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So verändert E-Commerce Geschäftsmodelle

Digitalisierung als Chance für den Handel


2015, so scheint es, ist das Thema Digitalisierung endgültig in Deutschland angekommen. Egal, ob wir das Ressort Politik, Wirtschaft oder Kultur einer beliebigen überregionalen Zeitung aufschlagen, überall springt es uns förmlich entgegen: Wie wir arbeiten, wie wir Musik hören, wie regiert wird, ja sogar wie wir Sport treiben – die digitale Transformation verändert unser Leben.

Die Digitalisierung verändert unser Leben auf gesellschaftlicher, politischer und auf wirtschaftlicher Ebene. Letzteres zeigt auch ein Blick auf die großen Messen unseres Landes: „d!conomy“, eine Kunstschöpfung aus „digital“ und „economy“ war beispielsweise das diesjährige Motto der CeBIT. „Integrated Industry: Join the network“ hieß es nur wenige Wochen später auf der Hannover Messe. Besucher waren sich schnell einig, dass es zwischen den beiden Veranstaltungen große inhaltliche Überschneidungen gab. Hier wie dort ging es um die digitale Transformation, die sich durch Industrie und Wirtschaft zieht. Die These, dass die Unterschiede zwischen der weltweit größten Messe für Informationstechnik und der weltweit bedeutendsten Industriemesse in den kommenden Jahren weiter abnehmen, die Gemeinsamkeiten hingegen wohl noch größer und offensichtlicher werden, ist alles andere als gewagt. Denn: An der Digitalisierung, die gerade erst begonnen hat, führt kein Weg vorbei.

Der Studie „Digital Transformation in Deutschland“ von Pierre Audoin Consultants (PAC) zufolge berichten bereits heute zwei Drittel der deutschen Unternehmen von deutlichen oder sogar disruptiven Auswirkungen der Digitalisierung. BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf hält die Bewältigung des digitalen Wandels sogar für die wichtigste Managementaufgabe unserer Zeit. Mit dieser Meinung steht er keineswegs alleine da. Bisher geht die Mehrheit der deutschen Unternehmen die Digitalisierung allerdings wenig strategisch an: Zwar setzen 58 Prozent einzelne digitale Projekte in ausgewählten Bereichen um, einem Großteil von ihnen fehlt jedoch eine unternehmensübergreifende Digitalisierungsstrategie.

Vorreiter in Sachen Digitalisierung: der Handel

Während so genannte Smart Factories mit sich gegenseitig und selbst steuernden Maschinen noch weitgehend Zukunftsmusik sind, ist die digitale Revolution im Handel schon in vollem Gange. Bereits jeder zehnte Euro wurde 2014 im Internet ausgegeben. Und die Erfolgsgeschichte des Onlineshoppings ist noch lange nicht zu Ende erzählt, ganz im Gegenteil: Allein im zweiten Quartal 2015 wurden gemäß einer Studie des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) im deutschen Onlinehandel 10,8 Milliarden Euro umgesetzt. Das sind 14 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zu spüren bekommen die Steigerungsraten im E-Commerce vor allem deutsche Innenstädte. Eine Umfrage unter 33 000 Kunden in 62 deutschen Städten, die das Institut für Handelsforschung (IFH) Anfang des Jahres veröffentlicht hat, ergab beispielsweise, dass schon heute jeder fünfte Innenstadtbesucher seltener durch die Einkaufsstraßen bummelt als früher. In einem Bericht der Bundesregierung vom April heißt es: „Viele Zentren sind mit Funktionsverlusten, Gebäudeleerständen und rückläufigen Nutzungsintensitäten konfrontiert.“ Der Studie „Stadt, Land, Handel 2020“ zufolge, die das IFH im August veröffentlicht hat, sind zudem allein in den nächsten fünf Jahren 45 000 weitere Ladengeschäfte gefährdet. Damit droht mehr als jedem zehnten Ladengeschäft die Schließung.

Doch nicht nur im Einzelhandel boomt der E-Com­merce. Auch immer mehr im B2B-Sektor tätige Unternehmen ergreifen die Chance, ihr Angebot für Geschäftspartner auch über das Internet zugänglich zu machen. Schon 2013 belief sich der B2B-Handel über Onlinekanäle in Deutschland auf 870 Milliarden Euro und somit auf mehr als das zwanzigfache des klassischen B2C-E-Commerce. Kundengewinnung und Umsatzsteigerung sowie die Optimierung von Serviceleistungen und Prozessen sind nur einige der Potenziale, die immer mehr B2B-Produzenten und -Anbieter darüber nachdenken lassen, ihren Vertrieb um einen digitalen Kanal zu erweitern. Laut der Ende letzten Jahres veröffentlichten Forrester-Studie „Building The B2B Omni-Channel Platform Of The Future“ gehen 52 Prozent der Geschäftskunden davon aus, bereits in rund zwei Jahren mindestens die Hälfte ihrer Einkäufe online zu tätigen. Die Studie „Cross-Channel im B2B-Handel“ zeigt zudem, dass das Internet mittlerweile das mit Abstand wichtigste Informationsmedium für Einkäufer ist.

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