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BlackBerry zeigt Größe im Quadrat

It’s hip to be square


Unzählige Male tot gesagt – aber mehr als lebendig. BlackBerry hat mit dem BlackBerry Passport ein neues Smartphone präsentiert, das so ganz anders ist als erwartet. Zusammen mit dem Passport wurde auch eine neue Version des Betriebssystems (OS 10.3) und BlackBerry Blend vorgestellt, das es erlaubt, das Smartphone auf Desktop, Laptop oder Tablet zu „beamen“.

Wenn neue Smartphones auf den Markt kommen, wird sofort angefangen, die Spezifikationen zu vergleichen: wie viele Pixel, Bildschirmdiagonale, Prozessor – das greift aber zu kurz, wie wir beim Passport sehen werden, das in keines der üblichen Raster passt. Aber wir können es ja zunächst auf die herkömmliche Art betrachten – hier ein Auszug aus den Spezifikationen:

  • Bildschirmauflösung: 1 440 x 1 440 Pixel, Aspect Ratio 1:1

  • Density: 453 ppi (Pixel per Inch)

  • Bildschirmgröße: 4,5" diagonal (1:1)

  • Physikalische Tastatur: kapazitiv, 3 Reihen plus kontextabhängig virtuelle Tasten

  • Prozessor: 2,2 GHz Quad-Core, 450 MHz GPU

  • Kamera hinten: 13 MP OIS (optischer Bildstabilisator), Autofokus, 1 080 p Video 60 fps

  • Kamera vorn: 2 MP, 720 p Video

  • Speicher: 3 GB RAM + 32 GB Flash

  • Durch SD-Karte plus 128 GB möglich

  • Akku: 3 450 mAh (12 Std. Video, 84 Std. Audio, 18 Tage Stand-by)

  • USB: 2.0 Highspeed (Full-HD-HDMI über SlimPort)

  • LTE, UKW Radio, NFC, Bluetooth LE, GPS, Miracast

Das Passport ist also recht gut ausgestattet – und das erste Quad-Core-Gerät von BlackBerry. Der RAM mit 3 GB ist größer als beim Z30 – dem bisherigen Flaggschiff, das 2 GB hatte. Dazu kommen 32 GB Flash-Speicher fest eingebaut, die durch eine SD-Karte um weitere 128 GB erweitert werden können.

Die Kamera wurde komplett neu entwickelt, und ich kann bestätigen, dass die Bildqualität alle bisherigen BlackBerry-Geräte in den Schatten stellt. Die Kamera ist eine OIS-Kamera mit optischem Bildstabilisator und verfügt außerdem über einen ToF-Sensor. Full-HD-Filme können mit 60 fps aufgenommen werden.

Der Akku ist mit 3 450 mAh nochmals größer als im Z30 oder Q10 und ermöglicht einen Dauerbetrieb von 30 Stunden bei gemischtem Einsatz.

NFC und Bluetooth LE sind, wie bei all den anderen BlackBerry-10-Geräten, natürlich mit an Bord und erlauben den Anschluss unterschiedlichster Bluetooth-Low-Energy-Geräte oder auch die Erkennung von Bea­cons.

Der USB-Anschluss ist ein aktiver Hub und ermöglicht es nicht nur, USB-Tastaturen anzuschließen, sondern auch USB-Festplatten und mehr. Im Gegensatz zu den vorherigen Geräten gibt es keinen getrennten Micro-HDMI-Ausgang – der Bildschirminhalt wird über den USB-SlimPort-Ausgang ausgegeben. Dazu benötigt man einen SlimPort-Adapter, den es für HDMI, VGA und DVI gibt. Natürlich kann HDMI auch ruckelfrei drahtlos per Miracast ausgegeben werden.

Das Soundsystem des Passport ist einmalig: Die Laustärke ist größer als bei anderen Geräten auf dem Markt. Außerdem passt sich das Passport beim Telefonieren an Umgebungsgeräusche an, damit sie immer alles klar verstehen und verstanden werden. Spricht Ihr Gesprächspartner sehr leise, dann hebt das Soundsystem vom Passport dessen Stimme ein wenig an, damit sie alles verstehen.

Soweit so gut: Wir sehen, dass sich das Passport nicht verstecken muss, wenn wir die technischen Daten vergleichen – dennoch ist es anders als alle am Markt befindlichen Devices. Das Besondere sind der Bildschirm und die Tastatur.

Quadratischer Bildschirm

Alle Geräte am Markt sind rechteckig und haben einen Bildschirm mit einer Aspect Ratio von 16:9, 16:10 o. Ä., während das BlackBerry Passport einen quadratischen Screen mit einer 1:1 Aspect Ratio hat. Die Qualität der Darstellung ist exzellent und mit einer Density von 453 ppi besser als die aktuelle iPhone-Generation oder das iPad Mini Retina.

Was macht das Arbeiten mit einem so großen (1 440 x 1 440 Pixel) quadratischen Bildschirm so ganz anders?

Betrachten wir als Erstes die Darstellung von Texten (Abb. 1). Untersuchungen haben ergeben, dass 66 Zeichen je Zeile optimal zum Lesen sind – und auf dem BlackBerry Passport lassen sich 60 Zeichen klar darstellen, während auf normalen Smartphones im Portrait-Modus nur etwa 29 Zeichen sichtbar sind. Das macht einen großen Unterschied, wenn man eine lange E-Mail liest oder eine PDF-Datei. Natürlich kann man ein rechteckiges Phone auch drehen und den Text im Landscape-Modus lesen – aber dann ist die sichtbare Höhe des Texts drastisch verkürzt. Wer dann versucht, einen solchen Text am Smartphone zu editieren, wird schnell wieder in den Portrait-Modus zurückdrehen, da sonst die virtuelle Tastatur die Hälfte des Screens wegnimmt. Beim Passport ist das anders: die große Bildschirmfläche bleibt weitgehend erhalten, da ja die physikalische Tastatur unter dem Screen ist und keinen Platz wegnimmt. Jedenfalls fast, denn es gibt eine Besonderheit: Die Tastatur hat nur drei Reihen, und je nach Kontext wird eine Zusatzzeile virtuell eingeblendet, auf der sich dann Ziffern oder Sonderzeichen befinden. Mit dem Passport ist es wirklich möglich, in langen Texten zu editieren, ohne den Überblick zu verlieren, wo man sich gerade befindet.

gentz_passport_1.tif_fmt1.jpgAbb. 1: Viel Text am BlackBerry Passport

Das Passport wird viel im Business eingesetzt, und da trifft man immer wieder auf Tabellen – und auch da macht es einen Unterschied, ob ich zwei Spalten mehr sehen kann, ohne in der Anzahl der dargestellten Reihen Einschränkungen hinnehmen zu müssen. Selbst das Editieren einzelner Zellen oder die gleichzeitige Darstellung von Zahlen und Grafiken sind problemlos möglich. BlackBerry liefert übrigens die Docs-to-Go-Apps kostenlos mit aus, die es ermöglichen, Word, Excel oder PowerPoint nicht nur anzusehen, sondern auch zu b...

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