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Mobile Technology
Kotlin für Android-Entwickler

Der Java-Herausforderer

Im Februar erreichte die JVM-Sprache Kotlin nach fünf Jahren Entwicklung offiziell die Version 1.0. Daher ist es an der Zeit, Kotlin genauer zu betrachten, um die Frage zu beantworten: Kann Kotlin für die Android-Entwicklung wirklich eine Alternative zu Java sein?

Benedict Pregler


Beim Betrachten einer neuen Programmiersprache sind nicht nur die Syntax der Sprache wichtig, sondern auch andere Faktoren. Daher möchte ich zuerst mit der Frage starten: Welche Vorteile, neben den Sprachfeatures und der Syntax, bringt Kotlin überhaupt mit sich?

Kotlin und auch die kompletten Tools dazu, wie der Compiler oder auch die IDE-Plug-ins, werden vollständig Open Source unter einer Apache-Lizenz 2.0 entwickelt und auf GitHub gehostet [1]. Der aktuelle Stand der Entwicklung von Kotlin lässt sich dadurch jederzeit einsehen und ist transparent nach außen. Wer möchte, kann die Entwicklung aktiv verfolgen oder auch beim Entwickeln mit Code oder Fehlerberichten helfen. Gerade in der Vergangenheit gewinnt dieses Argument immer mehr an Bedeutung, da auch Sprachen wie Swift von Apple oder auch C# von Microsoft diesen Weg erfolgreich gehen.

Die Firma JetBrains steckt hinter Kotlin. Bei dem Namen JetBrains denken die meisten wahrscheinlich zuerst an die bekannteste IDE von JetBrains: IntelliJ IDEA. Diese ist der Unterbau von Android Studio, und damit kommen wir schon zu dem nächsten Punkt: die IDE-Integration von Kotlin. Wie sich die meisten schon denken können, hat es sich JetBrains nicht nehmen lassen und eine perfekte Integration von Kotlin in ihre IDEs implementiert. Im Vergleich mit der normalen Java-Entwicklung gibt es daher keine Nachteile bei den schon antrainierten Tastenkombinationen, der Autovervollständigung oder auch beim Anzeigen von Fehlern oder Warnungen. Beim Umsteigen müssen wir daher keine neue IDE nutzen, sondern wir bleiben in der uns bekannten Entwicklungsumgebung.

Der Compiler erzeugt Bytecode aus Kotlin, der auf einer JVM ausgeführt werden kann. Hier ist besonders hervorzuheben, dass Kotlin nur JDK 1.6 benötigt. Vor allem in der Android-Entwicklung ist dies ein großer Vorteil, da Java 7 erst ab dem API 19 (KitKat) zur Verfügung steht, aber Android-Entwickler oft Apps ab API 15 (Ice Cream Sandwich) unterstützen müssen. Viele Java-7- und -8-Features lassen sich dadurch nicht nutzen. Besonders Lambdas und Streams werden schmerzlich vermisst.

Beim Umsteigen von Java auf Kotlin versucht JetBrains die Hürde so gering wie möglich zu halten und hat darauf geachtet, dass Kotlin zu 100 Prozent kompatibel mit Java ist. Schon bestehende Projekte müssen dadurch nicht sofort und gänzlich auf Kotlin umsteigen, sondern es kann ein fließender Übergang stattfinden, bei dem erst nach und nach der Code in Kotlin umgeschrieben wird. Es ist kein Problem Jav...

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Kotlin für Android-Entwickler

Der Java-Herausforderer

Im Februar erreichte die JVM-Sprache Kotlin nach fünf Jahren Entwicklung offiziell die Version 1.0. Daher ist es an der Zeit, Kotlin genauer zu betrachten, um die Frage zu beantworten: Kann Kotlin für die Android-Entwicklung wirklich eine Alternative zu Java sein?

Benedict Pregler


Beim Betrachten einer neuen Programmiersprache sind nicht nur die Syntax der Sprache wichtig, sondern auch andere Faktoren. Daher möchte ich zuerst mit der Frage starten: Welche Vorteile, neben den Sprachfeatures und der Syntax, bringt Kotlin überhaupt mit sich?

Kotlin und auch die kompletten Tools dazu, wie der Compiler oder auch die IDE-Plug-ins, werden vollständig Open Source unter einer Apache-Lizenz 2.0 entwickelt und auf GitHub gehostet [1]. Der aktuelle Stand der Entwicklung von Kotlin lässt sich dadurch jederzeit einsehen und ist transparent nach außen. Wer möchte, kann die Entwicklung aktiv verfolgen oder auch beim Entwickeln mit Code oder Fehlerberichten helfen. Gerade in der Vergangenheit gewinnt dieses Argument immer mehr an Bedeutung, da auch Sprachen wie Swift von Apple oder auch C# von Microsoft diesen Weg erfolgreich gehen.

Die Firma JetBrains steckt hinter Kotlin. Bei dem Namen JetBrains denken die meisten wahrscheinlich zuerst an die bekannteste IDE von JetBrains: IntelliJ IDEA. Diese ist der Unterbau von Android Studio, und damit kommen wir schon zu dem nächsten Punkt: die IDE-Integration von Kotlin. Wie sich die meisten schon denken können, hat es sich JetBrains nicht nehmen lassen und eine perfekte Integration von Kotlin in ihre IDEs implementiert. Im Vergleich mit der normalen Java-Entwicklung gibt es daher keine Nachteile bei den schon antrainierten Tastenkombinationen, der Autovervollständigung oder auch beim Anzeigen von Fehlern oder Warnungen. Beim Umsteigen müssen wir daher keine neue IDE nutzen, sondern wir bleiben in der uns bekannten Entwicklungsumgebung.

Der Compiler erzeugt Bytecode aus Kotlin, der auf einer JVM ausgeführt werden kann. Hier ist besonders hervorzuheben, dass Kotlin nur JDK 1.6 benötigt. Vor allem in der Android-Entwicklung ist dies ein großer Vorteil, da Java 7 erst ab dem API 19 (KitKat) zur Verfügung steht, aber Android-Entwickler oft Apps ab API 15 (Ice Cream Sandwich) unterstützen müssen. Viele Java-7- und -8-Features lassen sich dadurch nicht nutzen. Besonders Lambdas und Streams werden schmerzlich vermisst.

Beim Umsteigen von Java auf Kotlin versucht JetBrains die Hürde so gering wie möglich zu halten und hat darauf geachtet, dass Kotlin zu 100 Prozent kompatibel mit Java ist. Schon bestehende Projekte müssen dadurch nicht sofort und gänzlich auf Kotlin umsteigen, sondern es kann ein fließender Übergang stattfinden, bei dem erst nach und nach der Code in Kotlin umgeschrieben wird. Es ist kein Problem Jav...

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