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Mobile Technology
Sprachsteuerung in Android Things

Sicherheit durch Rechtlosigkeit

Ein amerikanischer Philosoph postulierte einst, dass man entweder Sicherheit oder Freiheit haben kann. Im Fall von Android Things liegt der Fokus auf Sicherheit: Der Lizenzvertrag untersagt das Verändern des von Google bereitgestellten Betriebssystem-Images. Wie viel Freiheit bleibt da, um eine Sprachsteuerung zu implementieren?

Tam Hanna


Android Things steht nun erstmals in einer kommerziell verwendbaren Version zur Verfügung. Zum Zeitpunkt der Drucklegung werden für produktive Deployments nur noch vier Systeme unterstützt: NXP i.MX8M, Qualcomm SDA212, Qualcomm SDA624 und MediaTek MT8516. Es handelt sich dabei nicht um SoCs. Google bevorzugt vollständige Implementierungen, die auf kleinen Platinen kommen und heute unter dem Begriff System on Modul, kurz SoM, angeboten werden. Ein interessantes Detail der genannten Systeme ist, dass sie diverse Hardwareverifikationsmethoden mitbringen, die das Absichern des am Gerät befindlichen Codes gegen Manipulation erlauben. Wo diese Funktion nicht vorhanden ist, folgte eine Abkündigung. Der von NXP angebotene I.MX6* ist überhaupt nicht mehr mit von der Partie, während die beiden Systeme Raspberry Pi 3 Model B und NXP i.MX7D nur noch für die Entwicklung eingesetzt werden dürfen.Angemerkt sei, dass Sie auch bei Verwendung einer unterstützten Plattform nicht draufloscoden dürfen. Google verlangt stattdessen die Unterzeichnung eines Cooperation Agreements, über das zum Zeitpunkt der Drucklegung aber noch nichts bekannt ist. Die neuen Raspberry Pi Zero Boards werden nicht unterstützt. Die Foundation vermarktet sie zwar als Raspberry Pi, der verbaute Prozessor muss allerdings ohne einige Befehlssatzerweiterungen auskommen, die im Multimediabereich zu nicht unerheblicher Mehrleistung führen.Vom Lokal zur WolkeAls ich vor vielen Jahren ein T68i kaufte, war ich ob der Sprachwahlfunktion beeindruckt. Ericsson implementierte diese komplett lokal. Heutige Systeme sind von diesem Paradigma weit entfernt. Das ist insofern nicht verwunderlich, als die Anbieter der Algorithmen diese den Entwicklern nur ungern in die Hand geben: Ein am Server von Google sitzender Algorithmus lässt sich nur schwer plagiieren, die Monetisierung ist sehr einfach. Zahlt der Entwickler nicht, kann man den Dienst einfach abschalten – die randalierenden Nutzer sorgen schnell für Compliance.Google bietet zur Popularisierung seit einiger Zeit eine Gruppe von Kits an. Es handelt sich dabei um Bausätze mit Kartongehäuse, die mit einem Raspberry Pi IIIB kombiniert werden und das Ausprobieren von Funktionen erlauben. Wir wollen in den folgenden Schritten auf das als AIY Voice Kit bezeichnete Kit setzen (Abb. 1). Achten Sie beim Kauf darauf, unbedingt die Version 1 zu erstehen, die zweite Version ist erstens teurer und bringt zweitens einen zwangsweise zu verwendenden Raspberry Pi Zero mit.Zum e...

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Sprachsteuerung in Android Things

Sicherheit durch Rechtlosigkeit

Ein amerikanischer Philosoph postulierte einst, dass man entweder Sicherheit oder Freiheit haben kann. Im Fall von Android Things liegt der Fokus auf Sicherheit: Der Lizenzvertrag untersagt das Verändern des von Google bereitgestellten Betriebssystem-Images. Wie viel Freiheit bleibt da, um eine Sprachsteuerung zu implementieren?

Tam Hanna


Android Things steht nun erstmals in einer kommerziell verwendbaren Version zur Verfügung. Zum Zeitpunkt der Drucklegung werden für produktive Deployments nur noch vier Systeme unterstützt: NXP i.MX8M, Qualcomm SDA212, Qualcomm SDA624 und MediaTek MT8516. Es handelt sich dabei nicht um SoCs. Google bevorzugt vollständige Implementierungen, die auf kleinen Platinen kommen und heute unter dem Begriff System on Modul, kurz SoM, angeboten werden. Ein interessantes Detail der genannten Systeme ist, dass sie diverse Hardwareverifikationsmethoden mitbringen, die das Absichern des am Gerät befindlichen Codes gegen Manipulation erlauben. Wo diese Funktion nicht vorhanden ist, folgte eine Abkündigung. Der von NXP angebotene I.MX6* ist überhaupt nicht mehr mit von der Partie, während die beiden Systeme Raspberry Pi 3 Model B und NXP i.MX7D nur noch für die Entwicklung eingesetzt werden dürfen.Angemerkt sei, dass Sie auch bei Verwendung einer unterstützten Plattform nicht draufloscoden dürfen. Google verlangt stattdessen die Unterzeichnung eines Cooperation Agreements, über das zum Zeitpunkt der Drucklegung aber noch nichts bekannt ist. Die neuen Raspberry Pi Zero Boards werden nicht unterstützt. Die Foundation vermarktet sie zwar als Raspberry Pi, der verbaute Prozessor muss allerdings ohne einige Befehlssatzerweiterungen auskommen, die im Multimediabereich zu nicht unerheblicher Mehrleistung führen.Vom Lokal zur WolkeAls ich vor vielen Jahren ein T68i kaufte, war ich ob der Sprachwahlfunktion beeindruckt. Ericsson implementierte diese komplett lokal. Heutige Systeme sind von diesem Paradigma weit entfernt. Das ist insofern nicht verwunderlich, als die Anbieter der Algorithmen diese den Entwicklern nur ungern in die Hand geben: Ein am Server von Google sitzender Algorithmus lässt sich nur schwer plagiieren, die Monetisierung ist sehr einfach. Zahlt der Entwickler nicht, kann man den Dienst einfach abschalten – die randalierenden Nutzer sorgen schnell für Compliance.Google bietet zur Popularisierung seit einiger Zeit eine Gruppe von Kits an. Es handelt sich dabei um Bausätze mit Kartongehäuse, die mit einem Raspberry Pi IIIB kombiniert werden und das Ausprobieren von Funktionen erlauben. Wir wollen in den folgenden Schritten auf das als AIY Voice Kit bezeichnete Kit setzen (Abb. 1). Achten Sie beim Kauf darauf, unbedingt die Version 1 zu erstehen, die zweite Version ist erstens teurer und bringt zweitens einen zwangsweise zu verwendenden Raspberry Pi Zero mit.Zum e...

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