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PHP Magazin
Interview mit Björn Schotte

Das Geheimnis des agilen Erfolgs

Agile Vorgehensweisen gehören in vielen Unternehmen zum Standard. Zahlreiche Projekte weltweit setzen auf Scrum, XP, Lean oder andere bekannte, aber häufig auch selbstgestrickte agile Methoden. Das Problem ist allerdings, dass nicht jedes Projekt erfolgreich ist, nur weil es auf agile Methoden setzt. Was vielen fehlt, ist die Bereitschaft, umzudenken. Genau darüber haben wir mit Björn Schotte gesprochen. Er erklärt, dass es nicht mehr genügt, in Projekten zu denken, und welche Fehler man bei der Einführung agiler Methoden noch machen kann.

Björn Schotte


PHP Magazin: Björn, du warst auf der IPC dieses Jahr mit einer Keynote vertreten. Erzähl uns doch bitte kurz, worum es da ging.Björn Schotte: Es ging um Products, not Projects. Wie der Titel schon sagt, geht es um einen kleinen Wandel, den wir schon seit einiger Zeit im Netz erleben, im Wesentlichen bei der Erstellung von Onlinesoftware/Mobile-Software. Ich will einfach mal ein bisschen polarisieren, zum Nachdenken anregen, warum Hersteller lieber in Produkten denken sollten als in Projekten.PM: Und, wieso sollten sie lieber in Produkten denken?Björn: Naja, sieh es mal so: Vor fünf bis zehn Jahren war es so, dass Unternehmen hauptsächlich irgendwelche Corporate Websites haben entwickeln lassen. Also mit TYPO, im Stile von „wir präsentieren uns, stellen uns dar, zeigen, was wir so machen“. Durch den fundamentalen Wandel, der gerade auch durch das Mobile-Umfeld und durch die flächendeckende DSL-Verfügbarkeit ausgelöst wird, wissen wir natürlich, dass das Netz allgegenwärtig ist und dass wir, speziell auch die jüngere Generation, einen ganzen Teil unseres Lebens durch das Netz organisieren und dementsprechend auch Software dafür nutzen. Solche Softwareprojekte – ich nenne es jetzt noch mal Projekte – setzen in der Herstellung immer einen Fokus auf ein finales Produkt.Tatsächlich ist es aber doch eigentlich so, dass so ein Produkt über viele Jahre genutzt wird, und meines Erachtens gehört dazu eben auch ein anderer Fokus bei der Herstellung von solch einem Produkt. Wenn also heute ein Unternehmen, ein Autohersteller zum Beispiel, einen Onlineshop für Autoersatzteile entwickeln möchte, dann sollte er bitte nicht in einem Rahmen eines Projekts denken, also im Sinne von „ich fange heute an und hör in drei Monaten auf und muss da nichts mehr investieren“. Häufig genug reden wir hierbei über Zyklen, die über sehr, sehr viele Jahre gehen. Und da braucht man eigentlich Product-Management-Know-how dafür.PM: Ist es denn vergleichbar mit der Produktpalette eines Automobilkonzerns, die zum Beispiel alle paar Jahre ein Redesign machen? Oder wie kann man sich das vorstellen?Björn: So ungefähr kann man sich das vorstellen, ja. Redesign ist ein gutes Stichwort, das kennt vielleicht der eine oder andere beim Erstellen von Corporate Websites. Da hieß es früher „Relaunch“ oder „Redesign“ – mittlerweile heißt es etwas abgeschwächt in den Marketingabteilungen nur noch „Rebrush“, weil man quasi einzelne Teile auf der Website irgendwie ein bisschen anders anpinselt.So ähnlich ka...

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Interview mit Björn Schotte

Das Geheimnis des agilen Erfolgs

Agile Vorgehensweisen gehören in vielen Unternehmen zum Standard. Zahlreiche Projekte weltweit setzen auf Scrum, XP, Lean oder andere bekannte, aber häufig auch selbstgestrickte agile Methoden. Das Problem ist allerdings, dass nicht jedes Projekt erfolgreich ist, nur weil es auf agile Methoden setzt. Was vielen fehlt, ist die Bereitschaft, umzudenken. Genau darüber haben wir mit Björn Schotte gesprochen. Er erklärt, dass es nicht mehr genügt, in Projekten zu denken, und welche Fehler man bei der Einführung agiler Methoden noch machen kann.

Björn Schotte


PHP Magazin: Björn, du warst auf der IPC dieses Jahr mit einer Keynote vertreten. Erzähl uns doch bitte kurz, worum es da ging.Björn Schotte: Es ging um Products, not Projects. Wie der Titel schon sagt, geht es um einen kleinen Wandel, den wir schon seit einiger Zeit im Netz erleben, im Wesentlichen bei der Erstellung von Onlinesoftware/Mobile-Software. Ich will einfach mal ein bisschen polarisieren, zum Nachdenken anregen, warum Hersteller lieber in Produkten denken sollten als in Projekten.PM: Und, wieso sollten sie lieber in Produkten denken?Björn: Naja, sieh es mal so: Vor fünf bis zehn Jahren war es so, dass Unternehmen hauptsächlich irgendwelche Corporate Websites haben entwickeln lassen. Also mit TYPO, im Stile von „wir präsentieren uns, stellen uns dar, zeigen, was wir so machen“. Durch den fundamentalen Wandel, der gerade auch durch das Mobile-Umfeld und durch die flächendeckende DSL-Verfügbarkeit ausgelöst wird, wissen wir natürlich, dass das Netz allgegenwärtig ist und dass wir, speziell auch die jüngere Generation, einen ganzen Teil unseres Lebens durch das Netz organisieren und dementsprechend auch Software dafür nutzen. Solche Softwareprojekte – ich nenne es jetzt noch mal Projekte – setzen in der Herstellung immer einen Fokus auf ein finales Produkt.Tatsächlich ist es aber doch eigentlich so, dass so ein Produkt über viele Jahre genutzt wird, und meines Erachtens gehört dazu eben auch ein anderer Fokus bei der Herstellung von solch einem Produkt. Wenn also heute ein Unternehmen, ein Autohersteller zum Beispiel, einen Onlineshop für Autoersatzteile entwickeln möchte, dann sollte er bitte nicht in einem Rahmen eines Projekts denken, also im Sinne von „ich fange heute an und hör in drei Monaten auf und muss da nichts mehr investieren“. Häufig genug reden wir hierbei über Zyklen, die über sehr, sehr viele Jahre gehen. Und da braucht man eigentlich Product-Management-Know-how dafür.PM: Ist es denn vergleichbar mit der Produktpalette eines Automobilkonzerns, die zum Beispiel alle paar Jahre ein Redesign machen? Oder wie kann man sich das vorstellen?Björn: So ungefähr kann man sich das vorstellen, ja. Redesign ist ein gutes Stichwort, das kennt vielleicht der eine oder andere beim Erstellen von Corporate Websites. Da hieß es früher „Relaunch“ oder „Redesign“ – mittlerweile heißt es etwas abgeschwächt in den Marketingabteilungen nur noch „Rebrush“, weil man quasi einzelne Teile auf der Website irgendwie ein bisschen anders anpinselt.So ähnlich ka...

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