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Teil 2: Apps for Kids

Develop and Design for Kids


Die Zielgruppe „Kids“ beginnt kurz nach dem „Windelalter“ und endet bei jungen Erwachsenen. Was ist bei der Produktentwicklung wichtig? Welche gesetzlichen Bestimmungen sind zu beachten? Was können schon Fünfjährige, und welche Texte können Sie einem zehn Jahre alten Kind zumuten? Hinweise zur Gestaltung digitaler Produkte für Kinder lesen Sie hier.

In dieser Serie gehen wir auf die besonderen Ansprüche und Bedürfnisse ausgewählter Nutzergruppen ein. Bekanntermaßen sind der Content, die Bedienung und das Design bestmöglich auf die Nutzer auszurichten. Da es den einen Nutzer nicht gibt, muss man sich intensiv mit den Wünschen und dem typischen Verhalten von Nutzergruppen beschäftigen. Dazu steht eine Reihe von Methoden und Vorgehensweisen (Beobachtung, Interviews, Personas, Nutzermodelle, Studien usw.) zur Verfügung. Diese haben wir im ersten Teil der Serie genauer vorgestellt. Jetzt geht es um die Nutzergruppe der Kinder.

Heute geborene Kinder saugen gewissermaßen die Benutzung von Smartphone und Internet mit der Muttermilch auf. Bereits in der frühesten Kindheit wird diese Gruppe der Anwender damit vertraut gemacht, wie man mit diesen Technologien umgeht. In den App Stores findet man inzwischen eigene Rubriken mit Apps speziell für Kinder. Es sind nicht nur Spiele, sondern auch Apps zur Unterhaltung, zum Lernen oder zu durchaus sinnvoller Beschäftigung. In diesem Artikel geht es um Hinweise zur Auswahl des Contents und des Designs, um digitale Produkte für Kinder zu gestalten.

In die Welt der Kinder eintauchen

Kleinere Kinder leben in einer anderen, oft noch ein wenig zauberhaften Welt. Sie betrachten viele Dinge anders. Beispielsweise spielt der zeitliche Aspekt erst im jugendlichen Alter eine ähnliche Rolle wie bei Erwachsenen. Sie können i. d. R. noch ganz anders in ihre Beschäftigung eintauchen. Das gilt auch für die digitale Welt. An dieser Stelle stehen die Entwickler vor großen Herausforderungen. Wie schafft man es, brauchbare Apps für Kinder zu entwickeln? Eines steht fest: Um eine gute Anwendung für Kinder zu entwickeln, muss man sich in ihre Welt hineinversetzen. Auch hier ist Differenzierung notwendig. Kinder durchlaufen Entwicklungsstufen und verändern sich fortlaufend. Eine Anwendung muss daher genau auf das jeweilige Alter und den Wissensstand abgestimmt werden. Bürokratische Vorgaben kommen erschwerend hinzu. Es existieren Richtlinien und Normen, die man unbedingt beachten muss. Die Anforderungen an Software für Kinder unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von der Gestaltung der Apps und Webseiten für Erwachsene. Das betrifft u. a. das Handling, das Design, die Sprache, die Art der Interaktion und die Inhalte.

Angebot an Anwendungen für Kinder

Kinder sehen, wie die Eltern und Geschwister mit Smartphones und Tablets „spielen“ und möchten das ebenfalls tun. Heute steht eine unüberschaubare Anzahl von Apps für Kinder zur Verfügung: Kreativ-Apps, Lernprogramme, Spiele, animierte Bücher und Trickfilme. Die meisten Kinder sind von solchen Anwendungen fasziniert und immer bereit, sich damit zu beschäftigen. Trotzdem sollten Eltern stets ein Auge darauf haben, wenn ihre Kinder Smartphone, Tablet und Co. nutzen. Nicht jede Kinder-App eignet sich für alle Kinder. So kann Nutzung ohne Aufsicht dazu führen, dass Kinder mit Inhalten konfrontiert werden, die für ihre Altersgruppe unangemessen sind. Selbst wenn die Inhalte passen, können trotzdem plötzlich Werbeanzeigen erscheinen, kostenpflichtige Updates angeboten oder persönliche Daten erfragt werden. Entwarnung: Nicht alle Apps sind potenziell gefährlich. Es gibt durchaus pädagogisch anspruchsvolle Anwendungen, die die kreative Interaktion und Entwicklung fördern sowie wichtige Bezüge zur Lebenswirklichkeit herstellen. Es kommt aber auf das Ausmaß der Nutzung an. Dazu später mehr. Damit Eltern für eine sichere Nutzung von Apps und mobilen Geräten bei ihren Kindern sorgen können, müssen sie sich selbst gut auskennen. „Apps für Kinder – Angebote und Trendanalysen“ ist ein Projekt des Deutschen Jugendinstituts, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Datenbank „Apps für Kinder“ weiterzuentwickeln und auszubauen [1]. Die Untersuchungsschwerpunkte des Projekts sind:

  • Erstellung von aktuellen Trendanalysen

  • Einordnung des Themas in die Wissenschaft

  • Erarbeitung von Instrumenten zur Analyse von Kindersoftware

  • Vermittlung von Medienkompetenz

  • Analyse der Einsatzmöglichkeiten der Apps in Kindertageseinrichtungen

Die Projektergebnisse sowie die Datenbank werden ausgewählten medienpädagogisch engagierten Internetplattformen zur Verfügung gestellt. Die Datenbank enthält Apps mit konkreten Kategorien zur Orientierung: Spielspaß, pädagogische Bewertung, Sicherheit und Kosten, Bedienung und Technik. Man kann die Apps nach Stichwort, Zielgruppe, Genre, Themen und vorhandenen Betriebssystemen filtern: Ist die Anwendung für Kleinkinder, Kindergartenkinder, Vorschulkinder, Schulanfänger, eine bestimmte Sekundarstufe gedacht? Für die ganze Familie, ein bestimmtes Genre, bestimmte Themen und für welches Betriebssystem? (Abb. 1)

bochkor_kinder_apps_1.tif_fmt1.jpgAbb. 1: Datenbank des Deutschen Jugendinstituts für Apps für Kinder und Jugendliche

Ebenso ist es möglich, sich nur Apps anzeigen zu lassen, zu denen ein Erfahrungsbericht aus der pädagogischen Praxis vorhanden ist. In solchen Berichten sind Hinweise an Erzieher und Erzieherinnen für den bestmöglichen Einsatz und erforderliche technische Ausstattung enthalten.

Projekt „Apps für Kinder“: geprüft und empfohlen von einem Rezensentennetzwerk

Das Projekt „Apps für Kinder“ arbeitet mit einem externen Rezensentennetzwerk und mit zahlreichen Kooperationspartnern zusammen, u. a. mit der Stiftung Digitale Chancen, mit dem Verein Blickwechsel e. V., mit der Stiftung Lesen sowie mit der LPR-Trägergesellschaft für jugendschutz.net gGmbH [2].

Ziel kann beispielsweise sein, dass unsere Apps und digitalen Produkte als Empfehlung in einschlägigen Datenbanken gelistet werden, z. B. bei www.app-geprüft.net und www.surfen-ohne-risiko.net. Inmitten großer Produktvielfalt und zunehmender Undurchsichtigkeit der Label suchen Nutzer nach Orientierung. Eltern, Erzieher und Pädagogen greifen daher gern auf Kataloge und Empfehlungen von offizieller Seite zurück. Wird unsere App in einer solc...

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