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Mobile Technology 4.2015

App-Tipps … Diskussion


In den App-Tipps wollen wir dieses Mal keine Apps vorstellen. Vielmehr ist aufgrund einer neuen Funktion in iOS 9 eine Diskussion rund um eine bestimmte Art von Apps entstanden, die wir etwas genauer beleuchten möchten.

iOS 9 ist da und macht das mobile Content-Blocking in Safari auf Apple-Devices möglich. Die neuen Apps dafür haben sich auch unmittelbar an die Spitze der Downloadcharts im App Store gesetzt. Kein Wunder, machen sie das Internet doch privater und gleichzeitig schneller. Peace, eine dritte Adblocker-App, die ebenfalls eine Spitzenposition im App Store einnahm, wurde allerdings nach nur 36 Stunden von ihrem Entwickler zurückgezogen. Er hatte Bedenken dabei, ein werbefreies mobiles Web zu ermöglichen. Und er ist nicht alleine damit.

Noch kurz vor der Entscheidung für die Rücknahme seines Adblockers Peace hat Marco Arment, einer der führenden Entwickler von Tumblr, sich klar für derartige Anwendungen [1] ausgesprochen. Die aktuellen Anforderungen der Werbe- und Tracking-Industrie an den Konsumenten gingen ihm zu weit, dieser Status sei nicht hinnehmbar. Doch dann kam der Tag der Veröffentlichung seines Adblockers – und änderte seine Einstellung. Wo zuvor noch die Interessen der Kunden im Zentrum standen, vertritt der Entwickler nun die Meinung, dass unselektive Contentblocker keine gute Wahl seien. Immerhin ist Werbung die primäre Einnahmequelle für die meisten Websites und sollte als solche erhalten bleiben, um das Internet, so wie wir es kennen, zu schützen.

Das Ende des freien Internets?

Diese Meinung vertritt auch Nilay Patel von ­TheVerge [2], der seine Sichtweise auf Apples Ad-Blocking mit „Welcome to hell“ überschreibt. Die Hölle, das ist für ihn der Krieg zwischen Apple, Facebook und Google um Werbeeinnahmen, in dem Apples Entscheidung für Adblocker nur einen weiteren Schachzug darstellt.

Patel folgt der verbreiteten Sichtweise, dass Apples Werbeblockerfreigabe nur sekundär einem schnelleren Web dienen soll, primär aber im Sinn hat, immer mehr Contentprovider in Apples native News-App zu locken, die kein Content-Blocking zulässt. Diese wird weiterhin Werbung anzeigen, aber natürlich nur solche, an der Apple verdient. Damit droht Google als größtem Betreiber von Werbenetzwerken ein spürbarer Verlust von Marktanteilen, also Geld. Das könnte dann fehlen, um das Internet weiterzuentwickeln. Es könnte zum Stillstand kommen, fürchtet Patel.

Alternative Wege statt Verzicht

Die Alternative stellt eine verstärkte Nutzung nativer Werbung dar. W...

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