Mobile Technology - 04.2014 - Swift


Preis: 7,80 €

Erhältlich ab:  Oktober 2014

Umfang:  100

Autoren / Autorinnen: Athanassios Danoglidis, Tom Wießeckel, Laura Kastenholz, Ekkehard Gentz, Veikko Krypczyk, Theresia Reinhold, Tammo Freese, Tam Hanna, Norbert Schmidt, Corinna Neu, Fabian Deitelhoff, Carsten Eilers, Marcel Pociot, Christian Heilmann, Peter Friese, Gregor Biswanger, Christine Krupinski

Liebe Mobile-Enthusiasten und -Enthusiastinnen

neulich in der Stadt ist mir etwas aufgefallen, was mir selbst schon einige Zeit sauer aufstößt. Ich fuhr mit dem Bus in die Stadt und tat, was ich immer mache: Ich war damit beschäftigt, E-Mails zu checken und noch einige andere Kleinigkeiten zu erledigen. Das alles auf einem Device mit einem Vier-Zoll-Display.

Nun saß mir ein junges Mädchen gegenüber, vielleicht 15 oder 16 Jahre alt, sehr zierlich. Und in ihren kleinen Händen hielt sie ein Samsung S4, dessen Bildschirm bekanntlich 5 Zoll in der Diagonalen misst. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass ich nicht unbedingt kleine Hände habe; dennoch ist der „Thumb Flow“ auf einem iPhone 5s – Sie wissen schon, das alte Device von Apple, das dank der neuen, gigantomanisch anmutenden sechsten Generation längst abgeschrieben und belächelt wird – für mich schon nicht mehr unbedingt optimal. Gut, kommen wir zu dem Mädchen im Bus zurück: Obwohl ihre Hände viel zu klein sind, konnte sie mit wieselflinken Bewegungen ihr Smartphone bedienen. Allerdings benötigte sie dafür auch beide Hände.

Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, frage ich mich, ob das der Sinn der Sache sein kann. Ein Smartphone wird schließlich nicht selten „kleiner Begleiter“ genannt. Ich kann Karten für die Kinovorstellung am Abend reservieren, ab und an meine Radtouren damit tracken oder den Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit suchen. Natürlich kann man damit auch twittern und nachschauen, was die anderen auf Facebook so treiben. Das alles sind aber eher Beschäftigungen, die man nebenher erledigt. Niemand wird, da bin ich mir sicher, ernsthaft in Erwägung ziehen, seine komplette E-Mail-Korrespondenz auf dem Smartphone abwickeln zu wollen.

Gehe ich also von mir aus, dann möchte ich ein Handy nutzen, das klein genug ist, dass ich es bequem mit einer Hand bedienen kann. Denn ich habe nicht vor, meine Hosentaschen nur mit dem Smartphone zu füllen; andere Dinge dürfen gerne auch noch Platz darin haben. Außerdem sind meine Augen noch gut genug; mir genügen vier Zoll. Auch wenn – ich muss es gestehen – eine etwas größere Schrift hin und wieder nicht unbedingt die schlechteste Designentscheidung wäre.

Ich fordere daher: Wider den Größenwahn! Was nutzt es mir, wenn die tragbaren Telefone bald gar nicht mehr so tragbar sind, und ich das Gerät in den Rucksack packen muss, weil selbst in meinen Hosen kein Platz mehr dafür ist? Das „eben schnell“ mal etwas nachsehen dürfte damit künftig nämlich entfallen.

Bei meinem zugegebenermaßen eher kurzen Ausflug auf ein 5-Zoll-Device aus der Android-Welt – etwas später werde ich mich darüber noch auslassen – habe ich gemerkt, dass mir das zu viel ist. Es mag in einigen wenigen Anwendungsfällen durchaus seine Berechtigung haben, aber sonderlich praktisch fand ich es eher nicht. Das ist natürlich meine persönliche Wahrnehmung, aber ich bin mir sicher, dass Smartphones künftig kaum noch größer werden dürften. Das OnePlus One beispielsweise mit seinem 5,5-Zoll-Display gehört da schon einer Generation von Devices an, die austesten, was gehen könnte – aber in der Praxis beweisen, dass manches eben doch zu viel des Guten ist. Da finde ich ein BlackBerry Passport schon deutlich reizvoller, weil ungewöhnlicher und von der Idee dahinter wesentlich praxistauglicher.

Ich weiß natürlich nicht, ob ich nicht vollkommen alleine dastehe mit dieser Meinung. Aber wer weiß … vielleicht werde ich einfach nur alt.

Tom WießeckelTom Wießeckel, Redakteur

Website Twitter E-Mail

Neugierig geworden?


   
Loading...

Angebote für Teams

Für Firmen haben wir individuelle Teamlizenzen. Wir erstellen Ihnen gerne ein passendes Angebot.

Das Library-Modell:
IP-Zugang

Das Company-Modell:
Domain-Zugang