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Die Evolution der Wikis ist noch lange nicht abgeschlossen

BlueSpice meets MediaWiki


Genauso wie „Tempo“ für Taschentücher steht, sagen viele „Wikipedia“ und meinen Wiki. Kein anderes Projekt prägt die Vorstellung darüber, was ein Wiki ist, so wie die weltberühmte Onlineenzyklopädie.

So verwundert es nicht, dass die Wikipedia-Software MediaWiki als das Standardwiki angesehen werden kann. Daneben erfreut sich auch das gelungene DokuWiki großer Beliebtheit in der Open-Source-Community. Im Businessbereich gilt das proprietäre Confluence von Atlassian als Marktführer. Dennoch sprechen die Downloadzahlen eine deutliche Sprache: MediaWiki wird über 750 000 Mal im Jahr heruntergeladen. Das allein ist schon Indiz für die führende Rolle der Software nicht nur im Web, sondern auch in Organisationen und Unternehmen. Allerdings ist es in den letzten Jahren etwas still geworden um das MediaWiki. Die Wikimedia Foundation weiß, dass sie die Software etwas vernachlässigt hat. Doch das wird sich ändern, für das kommende Jahr sind viele Neuerungen angekündigt, unter anderem ein visueller Editor. Geht es nach Chefentwickler Brion Vibber, wird MediaWiki sogar die Möglichkeit bieten, dass Wiki-Artikel von mehreren Nutzern gleichzeitig bearbeitet werden können. Auch strukturierte Daten und ihre Auswertung sind Thema der MediaWiki-Entwickler. Es kommt Bewegung in die größte Wiki-Community der Welt.

Die Businesslücke

Dennoch, es klafft eine Lücke: MediaWiki ist für die Anforderungen der Wikimedia-Projekte optimiert, nicht aber für Unternehmen. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales bietet auf Wikia eine benutzerfreundlichere Version an, allerdings nur als Hosting-Service. Unternehmen, die professionell eigene Wikis betreiben wollen, bekommen weitere Unterstützung. Schon seit fünf Jahren füllt „Hallo Welt!“ die Businesslücke mit entsprechenden Erweiterungen und Lösungen. Vor eineinhalb Jahren fiel dann der Entschluss, eine neue und freie Open-Source-Software zu entwickeln, die die Erfahrungen der letzten Jahre bündelt. Das Ziel: Eine Enterprise-Distribution für MediaWiki. Dieser Schritt war längst überfällig, schließlich kann nicht nur die Unternehmenswelt, sondern auch das „wilde“ Web von den Entwicklungen in der Unternehmenswelt profitieren.

Neue Wiki-Generation

Das neue Projekt musste sich am dynamischen Umfeld orientieren. Lösungen wie Drupalwiki, Ickewiki, SemanticMediaWiki oder TWX-Wiki zeigen, dass neben den proprietären Lösungen eine neue Generation von Enterprise-Wikis heranwächst. Sie alle setzen auf bestehende Wiki-Plattformen auf, unterscheiden sich aber stark in Ausstattung und Support-Leistungen. Die BlueSpice-Distribution für MediaWiki will vor allem ein integriertes System schaffen. Die Erweiterungen und Module sollen technisch, aber auch inhaltlich aufeinander abgestimmt und miteinander kombinierbar sein. Nach eineinhalb Jahren Vorarbeit wurde Anfang Juli 2011 ein Stable-Release publiziert, mittlerweile gibt es schon die erste Patch-Version 1.0.1. BlueSpice besteht zum großen Teil aus Erweiterungen von „Hallo Welt!“, die bisher nicht frei verfügbar waren. Zusätzlich wurde eine Sammlung der wichtigsten Businesserweiterungen für MediaWiki zusammengestellt, zum Beispiel die Erweiterung für die Authentifizierung mit LDAP, der Import von RSS oder erweiterte Funktionen des Parsers für die Vorlagenprogrammierung. BlueSpice gibt es zunächst als „Aufsatz“ für bestehende MediaWikis. Eine komplette Version mit MediaWiki in einer virtuellen Maschine soll aber bis Ende des Jahres zum Download bereitstehen.

Systemvoraussetzungen

Die Distribution kommt mit Linux- und Mac-OS-Umgebungen sowie mit Windows zurecht. Auch bei den Webservern bekommt man das Wiki sowohl über Apache als auch mit IIS problemlos in den Browser. Lediglich die Datenbank MySQL war bisher für MediaWiki-Kunden obligatorisch. MediaWiki unterstützt zwar auch PostgreSQL und neuerdings sogar Oracle „experimen...

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