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PHP Magazin
Onlinebanking und die Haftungsfragen

Die Bank und Du

Onlinebanking ist mit allen seinen Vorzügen nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken - genauso wenig wie alle seine Risiken.

Michael Rohrlich


Die Zeiten, in denen man sich nach der Arbeit noch abhetzen musste, um noch rechtzeitig innerhalb der Schalteröffnungszeiten zu seiner Bank zu kommen, nur um eine Überweisung zu tätigen oder die Buchungen der vergangenen Monate im Sparbuch nachtragen zu lassen, sind glücklicherweise vorbei. Die meisten alltäglichen Bankgeschäfte, wie Kontostandabfrage, Terminüberweisung oder Verwaltung des Wertpapierdepots, lassen sich inzwischen bequem vom heimischen PC oder gar per Tablet vom Sofa aus erledigen. Das spart Zeit, Nerven und Geld. Allerdings bringt moderne Technik in den allermeisten Fällen auch fast zwangsläufig Missbrauchsgefahren mit sich. Das zeigt sich unter anderem daran, dass auch Anfang 2014 noch immer gut 95 Prozent aller Geldautomaten weltweit unter Windows XP liefen (laut Bericht von „Businessweek“) oder dass EC-Karten und die entsprechenden Terminals in den Einzelhandelsgeschäften nicht zu 100 Prozent sicher sind. Die Schäden, die durch Manipulation von Geldautomaten, den Diebstahl von EC- und Kreditkarten oder auch durch das „Abfischen“ (das sog. „Phishing“) von PINs und TANs beim Onlinebanking verursacht werden, können mit schöner Regelmäßigkeit den Medien entnommen werden.

Strafrecht-Basics

Um sich der Frage nach der Strafbarkeit von Kreditkartendiebstahl, Automatenmanipulation, Zugangsdaten-Phishing und anderen Delikten zu nähern, muss man sinnvollerweise bei den Grundlagen des Strafrechts beginnen. Die meisten Straftaten, die im Zusammenhang mit elektronischem Bankverkehr verübt werden, sind unter den Begriff „Cybercrime“ zu fassen. Auf Deutsch nennt sich das Ganze dann Computerkriminalität. Dies umfasst alle Straftaten, die unter Ausnutzung der Informations- und Kommunikationstechnik oder gegen diese begangen werden. Cybercrime geht also letztlich noch über die reine „Bankkriminalität“ hinaus. Erst seit Anfang der 1980er Jahr gibt es spezielle Straftatbestände mit Zielrichtung auf kriminelle EDV-Nutzung. Zuvor war Hacking schlichtweg nicht strafbar. In der Praxis, also im Verbrechensbekämpfungsalltag, gibt es im Bereich der Computerkriminalität ein wesentliches Problem. Das Tatobjekt bzw. das/die Tatmittel sind unkörperlich, es geht also nicht um gestohlene Handtaschen oder um den Einbruch in ein Haus, sondern um Dateien und Datenströme. Und das wiederum bereitet den Ermittlungsbehörden zum Teil nicht unerhebliche Probleme. Typische Tatbestände der Computerkriminalität im Strafgesetzbuch (StGB) sind beispielsweise:

Computerbetrug (§ 263a S...

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Die Bank und Du

Onlinebanking ist mit allen seinen Vorzügen nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken - genauso wenig wie alle seine Risiken.

Michael Rohrlich


Die Zeiten, in denen man sich nach der Arbeit noch abhetzen musste, um noch rechtzeitig innerhalb der Schalteröffnungszeiten zu seiner Bank zu kommen, nur um eine Überweisung zu tätigen oder die Buchungen der vergangenen Monate im Sparbuch nachtragen zu lassen, sind glücklicherweise vorbei. Die meisten alltäglichen Bankgeschäfte, wie Kontostandabfrage, Terminüberweisung oder Verwaltung des Wertpapierdepots, lassen sich inzwischen bequem vom heimischen PC oder gar per Tablet vom Sofa aus erledigen. Das spart Zeit, Nerven und Geld. Allerdings bringt moderne Technik in den allermeisten Fällen auch fast zwangsläufig Missbrauchsgefahren mit sich. Das zeigt sich unter anderem daran, dass auch Anfang 2014 noch immer gut 95 Prozent aller Geldautomaten weltweit unter Windows XP liefen (laut Bericht von „Businessweek“) oder dass EC-Karten und die entsprechenden Terminals in den Einzelhandelsgeschäften nicht zu 100 Prozent sicher sind. Die Schäden, die durch Manipulation von Geldautomaten, den Diebstahl von EC- und Kreditkarten oder auch durch das „Abfischen“ (das sog. „Phishing“) von PINs und TANs beim Onlinebanking verursacht werden, können mit schöner Regelmäßigkeit den Medien entnommen werden.

Strafrecht-Basics

Um sich der Frage nach der Strafbarkeit von Kreditkartendiebstahl, Automatenmanipulation, Zugangsdaten-Phishing und anderen Delikten zu nähern, muss man sinnvollerweise bei den Grundlagen des Strafrechts beginnen. Die meisten Straftaten, die im Zusammenhang mit elektronischem Bankverkehr verübt werden, sind unter den Begriff „Cybercrime“ zu fassen. Auf Deutsch nennt sich das Ganze dann Computerkriminalität. Dies umfasst alle Straftaten, die unter Ausnutzung der Informations- und Kommunikationstechnik oder gegen diese begangen werden. Cybercrime geht also letztlich noch über die reine „Bankkriminalität“ hinaus. Erst seit Anfang der 1980er Jahr gibt es spezielle Straftatbestände mit Zielrichtung auf kriminelle EDV-Nutzung. Zuvor war Hacking schlichtweg nicht strafbar. In der Praxis, also im Verbrechensbekämpfungsalltag, gibt es im Bereich der Computerkriminalität ein wesentliches Problem. Das Tatobjekt bzw. das/die Tatmittel sind unkörperlich, es geht also nicht um gestohlene Handtaschen oder um den Einbruch in ein Haus, sondern um Dateien und Datenströme. Und das wiederum bereitet den Ermittlungsbehörden zum Teil nicht unerhebliche Probleme. Typische Tatbestände der Computerkriminalität im Strafgesetzbuch (StGB) sind beispielsweise:

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