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Teil 3: Deployment für Mobile Enterprise Computing

Zum Nutzer mit und ohne Store


Damit Mitarbeiter im Unternehmen ihre Aufgaben auch mobil erledigen können, müssen ihre Geräte mit einer entsprechenden Software bzw. mit geeigneten Apps ausgestattet sein. Für die Administration der Apps über das Mobile Application Management (MAM) gibt es – abhängig von den Zielen und Systemen – mehrere Lösungen.

Bereits im letzten Teil der Serie zum Thema Mobile Enterprise Computing haben wir die Fragen zur Bereitstellung von Software auf den mobilen Geräten kurz angesprochen. In diesem Artikel wollen wir diesen wichtigen Teil des Mobile Computing für Unternehmen noch genauer beleuchten.

Der Einsatz von mobilen Geräten in Unternehmen erfordert es, dass man die notwendige Software auf den Smartphones und Tablets seitens des Unternehmens bereitstellt. Welches Vorgehen dabei gewählt wird, ist von mehreren Faktoren abhängig. Entscheidend ist zum Beispiel das gewählte Einsatzszenario der mobilen Geräte. Das Spektrum der Verwendung ist sehr breit und reicht von der Nutzung als mobile Infostationen in den Geschäften, um zum Beispiel aktuelle Werbeanzeigen zu platzieren, bis hin zum Ersatz des Personal Computers für den mobil arbeitenden Mitarbeiter. Das Deployment der Apps auf den Geräten muss diese Anforderungen berücksichtigen. Ebenso sind die zu unterstützenden Systeme festzulegen. Für Smartphones und Tablets sind es die Betriebssysteme iOS (Apple) und Android (Google). Auf Tablets und kleinen Notebooks kommen noch Apps für die Universal Windows Platform (UWP) hinzu. Für alle drei Systeme gilt eine ähnliche Vorgehensweise, dennoch unterscheiden sich die Möglichkeiten der Softwarebereitstellung für Unternehmen im Detail.

Grundsätzlich: Store-Zwang

Grundsätzlich verlangen die Systeme iOS, Android und UWP die Nutzung der hauseigenen App Stores für die Verteilung der Apps. Apple, Google und Microsoft stellen zur Verteilung von Apps jeweils eine eigene Infrastruktur zur Verfügung. Der Zugang zu den Stores erfolgt über eigene Apps auf den Geräten, die jeweils vorinstalliert sind. Hersteller der Software können ihre Apps über die Developerportale der Betreiber bereitstellen und müssen dazu einen individuellen Prüf- und Zertifizierungsvorgang für die jeweilige App durchlaufen. Das Ausmaß der Prüfung für die Aufnahme in den Store unterscheidet die Plattformen. Es eint sie dagegen das Bemühen, dem Endanwender nur Software mit einem bestimmten Nutzen und einem Mindestmaß an Qualität zur Verfügung zu stellen. Ebenso soll damit die Verbreitung von Schadsoftware eingedämmt werden. Für die Verteilung von Apps für iOS ist zusätzlich eine kostenpflichtige Mitgliedschaft im Developerprogramm notwendig. Diese Art der Softwareverteilung richtet sich an Endkunden und ist für die unternehmerische Nutzung von Apps in der Regel alles andere als praktikabel (Tabelle 1). Zum einen sollten Apps für Unternehmen nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, zum anderen ist der Zertifizierungs- und Prüfprozess aus Sicht der Unternehmen nicht nur unnötig, sondern sogar hinderlich. Dabei auftretende Verzögerungen führen zu Behinderungen. Auch aus Gründen des Datenschutzes und der Datensicherheit ist ein öffentliches Verteilen von Enterprise-Apps nicht wünschenswert.

Vorteile

Nachteile

  • Apps stehen für Endanwender über einen Standardmechanismus von Apple zur Verfügung

  • Apps müssen nicht nach einem Jahr mit einem aktualisierten Provisioning Profile neu signiert und bereitgestellt werden (iOS)

  • Apps können selektiv für einzelne Länder freigeschaltet bzw. gesperrt werden

  • Apps können kostenpflichtig angeboten werden; der Storebetreiber verlangt eine Provisionsgebühr

  • Nutzung der Infrastruktur des Stores (Abwicklung der Zahlung, Versionsverwaltung, technische Bereitstellung, Informationen, …)

  • Nutzer benötigen einen Zugang, um auf den Store zugreifen zu können (Apple-ID, Google-Account, Microsoft-Konto)

  • App-Store-Zugang kann beim Einsatz einer Mobile-Device-Management-Lösung gesperrt sein

  • Vorgaben der Systeme und die Bedingungen zur Aufnahme in den Store müssen eingehalten werden

  • Storebetreiber können Apps für die Aufnahme in den Store ablehnen

  • Review- und Zertifizierungsprozesse führen zu Verzögerungen

  • Auswahl individueller Nutzergruppen nicht oder nur eingeschränkt möglich

  • ggf. bedenklich oder unmöglich aus Sicht des Datenschutzes

Tabelle 1: Vor- und Nachteile der Nutzung der zentralen App-Stores aus Sicht der Unternehmen

Um Apps für Unternehmen bereitzustellen, gibt es – je nach Plattform – unterschiedliche Ansätze, die ihre individuellen Vor- und Nachteile aufweisen. Dazu zählen:

  • Bereitstellung der Apps für die Zwecke der Entwicklung und zum Test: Auf allen Plattformen kann man Apps während der Entwicklung auf Developergeräten bereitstellen. Das ist jedoch für ein professionelles Deployment ungeeignet. Die Signierung der App als Voraussetzung für die Nu...

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