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Mobile Technology
Mobiles Entwickeln mit dem Flutter SDK

Flutter-haft

Mobile Applikationen werden zurzeit häufig noch nativ für jede Plattform entwickelt. Für Android nutzt man beispielsweise Android Studio und schreibt mit Java oder Kotlin eine Applikationslogik. Für iOS wird dann die gleiche Logik in Objective-C oder Swift erneut implementiert. Doch das muss nicht sein.

Jonas Hungershausen, Lars Vogel


Dass zwei komplett getrennte Entwicklungslinien nicht effizient sind, hat auch Google erkannt und das Flutter SDK aus der Taufe gehoben. Damit ist die Entwicklung plattformübergreifender mobiler Applikationen möglich, die auf einer gemeinsamen Codebasis fußen. Dieses Framework werden wir im ersten Teil dieser Artikelserie vorstellen, um dann im zweiten Teil fortgeschrittene Konzepte vorzustellen.

Entstanden ist das Flutter SDK aus einem Experiment des Google-Chrome-Teams, das untersucht hat, ob man die Performance des Browsers verbessern kann, wenn man das traditionelle CSS-Layoutmodell ignoriert. 2015 wurde diese Engine auf der damaligen DartCon-Konferenz vorgestellt. Damit war es theoretisch möglich, mit unglaublichen 120 FPS (Frames per Second) auf Android zu zeichnen, wenn denn die Hardware schnell genug gewesen wäre. Dadurch motiviert, wurde im Anschluss an einem vollständigen SDK gearbeitet, das am 4. Dezember 2018 als Release 1.0 freigegeben wurde.

Technischer Unterbau

Wenn man mit dem Flutter SDK mobile Applikationen schreibt, nutzt man die Programmiersprache Dart, eine ehemalige JavaScript-Alternative aus dem Hause Google. Dart existiert schon länger und wurde der Welt bereits öfter feilgeboten, fand bisher aber kaum Akzeptanz. Inzwischen hat Google wohl sein AdWords Frontend auf Dart umgeschrieben und positioniert Dart mit Flutter wieder neu.

Dart ist eine effiziente Java- bzw. C#-nahe Sprache, die einige Features beinhaltet, die der Entwicklergemeinde das Leben leichter machen sollen. Dart in Kombination mit Flutter erfindet sicherlich nicht das Rad neu, hat aber im Vergleich zu Java die folgenden interessanten Eigenschaften:

Benannte und optionale Parameter: Methoden und Konstruktoren können Parameter als optional deklarieren. Aufrufer können gezielt Parameter angeben, die verwendet werden sollen. Damit kann eine Methode viele Parameter enthalten, der Aufrufer muss aber nur die relevanten mitgeben. Dadurch entfallen unnötige Parameterplatzhalter wie meineMethode(10, null, null, null, 4, null, null). Hot Reload: Änderungen im Quellcode werden in den meisten Fällen on the fly übernommen. Dadurch wird der Zyklus Änderung – Deployment – Test deutlich beschleunigt. Während sich das Bauen und das Deployment für die native Android-Entwicklung träge und altbacken anfühlen, mutet die Flutter-Entwicklung dynamisch und modern an. Rendering: Flutter übernimmt das komplette Rendering der Applikation. Dabei werden viele bekannte Widgets der Zielplattformen be...

Mobile Technology
Mobiles Entwickeln mit dem Flutter SDK

Flutter-haft

Mobile Applikationen werden zurzeit häufig noch nativ für jede Plattform entwickelt. Für Android nutzt man beispielsweise Android Studio und schreibt mit Java oder Kotlin eine Applikationslogik. Für iOS wird dann die gleiche Logik in Objective-C oder Swift erneut implementiert. Doch das muss nicht sein.

Jonas Hungershausen, Lars Vogel


Dass zwei komplett getrennte Entwicklungslinien nicht effizient sind, hat auch Google erkannt und das Flutter SDK aus der Taufe gehoben. Damit ist die Entwicklung plattformübergreifender mobiler Applikationen möglich, die auf einer gemeinsamen Codebasis fußen. Dieses Framework werden wir im ersten Teil dieser Artikelserie vorstellen, um dann im zweiten Teil fortgeschrittene Konzepte vorzustellen.

Entstanden ist das Flutter SDK aus einem Experiment des Google-Chrome-Teams, das untersucht hat, ob man die Performance des Browsers verbessern kann, wenn man das traditionelle CSS-Layoutmodell ignoriert. 2015 wurde diese Engine auf der damaligen DartCon-Konferenz vorgestellt. Damit war es theoretisch möglich, mit unglaublichen 120 FPS (Frames per Second) auf Android zu zeichnen, wenn denn die Hardware schnell genug gewesen wäre. Dadurch motiviert, wurde im Anschluss an einem vollständigen SDK gearbeitet, das am 4. Dezember 2018 als Release 1.0 freigegeben wurde.

Technischer Unterbau

Wenn man mit dem Flutter SDK mobile Applikationen schreibt, nutzt man die Programmiersprache Dart, eine ehemalige JavaScript-Alternative aus dem Hause Google. Dart existiert schon länger und wurde der Welt bereits öfter feilgeboten, fand bisher aber kaum Akzeptanz. Inzwischen hat Google wohl sein AdWords Frontend auf Dart umgeschrieben und positioniert Dart mit Flutter wieder neu.

Dart ist eine effiziente Java- bzw. C#-nahe Sprache, die einige Features beinhaltet, die der Entwicklergemeinde das Leben leichter machen sollen. Dart in Kombination mit Flutter erfindet sicherlich nicht das Rad neu, hat aber im Vergleich zu Java die folgenden interessanten Eigenschaften:

Benannte und optionale Parameter: Methoden und Konstruktoren können Parameter als optional deklarieren. Aufrufer können gezielt Parameter angeben, die verwendet werden sollen. Damit kann eine Methode viele Parameter enthalten, der Aufrufer muss aber nur die relevanten mitgeben. Dadurch entfallen unnötige Parameterplatzhalter wie meineMethode(10, null, null, null, 4, null, null). Hot Reload: Änderungen im Quellcode werden in den meisten Fällen on the fly übernommen. Dadurch wird der Zyklus Änderung – Deployment – Test deutlich beschleunigt. Während sich das Bauen und das Deployment für die native Android-Entwicklung träge und altbacken anfühlen, mutet die Flutter-Entwicklung dynamisch und modern an. Rendering: Flutter übernimmt das komplette Rendering der Applikation. Dabei werden viele bekannte Widgets der Zielplattformen be...

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