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Breakpoint Wilson: Perfektionismus und Agilität - passt das?

Softwareentwickler und der Perfektionismus


In dieser Ausgabe des Breakpoint Wilson beschäftigen wir uns mit der Frage, ob der Perfektionismus softwareentwickelnder Menschen mit Agilität in Einklang steht.

Softwareentwickelnde Menschen sind Einhörner. Sie können bloße Luft in Gold verwandeln. Viele dieser sonderbaren Wesen entfalten erst bei Mondschein ihre Fähigkeiten, füttert man sie nach Mitternacht mit Koffein, verwandeln sie sich in Programmiermaschinen, deren Durst nach Problemlösungen erst gestillt ist, wenn sie kurz vor Sonnenaufgang erschöpft zu Boden sinken. Während dieser Zeit scheinen sie schier unbesiegbar zu sein; das behaupten sie zumindest von sich selbst. Doch die meisten dieser sonderbaren Wesen haben eine erhebliche Schwachstelle: Die Achillesferse softwareentwickelnder Menschen ist der Perfektionismus.

Steht der Perfektionismus der Agilität im Weg? Softwareentwicklung findet in erster Linie im Kopf statt. In der Regel wird erst nachgedacht, dann drauflos gehackt.

Selbstverständlich gibt es auch Menschen, deren Motto lautet „Weeks of coding can save hours of planing“ [Autor leider unbekannt], aber das ist eine andere Geschichte. Egal ob man nun zur ersten oder doch zur zweiten Kategorie gehört, neigen die meisten von uns dazu, riesige Luftschlösser und Elfenbeintürme in die Welt zu programmieren.

Perfektionismus

Hand aufs Herz: Jeder und jede von uns, der/die jemals halbwegs passioniert programmiert hat, kennt die eine oder andere Art perfektionistischen Programmierens. Dabei sind durchaus unterschiedliche Ausprägungen anzutreffen: Formatierungsneurotiker, OOP-Puristen, Astronautenarchitekten und viele weitere Stereotypen. Leugnen hilft nichts, früher oder später wird sich jeder einmal in einem dieser Muster wiedergefunden haben.

Warum ist das eigentlich so? Die deutsche Wikipedia meint zur Ursache von Perfektionismus Folgendes [1]: „Sowohl der psychologische Faktor ‚Neurotizismus‘ als auch die ‚Gewissenhaftigkeit‘, die beide mit dem Perfektionismus zusammenhängen, sind zu etwa 50 Prozent genetisch determiniert. So kann eine gewisse Neigung zum Perfektionismus angeboren sein […]. Zweitens ist Perfektionismus durch Umwelteinflüsse, also in erster Linie durch die Erziehung und die Peers, verstärkbar.“

Die Theorie genetisch bedingten Neurotizismus mag durchaus Hand und Fuß haben. Deshalb sollten wir nicht vergessen, dass sich der Wikipedia-Eintrag sehr allgemein auf das Thema Perfektionismus bezieht. Dabei spielen tiefe Traumata und ernsthafte psychische Krankheiten, wie zum Beispi...

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