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Schnell starten mit Drupal 7 - was braucht man für eine Firmenwebsite?

Schnell starten mit Drupal 7 - was braucht man für eine Firmenwebsite?


Moderne Content-Management-Systeme bieten gewöhnlich schon Out of the Box die Möglichkeit, aus der frischen Installation eine Website zu erstellen. Je nach Anforderung und CMS deckt das Basissystem viele Funktionen ab. Was fehlt, wird mit Modulen nachgerüstet. Für eine praktische, leistungsfähige Drupal-Website kommt man mit diesen Modulen aus.

Drupal enthält im Kern viele Interaktionsmöglichkeiten mit Besuchern: Kommentare, Foren, RSS Feeds. Gehen wir aber einmal vom Fall einer klassischen Unternehmenswebsite aus, einer Website mit Kontaktformular, Sitemap, News und mehreren Menüs. Suchmaschinenfreundlich und einfach zu bedienen sollte sie auch sein. Im Idealfall sollten sich möglichst viele Anforderungen mit Core-Modulen lösen lassen, um Ressourcen zu schonen und Updates einfach zu machen. Mit der aktuellen Version 7 sind derzeit 5 673 Zusatzmodule kompatibel. Für viele Funktionen stehen mehrere Optionen zur Verfügung. In diesem Rundgang durch Drupal geht es darum, die Möglichkeiten des Kernsystems vorzustellen und ergänzende Module zu benennen.

Das Backend im Überblick

Was erwartet uns nach der Installation? Drupal baut auf Modularität. Viele Funktionen sind schon im Core vorhanden, werden aber bei der Installation nicht aktiviert, um die Performance zu optimieren. Drupal 7 bietet für das Backend ab Werk ein separates Theme („Seven“) an. Es ist auf administrative Aufgaben optimiert und wird als Overlay über die Frontend-Ansicht gelegt. Der Zugriff auf die Bereiche des Backends erfolgt über die Toolbar, das Administrationsmenü. Einen Schnelleinstieg in das Backend zeigt der gleichnamige Kasten.

Schnelleinstieg in das Backend

Wo finde ich was? Drupal hat wie jedes System so seine Eigenheiten. Nicht immer findet man Funktionen da, wo man sie vermutet. Das bietet das Administrationsmenü:

  • Dashboard: Ein konfigurierbares Dashboard

  • Inhalt: Erstellen, Ändern und Freischalten von Inhalten

  • Struktur: Zugriff auf die Websitestruktur; hier werden Menüs angelegt, Inhaltstypen konfiguriert und Blöcke verwaltet

  • Design: Themes freischalten und konfigurieren

  • Benutzer: Benutzer anlegen, Rollen verwalten und Rechte zuweisen

  • Module: Installieren, Freischalten und Aktualisieren von Core- und Zusatzmodulen

  • Konfiguration: Hier werden Kernfunktionen und Module konfiguriert

  • Berichte: Informationen über fällige Aktualisierungen, Suchbegriffe aus der Suche und Systemnachrichten

  • Hilfe: Informationen zu den Modulen

Suchmaschinenoptimierung – nicht nur sprechende URLs

Suchmaschinenfreundliche URLs sind noch keine SEO, doch die sollten gleich unter Konfiguration | Suche und Metadaten | Lesbare URLs aktiviert werden. Wenn der Server das Modul mod_rewrite bereitstellt, lassen sich die ursprünglichen Drupal-Pfade (z. B. q=node/123) in lesbarer Form darstellen (node/123). Um eine sinnvolle Websitestruktur mit Unterverzeichnissen und statischen Seiten abzubilden, kann man für jeden Inhalt – ob Seite, Artikel oder Forumspost – ein Alias hinterlegen. Sollte node/123 ein Tablet beschreiben, könnte die Produktseite z. B. über produkte/tablets/das-tablet.html erreichbar sein. Das Alias ist dabei unabhängig von der Menüstruktur. Inhalte werden erst nachträglich mit einem Menü verbunden.

Mit dem Modul Pathauto [1] lässt sich die Erstellung eines Alias automatisieren. Über Token wie [node:author]/[node:title] können z. B. Artikel nach ihrem Autor gefolgt vom Titel benannt werden. Für Seiten empfiehlt sich eine Automatisierung nicht, wenn man eine suchmaschinenfreundliche und gleichzeitig verständliche Struktur wie oben aufbauen möchte.

Der Seitentitel wird vom System mit dem Titel des Node sowie dem Namen der Website vorbelegt. Weitere für Suchmaschinen wichtige Angaben sind ab Werk nicht vorgesehen. Mit dem Modul Meta tag [2] lassen sich individuelle Title und Descriptions erstellen, so wie sie in den Search Engine Results Pages (SERPs) erscheinen sollen. Auch Canonical-Tag und Open Graph können jetzt genutzt werden.

Googles Rich Snippets machen Suchergebnisse informativer und attraktiver. Sie greifen unter anderem auf mit Resource Description Framework in attributes (RDFa) semantisch korrekt ausgezeichnete Inhalte zu. Für Inhalte und User stellt Drupal diese Auszeichnungen automatisch zur Verfügung. Vorausgesetzt, man hat ein suchmaschinenfreundliches Theme, sind die Weichen für Onpage-Optimierung gestellt. Das Modul XML site­map erstellt dann die standardkonformen XML-Dateien und sorgt dafür, dass sie regelmäßig aktualisiert an Google und Bing übertragen werden.

Kontrolle ist besser: Suchvorgänge auf der Web­site sind ein wichtiger Indikator für attraktive Themen, die man verfolgen sollte. Der Bericht zu den häufigsten Suchbegriffen (Berichte | Häufigste Suchbegriffe) listet auf, was Besucher auf der Website gesucht haben. Für weiteres Monitoring lassen sich Module verwenden, die Google Analytics und Piwik einbinden [3].

Themes: Nicht nur für die Optik

Drupal wird mit mehreren Themes für das Frontend ausgeliefert, die das System von Anfang an benutzbar machen. Ihr Manko: Keines gibt HTML5 aus, und sie bieten auch kein Responsive Design, wie es das aktuelle Standard-Theme von WordPress tut. Für den Produktivbetrieb wird man also entweder ein Subtheme erzeugen oder ein Theme komplett selbst erstellen [4].

Als Ausgangspunkt für Subthemes eignen sich ­Themes wie Boron, Zen, Omega, Boilerplate und Adaptive ­Theme [5]. Sie setzen nicht nur im Doctype, sondern auch im Code HTML5 um. Welches man wählt, hängt wohl vom eigenen Geschmack ab: Omega kommt mit 960 Grid System daher (flexibel und pixelbasiert), Adaptive Theme lässt sich im Backend sehr weitgehend konfigurieren, was auch einem Subtheme zugute kommen würde.

Ein neues Theme zu erstellen, ist denkbar einfach. Ein Verzeichnis meintheme mit der Datei meintheme.info reicht aus. Die .info-Datei muss praktisch nur den Namen des Themes und die Drupal-Version, für die es gültig ist, enthalten. Für die Kodierung und Formatierung der Inhalte greift Drupal jetzt auf die Basiseinstellung des Kerns zurück. Im Theme wird alles, was sich davon unterscheiden soll, überschrieben. Das System stellt z. B. für die Darstellung von Seiten im Verzeichnis modules/system die Vorlage page.tpl.php bereit...

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