandtschaftsverhältnisse auf (C, Haskell, Ruby …).

Freese: Je nach Hintergrund fallen hier die Antworten wohl unterschiedlich aus. Mich hat vieles der Syntax an Google Go erinnert, zum Beispiel die Schlüsselworte var und func, das Hintenanstellen von Typen, dass geschweifte Klammern bei if und for nun verpflichtend sind, und dass Funktionen mehrere Rückgabewerte haben können. Aber auch andere Sprachen haben die Syntax wohl beeinflusst: Die Schreibweise „[:]“ als Literal für ein leeres Dictionary kenne ich aus Groovy, den Pfeil „->“ für Rückgabewerte aus Haskell, Generics aus Java.

Der Playground von Swift ist nicht nur REPL, wie wir es aus Sprachen wie LISP, Ruby und R kennen, sondern ein Schritt in die Richtung der interaktiven Programmierung, für die Bret Victor wohl am bekanntesten ist. Großartig!

MT: Ist Swift dafür gedacht, Objective-C abzulösen, oder handelt es sich eher um eine langfristige Ergänzung des Apple-Klassikers?

Freese: Auf jeden Fall Ersteres. Ich denke nicht, dass Apple langfristig zwei Sprachen parallel haben möchte. Die Firma ist bekannt dafür, Dinge wirklich loszulassen. Beispiele: OS 9, Carbon, Garbage Collection, Nicht-Intel-Mac, 32-Bit-Intel-Mac, iPhone bis 3GS, iPad 1.

MT: Ein weiterer Aspekt ist offenbar, die Einstiegsschwelle für Entwickler in die iOS- und OS-X-Welt tiefer zu setzen. Ist das nicht ein Problem, wenn sich ...

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