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PHP Magazin
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Bücher: Datenbanken - Konzepte und Sprachen

Das auch als Biberbuch bezeichnete Werk von Heuer, Saake und Sattler gilt als Klassiker der Informatik. Die sechste Auflage möchte das rund 800 Seiten lange Werk an „aktuelle“ Bedürfnisse von Datenbankentwicklern anpassen, ohne dabei jedoch auf das Niveau von „SQL in 14 Tagen“ zu sinken. Beginnen wir mit dem Offensichtlichen: Wer das Werk bereits kennt, muss in der neuesten Auflage auf einige Inhalte verzichten. Sowohl die Informationen zu Data Warehousing als auch zur Implementierung von Datenbanksystemen liegen nun in separaten Werken vor, die man natürlich auch separat erwerben muss. Nach einer kurzen Verortung von Datenbanksystemen als Ganzes stellt Kapitel 2 die Grundlagen von SQL vor. Dieses Einführungsintermezzo dient als Einstieg in den ersten wirklichen Teil des Werks, der sich mit den Theorien und Konzepten hinter relationalen Datenbanken auseinandersetzt.

Tam Hanna


Das dritte Kapitel stellt verschiedene Sichtweisen auf die Datenbankarchitektur vor, während sich im vierten Kapitel alles um das Entity-Relationship-Modell dreht. Gerade Themen wie das ER-Modell, oder aber auch die im fünften Kapitel enthaltene relationale Algebra sind beim Design vernünftiger Datenbanken von eminentester Bedeutung: Wer sich den Umgang mit SQL und Co. autodidaktisch aneignet, hat hier oft Schwachstellen, die in der Praxis zu reduzierter Performance oder unnötigem Speicherplatzverbrauch führen können. Da all diese Theorie nichts bringt, wenn man sie nicht auf eine reale Datenbank loslässt, folgen sodann drei Kapitel, die sich nur mit dem Transfer des Wissens in die Praxis beschäftigen. Die Autoren beginnen mit einer Phasendarstellung des Datenbankentwurfs; der Prozess wird im nächsten Schritt auf relationale Datenbanken spezialisiert.Zu guter Letzt folgt am Ende des ersten Teils noch ein weiteres Kapitel, das zusätzliche SQL-Befehle vorstellt – die Einführung in Kapitel 2 beschränkte sich auf Abfragebefehle und ging nicht darauf ein, wie man mit den Schemata im RDBMS interagiert. Relationale Datenbanksysteme mögen durch Nutzung von SQL definiert sein – in der Praxis unterscheiden sich die verschiedenen Implementierungen stark, insbesondere im Bereich der von der jeweiligen Datenbank angebotenen Komfortfunktionen. Deren Betrachtung ist Thema des zweiten Abschnitts – interessant, dass auch die Datenbankanwendungsentwicklung und sogar alternative Abfragesprachen kurz erwähnt werden. Die Aushandlung von Rechtevergabe und Privacy ist ebenfalls brauchbar und gelungen.Zu guter Letzt folgt ein dritter Abschnitt, der sich auf die schöne neue Welt der modernen Datenbanken einschießt. Neben Systemen zur Verwaltung von Multimediainformationen geht das Werk auch auf objektrelationale Datenbanken, Graphdatenbanken und NoSQL-Datenbanken ein: Insbesondere zum letzten Kapitel gäbe es natürlich einiges mehr zu sagen, was sich in dem rund dreißig Seiten langen Abschnitt nicht unterbringen lässt.Fazit: Ein für diverse angelsächsische Rüstungs- und Beratungsunternehmen tätiger Kollege des Rezensenten sagte einst, dass er in seiner Praxis immer wieder geradezu schreckliche Datenbanksysteme findet, deren Aufbau jegliche Vernunft missen lässt. Das hier vorliegende Buch ist trotz der flotten Schreibe – schon ob der enormen Menge an enthaltenen Informationen – alles andere als bequem zu lesen. Wer sich allerdings die Zeit nimmt, einige Abende in das Werk zu inve...

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Bücher: Datenbanken - Konzepte und Sprachen

Das auch als Biberbuch bezeichnete Werk von Heuer, Saake und Sattler gilt als Klassiker der Informatik. Die sechste Auflage möchte das rund 800 Seiten lange Werk an „aktuelle“ Bedürfnisse von Datenbankentwicklern anpassen, ohne dabei jedoch auf das Niveau von „SQL in 14 Tagen“ zu sinken. Beginnen wir mit dem Offensichtlichen: Wer das Werk bereits kennt, muss in der neuesten Auflage auf einige Inhalte verzichten. Sowohl die Informationen zu Data Warehousing als auch zur Implementierung von Datenbanksystemen liegen nun in separaten Werken vor, die man natürlich auch separat erwerben muss. Nach einer kurzen Verortung von Datenbanksystemen als Ganzes stellt Kapitel 2 die Grundlagen von SQL vor. Dieses Einführungsintermezzo dient als Einstieg in den ersten wirklichen Teil des Werks, der sich mit den Theorien und Konzepten hinter relationalen Datenbanken auseinandersetzt.

Tam Hanna


Das dritte Kapitel stellt verschiedene Sichtweisen auf die Datenbankarchitektur vor, während sich im vierten Kapitel alles um das Entity-Relationship-Modell dreht. Gerade Themen wie das ER-Modell, oder aber auch die im fünften Kapitel enthaltene relationale Algebra sind beim Design vernünftiger Datenbanken von eminentester Bedeutung: Wer sich den Umgang mit SQL und Co. autodidaktisch aneignet, hat hier oft Schwachstellen, die in der Praxis zu reduzierter Performance oder unnötigem Speicherplatzverbrauch führen können. Da all diese Theorie nichts bringt, wenn man sie nicht auf eine reale Datenbank loslässt, folgen sodann drei Kapitel, die sich nur mit dem Transfer des Wissens in die Praxis beschäftigen. Die Autoren beginnen mit einer Phasendarstellung des Datenbankentwurfs; der Prozess wird im nächsten Schritt auf relationale Datenbanken spezialisiert.Zu guter Letzt folgt am Ende des ersten Teils noch ein weiteres Kapitel, das zusätzliche SQL-Befehle vorstellt – die Einführung in Kapitel 2 beschränkte sich auf Abfragebefehle und ging nicht darauf ein, wie man mit den Schemata im RDBMS interagiert. Relationale Datenbanksysteme mögen durch Nutzung von SQL definiert sein – in der Praxis unterscheiden sich die verschiedenen Implementierungen stark, insbesondere im Bereich der von der jeweiligen Datenbank angebotenen Komfortfunktionen. Deren Betrachtung ist Thema des zweiten Abschnitts – interessant, dass auch die Datenbankanwendungsentwicklung und sogar alternative Abfragesprachen kurz erwähnt werden. Die Aushandlung von Rechtevergabe und Privacy ist ebenfalls brauchbar und gelungen.Zu guter Letzt folgt ein dritter Abschnitt, der sich auf die schöne neue Welt der modernen Datenbanken einschießt. Neben Systemen zur Verwaltung von Multimediainformationen geht das Werk auch auf objektrelationale Datenbanken, Graphdatenbanken und NoSQL-Datenbanken ein: Insbesondere zum letzten Kapitel gäbe es natürlich einiges mehr zu sagen, was sich in dem rund dreißig Seiten langen Abschnitt nicht unterbringen lässt.Fazit: Ein für diverse angelsächsische Rüstungs- und Beratungsunternehmen tätiger Kollege des Rezensenten sagte einst, dass er in seiner Praxis immer wieder geradezu schreckliche Datenbanksysteme findet, deren Aufbau jegliche Vernunft missen lässt. Das hier vorliegende Buch ist trotz der flotten Schreibe – schon ob der enormen Menge an enthaltenen Informationen – alles andere als bequem zu lesen. Wer sich allerdings die Zeit nimmt, einige Abende in das Werk zu inve...

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