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Breakpoint Wilson: Heute schon gememet?

Meme im beruflichen Alltag


Meme sind hier nicht diverse mit weißer Schrift untertitelte Katzenbilder. Hinter Memen verstecken sich nämlich die Ideen hinter einer bestimmten Sache und sie bestimmen, wie man die Umwelt wahrnimmt. Das spiegelt sich dann etwa auch in der Unternehmenskultur und im Umgang miteinander wider.

Ein Sommerabend vor vielen Jahren. Ich stehe an der S-Bahn-Haltestelle und fahre gleich zu einem Konzert. Nachdem ich meinen Freunden schnell noch eine SMS mit meiner genauen Ankunftszeit geschreiben habe, verstaue ich das Handy in meiner Bauchtasche und balanciere den MP3-Player auf meinen Knien. Für zwei Gadgets sind die Taschen meiner labberigen Mesh-Shorts ungeeignet – und es sähe auch echt nicht so fresh aus. Beim Laufen würden links und rechts zwei klobige Klötze über meinen Beinen baumeln. Benutzen werde ich mein Mobiltelefon heute vermutlich nicht mehr. Also weg damit. Aus dem MP3-Player schreit Bricks von Rise Against. Ursprünglich hatte ich noch zwei weitere CDs gekauft, doch bin ich leider noch nicht dazu gekommen, die Alben in Audiodateien umzuwandeln. So begnüge ich mich mit den restlichen 700 MB an Songs – verrückt, was heutzutage auf so einen kleinen Stick passt.

Währenddessen fällt mir auf dem Bahnsteig gegenüber ein junger Mann auf. Er trägt ein grelles lila T-Shirt und ungewöhnlich wirkende, weiße In-Ear-Kopfhörer. Die Kopfhörer gefallen mir, doch mit dem T-Shirt kann ich gar nichts anfangen. Ich glaube nicht, dass sich die Farbe durchsetzt. Die Kopfhörer hingegen habe ich in letzter Zeit bereits vermehrt bei anderen Personen gesehen. Irgendwas Gutes scheint es mit den Kopfhörern auf sich zu haben. Auffällig häufig geworden sind die Stöpsel auf jeden Fall. Ich mache mir eine gedankliche Notiz und werde das später einmal genauer nachlesen. Vielleicht weiß jemand in einem Forum, was dahintersteckt.

Vorsicht ansteckend

Dass die Trends der weißen Kopfhörer jahrelang überleben und lila T-Shirts innerhalb eines Sommers wieder aussterben, hat System. Während Biologen und Psychologen das Ganze über sogenannte Spiegelneuronen erklären [1], versuchen Soziologen auf einer anderen Ebene ein Erklärungsmodell zu geben.

Letztere sprechen hierbei von sogenannten Memen. Damit sind nicht diverse mit weißer Schrift untertitelte Katzenbilder gemeint. Ein „Mem“ ist das immaterielle Gegenstück zu dem, was du vermutlich bereits als „Gen“ kennst. Die Betonung des mittleren „e“ ist übrigens dieselbe. Meme werden – je nachdem, in welcher sozialen Gruppe man sich gerade aufhält – erlernt oder verlernt. So ist es kein Wunder, dass wir im Arbeitsalltag eine ganze Menge davon haben und uns dessen meistens nicht mal bewusst sind. Schade, denn wenn du Bescheid weißt, was genau die Arbeitsweise deines Teams oder Unternehmens prägt, kannst du unter Umständen besser dazu beisteuern und der beste Job der Welt kann noch mehr Spaß machen. Deshalb lass uns die andere Hälfte mal aufschlüsseln.

Wikipedia definiert ein Gen als „Grundinformationen zur Herstellung einer biologisch aktiven Ribonukleinsäure (RNA)“ [2]. Eine RNA ist sozusagen die Datenstruktur aller Erbinformationen des Körpers. Sie kann der Instanziierung und der Ableitung dienen. RNA ist essenziell für das Wachstum deines Körpers und dafür, dass du dich fortpflanzen kannst – also fast wie bei einer Class Definition, bloß für menschliche Hardware.

Das Mem erfüllt einen ähnlichen Zweck, allerdings ist es rein immateriell. Ganz genau genommen wird ein Mem als die Idee hinter einer bestimmten Sache definiert, wie zum Beispiel der Monotheismus als Idee für die moderne Religion, wie wir sie bis heute kennen. Der Grundgedanke ist also sowas wie die RNA des Mems, aus dessen Bauplan alle weiteren konkreten Ausprägungen erwachsen können. Da Meme auf Gedanken basieren, können diese zwischen Menschen ausgetauscht werden. Das wiederum sorgt dafür, dass die mens...

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