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Displayzauber


Augmented Reality (AR) zaubert virtuelle Objekte in die reale Umgebung – und oft auch ein Lächeln ins Gesicht der Anwender. Für Unternehmen entstehen neue Möglichkeiten der Produktpräsentation, die dank digitaler Mehrwerte einen hohen Nutzen für ihre Kunden liefern. Die Voraussetzungen für den Einsatz sind gegeben.

Vorbei sind die Zeiten, in denen der Einsatz von AR aufgrund kostspieliger Hardwareanforderungen und aufwändiger Installationen nur einem kleinen Nutzerkreis vorbehalten war. Die Voraussetzung zur Nutzung der Technologie ist meistens nur einen Handgriff entfernt: ein Smartphone oder Tablet genügt. Auch die Erstellung von Anwendungen ist dank AR-Browsern und -Frameworks wesentlich einfacher geworden. Somit ist AR für eine breite Anwenderschicht jenseits der Entwicklungslabore nutzbar.

Dieser Artikel wirft zunächst einen Blick auf die Entstehungsgeschichte von AR und stellt den Nutzen heraus. Danach werden technische Grundlagen behandelt, bevor mögliche Einsatzgebiete und eine praktische Umsetzung am Beispiel der Busch-Jaeger-Lichtschalter-App gezeigt werden. Eine Auflistung von Stärken und Schwächen und ein Ausblick liefern zum Abschluss eine Entscheidungshilfe, ob AR bei der nächsten Marketingkampagne zu einer erfolgreichen Umsetzung beitragen kann.

Historie

Eine weit verbreitete Definition der „Erweiterten Realität“ stammt aus dem Jahr 1997 von Ronald Azuma. Demnach ist AR eine Variante der virtuellen Realität, in der der Betrachter in eine reale Welt blickt, die mit virtuellen Objekten angereichert ist [1]. Charakteristisch sind folgende Merkmale:

  • Verschmelzung der realen Umwelt mit virtueller Realität

  • Interaktion in Echtzeit

  • Darstellung von virtuellen Objekten im dreidimensionalen Raum

Dabei ist die Technologie nicht neu. Schon 1967 entwickelte Ivan Sutherland das erste Display, das es einer Person in Abhängigkeit seiner Position ermöglicht, computergenerierte 3-D-Objekte zu betrachten. Dies wird weitgehend als Geburtsstunde von AR bezeichnet. Allerdings sind die technischen Voraussetzungen zum damaligen Zeitpunkt so hoch, dass der Einsatz in einem breiten Markt weit entfernt ist. Das erste „Head Mount­ed Display“ (HMD), bei der die Projektion unmittelbar vor den Augen des Betrachters erfolgt (z. B. in einem Helm), war damals so schwergewichtig, dass es an der Decke eines Raumes befestigt werden musste. Wahrscheinlich tendierte die Forschung aus diesen Gründen in den Folgejahren zunächst hauptsächlich in Richtung virtuelle Realität. 1992 prägen Mitarbeiter der Firma Boeing den Begriff AR, als sie ein System entwickelten, das Monteure mithilfe eines HMD bei der Installation von Kabeln unterstützt. 1997 wird die Turing-Maschine entwickelt, die als erstes mobiles AR-System gilt. Mobil bedeutete damals: in einem Rucksack ist ein Rechner verpackt, in der Hand hält man einen (schweren) Tabletcomputer, und auf dem Kopf ist eine übergroße Brille befestigt [2].

Heute sind die technischen Voraussetzungen zur Nutzung von AR in handelsüblichen und bezahlbaren Smartphones und Tablets verbaut. GPS, Kamera, leistungsstarke Prozessoren, hochauflösende Displays, Sensoren und Speicher. Möglich wird das im Wesentlichen durch die Einführung des iPhones von Apple im Jahr 2007 und der damit verbundenen Erfolgsgeschichte von Smartphone und Tablet. 2008 erschienen die ersten AR-Browser Layar und Wikitude. Ein Jahr später folgte Junaio vom Münchener Unternehmen Metaio.

Nutzen

AR erweitert die Sinneswahrnehmung. Es werden Dinge sichtbar, die son...

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