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Teil 2: Businessintegration von Software für mobile Geräte

Enterprise your App!


Software im betrieblichen Umfeld ist umfassend in die betrieblichen Prozesse zu integrieren. Das gilt auch für Apps des Mobile Computings. Singuläre Softwarelösungen sind nicht gefragt, vielmehr ist eine komplette Enterprise-Architektur aufzubauen. Im folgenden Artikel wird aufgezeigt, was darunter zu verstehen ist. Lösungsideen zeigen die Richtung. Sehr schnell wird dabei deutlich, dass eine Gesamtkonzeption zu entwickeln ist.

Bereits im ersten Teil der Artikelserie [1] haben wir die Problemlage für das Mobile Enterprise Computing umrissen. Dabei wurde deutlich, dass sich die Anforderungen im Businessbereich wesentlich von denen im privaten Umfeld unterscheiden. In diesem Teil der Artikelserie erörtern wir zunächst, was unter einer IT-Enterprise-Architektur verstanden wird. Anhand ausgewählter Lösungsansätze aus der Praxis zeigen wir, wie man sich heute die Integration des Mobile Computings in das betriebliche Umfeld vorstellt. Beginnen wir dafür mit einer Erläuterung, was man unter der Gesamtkonzeption einer Business-Enterprise-Architektur versteht und wie diese entsteht.

Von der Enterprise- zur Business-Enterprise-Architektur

Unter einer Enterprise-Architektur versteht man die grobgranulare IT-Architektur eines Unternehmens. Eine eindeutige Definition, welche Bestandteile sie umfasst, existiert nicht. Im Allgemeinen geht man jedoch davon aus, dass die folgenden Schichten enthalten sind (Abb. 1):

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Abb. 1: Struktur der Enterprise-Architektur [2]

  • Prozessarchitektur: Darunter wird die Abbildung der Geschäftsprozesse verstanden. Diese sind danach zu differenzieren, ob sie grundsätzlich manuell ausgeführt werden oder ob eine Automatisierung durch IT möglich ist.
  • Data-Architektur: Sie stellt den Informationsfluss und die benötigten Daten für die Ausführung eines Geschäftsprozesses dar.
  • Applikationsarchitektur: Es handelt sich um die konkreten Systeme in Form von Anwendungen und Produkt-Suites, d. h. die Zusammenfassung einzelner Anwendungen zu einer gesamten Softwarelösung. Ein Beispiel ist die Integration von singulären Office-Anwendungen (E-Mail, Textverarbeitung, digitaler Notizzettel) zu einer umfassenden Büro-Suite.
  • Technical-Architektur: Die technologischen Aspekte umfassen die Hardware, die Netzwerk- und Virtualisierungstechnologie. Auf Ebene der Software gehören die Betriebssysteme und Datenbanksysteme dazu.

Einen entscheidenden Einfluss auf die Enterprise-Architektur hat das zugrunde liegende Business, das durch das Informations- und Kommunikationssystem (IuK-System) unterstützt werden soll. Damit ist auch klar, dass es die eine Enterprise-Architektur nicht gibt, sondern dass dessen konkrete Ausgestaltung durch das geschäftliche Umfeld bestimmt wird. Erweitert man die IT-Enterprise-Architektur um genau die spezifischen Elemente aus der geschäftlichen Ebene, so entsteht die so genannte Business-Enterprise-Architektur (Abb. 2).

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Abb. 2: Business-Enterprise-Architektur [2]

Was bedeuten diese Aussagen für das Mobile Computing im Unternehmensumfeld? Auch für die Realisierung eines Mobile Computings im Businessbereich gibt es nicht den einen entscheidenden Ansatz, denn zu unterschiedlich sind die zu unterstützenden Geschäftsmodelle und Prozesse. Folgende grundsätzliche Feststellungen lassen sich jedoch treffen:

  • Spezifik: Die Hard- und Software für das Mobile Enterprise Computing muss spezifisch an die Anforderungen des Geschäftsmodells ausgerichtet werden. Bezüglich der Hardware betrifft das zum Beispiel die Auswahl der betrieblich zu nutzenden Smartphones und Tablets. Entscheidend ist dabei u. a., welches Betriebssystem auf den Geräten installiert werden kann. Auf dem Smartphone konkurrieren primär Android und iOS, auf bestimmten Tablets kommt Windows 10 zur Auswahl hinzu. Die Spannbreite der Anforderungen wird an den folgenden Beispielen deutlich: (1) Mobile Computing wird lediglich genutzt, um den Mitarbeitern bestimmte Informationen aus dem betrieblichen IuK-System anzuzeigen, zum Beispiel aktuelle Produktpreise für den Vertrieb. Ein interaktives Abschließen von Verträgen ist über mobile Geräte nicht vorgesehen. (2) Im Bereich der Versicherung kann der Vertriebsmitarbeiter direkt rechtswirksame Verträge mit den persönlichen Kundendaten über die mobilen Geräte initiieren. Hier sind dann zusätzliche Anforderungen an Autorisierung und den Datenschutz – ähnlich dem Internetbanking – zu realisieren.
  • Integration: Mobile Computing benötigt in der Regel Softwarestrukturen zur Anbindung an die bestehende IT-Infrastruktur, um die betreffenden Geschäftsprozesse auszuführen. Diese Art von Software wird als Backend as a Service bezeichnet und muss auch spezifisch an die Anforderungen des Business angepasst werden.

Am letzten Punkt wird auch unmittelbar der Unterschied zwischen kommerzieller und privater Nutzung mobiler Computertechnologie deutlich. Im privaten Umfeld werden meist singuläre Anwendungen – zum Beispiel eine E-Mail-App benutzt – um voneinander unabhängige Aufgaben des Alltags einfacher zu erledigen. Bei der Nutzung mobiler E-Mail-Kommunikation in Unternehmen ist dagegen eine darüber hinausgehende Integration in die relevanten Workflows notwendig. Es ist meist nicht ausreichend, lediglich eine Möglichkeit zu bieten, E-Mail-Nachrichten anzuzeigen und zu bean...

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