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PHP Magazin
Wir müssen (über Geld) reden

Kolumne: Zeit für PHP

Liebe Leserin, lieber Leser, gleich zu Beginn muss ich euch etwas gestehen: Ich hatte den Abgabetermin dieser Kolumne vergessen. Und hätte ich sie rechtzeitig geschrieben, so wäre in ihr ein anderes Thema behandelt worden. Denn eigentlich gab es seitens des Verlags den Wunsch, dass ich etwas zum Thema Testen schreibe. Jetzt schreibe ich diese Kolumne aber später als geplant und kann, abweichend vom ursprünglichen Plan, ein aktuelles - vielleicht sogar akutes - Thema aufgreifen, das die PHP-Welt gerade sehr bewegt. Ich hoffe, Ihr seht es mir nach.

Sebastian Bergmann


In jedem IT-Projekt gibt es zwei Arten von Software: eine projektspezifische Anwendung sowie die generische Infrastruktur, ohne die die Anwendung nicht entwickelt und betrieben werden kann. Lasst uns diesen abstrakten Begriff der generischen Infrastruktur für ein PHP-Projekt konkret machen. Auf der Serverseite haben wir einen Webserver mit PHP, ob das jetzt ein veralteter Apache HTTPD mit PHP-Modul ist oder ein moderner NGINX mit FastCGI und PHP-FPM, das ist an dieser Stelle nicht relevant. Auf der Clientseite haben wir einen Webbrowser mit HTML-Renderer und JavaScript-Laufzeitumgebung. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit, da weder Webserver noch Webbrowser im Vakuum funktionieren. Der Full Stack einer Webanwendung ist noch viel größer als das, woran ein Full-Stack-Developer normalerweise denkt. Ohne Betriebssystem(kernel), sagen wir Linux, lässt sich auf der Serverhardware kein Webserver starten. Ohne glibc übrigens auch nicht. Und ohne GCC (oder einen anderen Compiler wie Clang) können weder NGINX noch PHP aus ihren C-Quellen übersetzt werden. Ähnliches gilt für die Clientseite. Und noch immer haben wir den Full Stack einer Webanwendung noch nicht vollständig umrissen, da uns sowohl für PHP als auch für JavaScript noch die entsprechenden Werkzeuge, Frameworks und Bibliotheken fehlen.Professionelle Arbeit ohne Bezahlung„Wer kann es sich erlauben, professionelle Arbeit ohne Bezahlung zu leisten?“ Diese Frage stellte Bill Gates bereits 1976 in seinem „Open Letter to Hobbyists“ [1], der als Meilenstein sowohl für herstellerabhängige Software als auch für freie Software gilt. In einer perfekten Welt könnten diejenigen, die an der von allen genutzten generischen Infrastruktur arbeiten, davon leben, das sie das tun. Aber die Welt ist nicht perfekt. Zwar werden einige Entwicklerinnen und Entwickler, die zum Linux-Kernel beitragen, von Unternehmen wie Red Hat bezahlt. Ähnlich sieht es auch beim Webbrowser Firefox aus. Im PHP-Ökosystem ist die Lage aber anders. Es gab eine Zeit, in der Contributors des PHP-Projekts wie Rasmus Lerdorf, Sara Golemon oder Andrei Zmievski von Yahoo angestellt wurden und einen Teil ihrer Arbeitszeit auf die Weiterentwicklung von PHP verwenden konnten. Die Firma Zend, die ursprünglich von zwei Contributors des PHP-Projekts gegründet worden war, hatte zuletzt nur noch einen Entwickler, der einen Teil seiner Arbeitszeit auf die Weiterentwicklung von PHP verwenden konnte. Mittlerweile ist auch der nicht mehr bei Zend beschäftigt. Akt...

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Wir müssen (über Geld) reden

Kolumne: Zeit für PHP

Liebe Leserin, lieber Leser, gleich zu Beginn muss ich euch etwas gestehen: Ich hatte den Abgabetermin dieser Kolumne vergessen. Und hätte ich sie rechtzeitig geschrieben, so wäre in ihr ein anderes Thema behandelt worden. Denn eigentlich gab es seitens des Verlags den Wunsch, dass ich etwas zum Thema Testen schreibe. Jetzt schreibe ich diese Kolumne aber später als geplant und kann, abweichend vom ursprünglichen Plan, ein aktuelles - vielleicht sogar akutes - Thema aufgreifen, das die PHP-Welt gerade sehr bewegt. Ich hoffe, Ihr seht es mir nach.

Sebastian Bergmann


In jedem IT-Projekt gibt es zwei Arten von Software: eine projektspezifische Anwendung sowie die generische Infrastruktur, ohne die die Anwendung nicht entwickelt und betrieben werden kann. Lasst uns diesen abstrakten Begriff der generischen Infrastruktur für ein PHP-Projekt konkret machen. Auf der Serverseite haben wir einen Webserver mit PHP, ob das jetzt ein veralteter Apache HTTPD mit PHP-Modul ist oder ein moderner NGINX mit FastCGI und PHP-FPM, das ist an dieser Stelle nicht relevant. Auf der Clientseite haben wir einen Webbrowser mit HTML-Renderer und JavaScript-Laufzeitumgebung. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit, da weder Webserver noch Webbrowser im Vakuum funktionieren. Der Full Stack einer Webanwendung ist noch viel größer als das, woran ein Full-Stack-Developer normalerweise denkt. Ohne Betriebssystem(kernel), sagen wir Linux, lässt sich auf der Serverhardware kein Webserver starten. Ohne glibc übrigens auch nicht. Und ohne GCC (oder einen anderen Compiler wie Clang) können weder NGINX noch PHP aus ihren C-Quellen übersetzt werden. Ähnliches gilt für die Clientseite. Und noch immer haben wir den Full Stack einer Webanwendung noch nicht vollständig umrissen, da uns sowohl für PHP als auch für JavaScript noch die entsprechenden Werkzeuge, Frameworks und Bibliotheken fehlen.Professionelle Arbeit ohne Bezahlung„Wer kann es sich erlauben, professionelle Arbeit ohne Bezahlung zu leisten?“ Diese Frage stellte Bill Gates bereits 1976 in seinem „Open Letter to Hobbyists“ [1], der als Meilenstein sowohl für herstellerabhängige Software als auch für freie Software gilt. In einer perfekten Welt könnten diejenigen, die an der von allen genutzten generischen Infrastruktur arbeiten, davon leben, das sie das tun. Aber die Welt ist nicht perfekt. Zwar werden einige Entwicklerinnen und Entwickler, die zum Linux-Kernel beitragen, von Unternehmen wie Red Hat bezahlt. Ähnlich sieht es auch beim Webbrowser Firefox aus. Im PHP-Ökosystem ist die Lage aber anders. Es gab eine Zeit, in der Contributors des PHP-Projekts wie Rasmus Lerdorf, Sara Golemon oder Andrei Zmievski von Yahoo angestellt wurden und einen Teil ihrer Arbeitszeit auf die Weiterentwicklung von PHP verwenden konnten. Die Firma Zend, die ursprünglich von zwei Contributors des PHP-Projekts gegründet worden war, hatte zuletzt nur noch einen Entwickler, der einen Teil seiner Arbeitszeit auf die Weiterentwicklung von PHP verwenden konnte. Mittlerweile ist auch der nicht mehr bei Zend beschäftigt. Akt...

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