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Mobile Payment - der Stand der Dinge

Die Zukunft des Bezahlens


Obwohl Deutschland immer noch ein Bargeldland ist, tut sich einiges im Bereich Mobile Payment. Der folgende Artikel gibt einen Überblick über den aktuellen Stand des mobilen Bezahlens in Deutschland und darüber, welche Innovationen wir in Zukunft in diesem Bereich erwarten können.

Der Begriff Mobile Payment taucht in den letzten Jahren immer wieder auf. Doch was ist damit eigentlich genau gemeint? Als Mobile Payments bezeichnet man mobile elektronische Techniken zur Initiierung, Autorisierung oder Realisierung von Zahlungen, etwa mittels Mobiltelefonen, Tablets oder Smartwatches. Hierbei verzichten der Händler und der Käufer sowohl auf Bargeld als auch auf herkömmliche Zahlungsmittel wie Girokarte oder Kreditkarte – zumindest in physischer Form. Da die meisten Nutzer heutzutage sowieso ihr Handy fast immer dabeihaben, sind sie nicht darauf angewiesen, zusätzlich noch ihr Portemonnaie mit Bargeld oder Karten mitzuführen. Bei richtiger Umsetzung kann dadurch sowohl die Sicherheit als auch die Geschwindigkeit des Bezahlvorgangs an der Kasse beschleunigt werden, obwohl gerade bei letzterem einige Dienste noch Optimierungsbedarf haben.

Nur Bares ist Wahres

Obwohl hierzulande das mobile Bezahlen angeblich immer wieder kurz vor dem Durchbruch steht, konnte es sich bisher nicht wirklich flächendeckend etablieren. Es kommen zwar ständig neue mobile Bezahlverfahren auf den Markt, die als der große Durchbruch gefeiert werden, doch genauso schnell verschwinden auch Anbieter wieder vom Markt, die sich schon als vermeintliche Gewinner des Mobile-Payment-Trends etabliert hatten. Hierzu gehören Anbieter, wie zum Beispiel Cringle, SEQR/Glase oder Yapital, die es zwar geschafft hatten, eine relativ große Nutzerbasis aufzubauen und auch mit zahlreichen Partnern aus dem Einzelhandel zusammenzuarbeiten, die dann aber trotzdem von einem Tag auf den anderen wieder vom Markt verschwunden sind.

Der Umsatzanteil von Bargeld im stationären Handel schrumpft zwar seit Jahren und lag 2018 laut einer EHI-Studie [1] nur noch bei 50 Prozent des Gesamtumsatzes. Trotzdem überwiegt in Deutschland immer noch die Zahlung per Bargeld, denn nur 46,9 Prozent entfallen auf Kartenzahlungen, 2,5 Prozent auf Rechnungskauf und 0,6 Prozent auf sonstige Zahlungsarten wie Mobile Payments. Diese Tendenz bestätigt auch der Adyen Retail Report 2018 [2], nach dem lediglich 5 Prozent der Konsumenten in Deutschland schon einmal mit ihrem Smartphone im stationären Handel bezahlt haben. Hauptursache, dass die Deutschen so sehr an ihrem Bargeld hängen, ist, dass sie Angst vor Datenmissbrauch und Betrug haben. Auf der anderen Seite würden laut einer aktuellen YouGov-Erhebung [3] gerne 38 Prozent der Millenials in Deutschland beim Einkaufen mobil bezahlen können. Damit ist die Bereitschaft der 18- bis 34-Jährigen zum Bezahlen per Smartphone deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung, wo sie lediglich bei 25 Prozent liegt.

Ganz anders sieht es im Rest der Welt aus. Vorreiter in Sachen Mobile Payment ist China, wo die beiden Mobile Payment Dienste Alipay und WeChat Pay jeweils ca. eine Milliarde aktive Nutzer pro Monat aufweisen, und man vom Supermarkt über das Restaurant bis zum Straßenverkäufer überall damit bezahlen kann. Das geschieht üblicherweise durch einfaches Scannen eines QR-Codes mit dem Smartphone. Auch in vielen Entwicklungsländern, vor allem in Afrika, wo ein Großteil der Bevölkerung über kein herkömmliches Bankkonto verfügt, werden Mobile-Payment-Dienste wie M-Pesa intensiv genutzt und sind wesentlich weiter verbreitet als in Deutschland.

Vor Ort oder aus der Ferne

Grundsätzlich lässt sich Mobile Payment in zwei große Kategorien einteilen: Proximity Payments und Remote Payments. Beim Proximity Payment befinden sich beide Parteien der Transaktion – also der Käufer und der Verkäufer – physikalisch am selben Ort. Die Kommunikation, die erforderlich ist, um den Bezahlvorgang abzuwickeln, geschieht dann direkt entweder per Near Field Communication (NFC), QR-/Barcode oder anderen Funktechnologien, wie beispielsweise Bluetooth Low Energy (BLE). Es gibt auch rein präsenzbasierte Ansätze, bei denen per Geolocation überprüft wird, ob sich die beiden Parteien geografisch am selben Ort befinden.

Beim Remote Payment hingegen kann der Bezahlvorgang unabhängig vom Aufenthaltsort des Käufers abgewickelt werden. Hierbei wird entweder eine Netzwerkverbindung oder ein anderes Kommunikationsmedium wie SMS verwendet. Dieses Verfahren wird unter anderem im Mobile Banking, beim Bezahlen in einem Onlineshop oder beim Peer-to-Peer Payment (P2P) eingesetzt. Sowohl beim Proximity als auch Remote Payment kommt üblicherweise eine Mobile-App zum Einsatz, mit der der Bezahlvorgang gesteuert wird.

NFC, QR-Code oder MST

Für das Proximity Payment kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz, um mit dem Kassenterminal am sogenannten Point of Sale (POS) zu kommunizieren. Die zurzeit am häufigsten verwendete Technologie ist Near Field Communication (NFC). Diese Technologie wird auch beim kontaktlosen Bezahlen via Kreditkarte verwendet und ist inzwischen in vielen Kassenterminals verfügbar. Zum Teil sind Kassenterminals auch bereits mit der passenden Hardware ausgestattet, obwohl die Funktionalität noch nicht freigeschaltet ist. Die Verbreitung nimmt aber ständig zu, was auch dem Mobile Payment zugutekommt. Hierbei muss der Nutzer nach Aktivierung in der App lediglich sein Smartphone an das Kassenterminal halten, ohne es zu berühren, und der Bezahlvorgang wird dadurch autorisiert. In den meisten Fällen ist das in Deutschland bei Beträgen bis 25 Euro ohne Eingabe einer PIN am Kassenterminal möglich. Eine Reihe verschiedener Payment-Dienste, unter anderem Apple Pay und Google Pay, basiert auf dieser Technologie. Doch was bringt es dem Kunden nun, wenn er statt seiner Kreditkarte das Handy vor den Kartenleser hält? Zum einen geht man davon aus, dass der Käufer meistens sein Handy dabeihat, aber möglicherweise nicht immer sein Portemonnaie. Durch eine virtuelle Kreditkarte auf dem Handy ist diese also häufiger verfügbar. Zum anderen erhöht sich durch die Nutzung des NFC Payments via Handy die Sicherheit, da die NFC-Schnittstelle nur dann aktiviert ist, wenn der Nutzer sein Handy eingeschaltet und/oder es je nach Service per PIN oder biometrisch entsperrt hat. Zudem wird bei der Nutzung auf dem Handy im Gegensatz zur physikalischen Karte üblicherweise nicht die echte Kartennummer übertragen, sondern ein T...

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