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Interview mit Jan Lehnardt von der The Neighbourhoodie Software GmbH

„Gelebtes Open Source in eine GmbH gegossen“


Seit geraumer Zeit schon sorgt das Open-Source-Projekt Hoodie für einigen Wirbel. Mit ihm ist es möglich, mithilfe von Webstandards mobile Applikationen zu entwickeln, die dem Offline-First-Mantra folgen.

Der 12. Mai 2014 war ein spannender Tag für das Open-Source-Projekt Hoodie, denn das Team konnte die Gründung der „The Neighbourhoodie Software GmbH“ bekannt geben. Gleich zur Veröffentlichung der frohen Kunde hat Jan Lehnardt auch einen Ausblick auf das gegeben, was in Zukunft auf das Projekt – und die Neighbourhoodies – wartet [1]. Wir wollten das natürlich nicht unkommentiert stehen lassen und haben uns Jan geschnappt, um mit ihm ein wenig über Open Source, die Hoodies in der Nachbarschaft und die Zukunft des Projekts zu plaudern.

Mobile Technology: Jan – und Team! – herzlichen Glückwunsch zur Gründung der The Neighbourhoodie Software GmbH. Hast du irgendwelche berühmten ersten Worte als CEO für uns?

Jan Lehnardt: Ich bin froh, dass Lena Reinhard auch Geschäftsführerin ist, und zwar unabhängig von mir. Im Beamtendeutsch heißt das „Alleinverfügungsberechtigt“, für uns bedeutet das aber, dass die Firma nicht jeweils 100 Prozent von uns beiden abhängt, sondern dass wir abwechselnd auch mal Urlaub machen können. Eine gesunde Work-Life-Balance liegt uns insgesamt sehr am Herzen und deswegen haben wir das so auch schon an oberster Stelle so eingebaut.

MT: Du tummelst dich schon sehr lange Zeit im Open-Source-Umfeld und bist mit vielen „Organisationsformen“ in Berührung gekommen. Was, vom Fernziel der Non-Profit-Organisation abgesehen, ist euer Hauptziel mit den Neighbourhoodies?

Lehnardt: Software machen kostet immer Zeit. Im Open-Source-Bereich gibt es natürlich die typischen Enthusiasten, die sich Abende und Wochenenden um die Ohren schlagen; ich habe das auch lange gemacht, aber es gibt auch eine Vielzahl von EntwicklerInnen, die Open ­Source beruflich oder sogar hauptberuflich machen. Das Bild sich aufopfernder Individuen ist natürlich sehr heldenhaft, aber dabei wird leider oft vergessen, dass gar nicht so viele Leute den Luxus haben, das so machen zu können. Wenn man z. B. anderweitig Vollzeit beschäftigt ist und noch Familie hat oder sich um einen alten oder kranken Eltern- oder Großelternteil kümmern muss, dann bleibt für Open Source kaum Zeit. Wir finden aber, dass es sehr wichtig ist, Software für alle zu bauen. Und das können wir nicht, wenn wir ein Haufen privilegierter, weißer Männer sind, die sich darum kümmern können, weil wir so gut verdienen und sonst nichts zu tun haben. Deswegen ist es Ziel der Firma, es uns und anderen zu ermöglichen, Teil- oder Vollzeit an Open-Source-Software und insbesondere Hoodie zu arbeiten.

Ein anderer Aspekt ist, dass zum erfolgreichen Softwaremachen nicht nur ProgrammiererInnen gebraucht werden, sondern auch DesignerInnen, TexterInnen, LehrerInnen usw. Das sind alles Professionen, die ein Open-Source-Projekt enorm weit voranbringen können. Bei großen Projekten wie jQuery oder Drupal sieht man das ja auch sehr schön, da sind die EntwicklerInnen ja nur ein kleiner Teil einer riesigen Gemeinschaft. Wie gesagt, wir möchten Software für alle machen und brauchen daher auch die Hilfe von allen. Nun i...

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