Mobile Technology - 03.2015 - Cross-Plattform-Apps - Kann das sicher sein?


Preis: 7,80 €

Erhältlich ab:  Juli 2015

Umfang:  100

Autoren / Autorinnen: Tom Wießeckel, Christoph Ebert, Stefanie Schäfers, Mascha Schnellbacher, Carsten Eilers, Martin Anduschus, Sven Hoge, Veikko Krypczyk, Elena Bochkor, Tam Hanna, Lola Pfeiffer, Marco Weimer, Wolfgang Schmidt, Bernhard Löwenstein, Roman Schacherl, Nicolas Byl, Daniel Greitens

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute muss ich Ihnen ein Geheimnis verraten: Ich habe mich verliebt. Dass das keine glückliche Liebe für die Ewigkeit wird, steht von Anfang an fest, aber dennoch kann ich momentan kaum einen klaren Gedanken fassen. Und alles hat sich wie folgt zugetragen: Als ich vor einigen Wochen, nur wenige Tage nach dem Verkaufsstart der Apple Watch, berufsbedingt in Berlin unterwegs war, sah ich überall um mich herum aufgeregte Menschen, die mit eben jener Uhr kokettierten. Wenn Sie mein letztes Editorial gelesen haben, dann wissen Sie bereits, dass ich doch relativ unaufgeregt in die Zukunft blicke, da mir all die intelligenten Devices bei Weitem noch nicht schlau genug sind. Daran hat sich im Prinzip auch nichts geändert in den letzten Monaten – und auch der Formfaktor ist es nicht, der in mir das Gefühl des kompletten Kontrollverlusts über den gesunden Menschenverstand aufkeimen lässt. Nein, die Sache gestaltet sich viel profaner.

Aber beginnen wir von vorne: Ein Bekannter von mir hatte ebenfalls die Smartwatch aus dem Hause Apple an seinem Handgelenk. Natürlich bot ich mich als interessierter Journalist ganz selbstlos an, ihm das ungelenk wirkende Stück Technik mit Plastikarmband abzunehmen und es einige Zeit an meinem statt an seinem Handgelenk zu verwahren. Was tut man nicht alles für seine Mitmenschen? Zu meinem großen Erstaunen zeigte er sich sogleich mit einem breiten Lächeln auf den Lippen einverstanden – und so kam es, dass ich das erste Mal eine nicht unerhebliche Zeitspanne mit dem jüngsten Gadget der Apple-Hardware-Familie … sagen wir „intim wurde“.

Nach ca. 20, 25 Minuten hatte ich es unter viel Gelächter der Anwesenden geschafft, endlich das Ziffernblatt umzustellen; das pairen mit dem Handy war dagegen ein Klacks. Nun konnte mein Test also endlich beginnen.

Die Ernüchterung setzte schnell ein. So richtig viel kann die kleine Uhr ja nicht, und das, was sie kann, kann sie nicht sonderlich gut. Natürlich sind einige der Features – wie beispielsweise die Schnellantworten – durchaus sinnig und wirken durchdacht, dennoch bleibt ein gewisser, auf außenstehende sicherlich kurios anmutende, Nerdfaktor nicht aus, wenn ich als erwachsener Mann versuche, der Uhr mit meinen Wurstfingern die entsprechende Aktion zu entlocken. Die eigenartigen Verrenkungen des uhrtragenden Armes rühren übrigens daher, dass ich das letzte Mal kurz vor meiner Konfirmation eine Armbanduhr getragen habe; das nur als kleiner Versuch einer Erklärung.

Nach geschätzt einer Stunde hatte ich gefühlt alles gesehen und widmete mich wieder den mittlerweile deutlich mehr Personen, die sich in der Zwischenzeit an unseren Tisch verirrt hatten. Die Apple Watch war zur Nebensache verkommen, das iPhone in der Tasche verstaut.

Jetzt aber kommt der springende Punkt: im Handumdrehen (all jene, die die Apple-Watch-typische Handbewegung kennen, wissen, was ich meine) war ich über alles informiert, was sich in meinem virtuellen sozialen Netz zugetragen hat. Nie musste ich in der Tasche kramen, Knöpfchen drücken, das Device wieder umständlich verstauen. Selbst das Antworten ging – nach einiger Zeit – mit einem Wisch und einem Tap; und stets so, dass keiner der Anwesenden das Gefühl hatte, ich wäre ein unkommunikativer Gadget-Geek. Feuerprobe bestanden! Als ich mir dessen bewusst wurde, war es um mich geschehen. Kommunikation wie ein Großer – Multitasking inklusive. Wie kann das nicht die große Liebe des Sommers werden?

Zugegeben … ich musste das alles in allem noch immer recht schmucklose Device nicht nach gefühlt einem halben Tag zum Laden ablegen und konnte es bei Weitem nicht lange genug tragen, um mich mit einem unschönen Hautausschlag vom viel zu eng anliegenden Plastikarmband als Teil einer gadgethörigen Subkultur brandmarken, aber die wenigen Stunden täuschen über all diese offensichtlichen Schwachstellen hinweg.

Zum Glück steht ein heißer Sommer vor der Tür; ich kann mich also am Badesee ablenken. Und mit ein wenig Glück gibt es vielleicht schon eine zweite, besser funktionierende Apple Watch, bis ich die Hitze überstanden habe.

Man sieht also: Schönheit steckt in Details. Zum einen sogar in solchen, die man erst gar nicht auf dem Radar hatte. Aber genug von meinen verirrten Gefühlen. Lassen Sie uns den Sommer zum Abkühlen nutzen!

Tom WießeckelTom Wießeckel, Redakteur

Website Twitter E-Mail

Neugierig geworden?


   
Loading...

Angebote für Teams

Für Firmen haben wir individuelle Teamlizenzen. Wir erstellen Ihnen gerne ein passendes Angebot.

Das Library-Modell:
IP-Zugang

Das Company-Modell:
Domain-Zugang