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Brauchen wir wirklich eine neue Programmiersprache?

Kommentar: Apple Swift


Swift ist derzeit der am hellsten leuchtende Stern am Programmiersprachenhimmel. Für viele war die Präsentation des Objective-C-Nachfolgers die spannendste Ankündigung Apples auf der WWDC 2014 – ausgenommen freilich für die reinen Apple-Konsumenten, für die eine neue Programmiersprache so interessant sein dürfte wie ein BlackBerry-Update. Doch wird Apples designierter Objective-C-Nachfolger seinen kometenhaften Aufstieg fortsetzen oder wie so viele Sprachen beim Eintritt in die Atmosphäre des Alltagsgeschäfts wieder verglühen? Angesichts der wahrlich galaktischen Sprachenvielfalt fragen sich heute viele: Brauchen wir wirklich noch eine neue Programmiersprache?

Während die Apple-Keynote für Consumer erwartungsgemäß nur wenig Neues zu bieten hatte, führte sie in Entwicklerkreisen zu wahren Begeisterungsstürmen. Mit der Vorstellung einer neuen Programmiersprache für Cocoa und Cocoa Touch hatten wohl die wenigsten gerechnet. Auf Anhieb war das Interesse der Entwicklerzunft riesig, und auch das Feedback zur Sprache selbst fiel durchweg positiv aus. Nachdem der Überraschungseffekt nun allerdings verflogen ist, mischen sich durchaus auch kritische Stimmen in den Chor der Kommentatoren.

Apples eigenes Süppchen

Klar, verglichen mit Objective-C ist Swift eine deutliche Verbesserung: Zu viele Altlasten hatten sich in Objective-C angesammelt, die die dreißig Jahre alte Sprache geschwätzig, schwer erlernbar, schwer lesbar und darüber hinaus auch fehleranfällig machte. Im Vergleich zu Objective-C steht nun bei Swift die Syntax dem Verständnis nicht mehr im Weg.

Und doch kann man sich fragen, warum Apple mit Swift wieder sein eigenes Süppchen kocht und nicht – etwa wie Googles Android mit Java – auf eine existierende Sprache setzt.

Gabe Sumner von Telerik rät Entwicklern in seinem Artikel „Why Most Developers Should Avoid Apple’s New Swift Language“ [1] dazu, statt auf eine weitere Sprache zu setzen – die proprietär nur einem einzigen Zweck dient – lieber Standards zu unterstützen. Und in der Tat: Wie Objective-C wird wohl auch Swift irrelevant außerhalb des Apple-Ökosystems sein. Anders als bei Webtechnologien wie beispielsweise HTML5 oder JavaScript, Java für Android – und auch anders als beispielsweise Googles Go, Googles Dart, Mozillas Rust oder Microsofts Type­Script – scheint eine übergreifende Nutzung von Swift überhaupt nicht angestrebt zu werden.

Sumners Fazit lautet: Swift ist ein kluger Schachzug für Apple, bringt aber Mobile-Entwicklern generell wenig, da d...

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