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Joomla! zeigt sich in Version 1.7 deutlich verbessert

Grüße aus dem Schattenreich


Lange Zeit belächelt, ist Joomla! Schritt für Schritt aus dem Schatten seiner Konkurrenz getreten und hat sich mittlerweile zu einem ernstzunehmenden Content-Management-System entwickelt. Vor allem die mit den beiden Versionen 1.6 und 1.7 eingeführten Neuerungen lassen die Lücke zwischen Joomla! und anderen CM-Systemen wie TYPO3 deutlich kleiner werden. Gerade die neuen Möglichkeiten der Inhaltsstrukturierung und die verbesserte Benutzerverwaltung, die ihren Namen nun endlich wirklich verdient, stimmen die Entwicklergemeinde positiv. In diesem Artikel wird ein prüfender Blick auf den aktuellsten Joomla!-Spross geworfen.

Ein Gerücht hält sich seit Jahren hartnäckig und wird wie ein Mantra wiederholt: Joomla! [1] eigne sich nur für kleinere bis mittelgroße Webseiten, sobald die Seiten eine gewisse Größe erreichen, stoße es an seine Grenzen. Bei hochfrequentierten Webseiten fällt daher die Wahl oft auf TYPO3. So verbreitet diese Ansicht sein mag, falsch ist sie dennoch. Denn längst beweisen beispielsweise die Harvard-Universität [2], Danone [3], die UNO in Deutschland [4] und viele andere mehr, dass Joomla! längst auch für große Aufgaben bestens gerüstet ist.

Neue Releasezyklen

Joomla! hatte (und hat) nicht immer den besten Ruf unter Webentwicklern. Ein Grund dafür waren die in der Vergangenheit nicht vorhersehbaren Releasezyklen. Das soll sich nun ändern. Und in der Tat gibt es bereits einige positive Anzeigen. So hielt man sich penibel an die angekündigten Releasedaten für Joomla! 1.6 und 1.7. Und auch die für Anfang 2012 anstehende 2.5er-Version wird wohl pünktlich veröffentlicht werden. Verwirrung stiftete in den vergangenen Monaten sicherlich die nur kurze Lebensphase von Joomla! 1.6. Dabei war diese Version allerdings von Anfang an nur als Übergangsmodell gedacht, das seit einiger Zeit auch nicht mehr weiterentwickelt wird. Mit der Veröffentlichung von Joomla! 1.7 wurden im Vergleich zur 1.6er-Version lediglich einige Sicherheitsaspekte verbessert und kleinere Neuerungen integriert. Der Umstieg auf 1.6 ist daher im Nachhinein nicht zwingend nötig gewesen, was von offizieller Joomla!-Seite in dieser Form leider nicht kommuniziert wurde. Wer einen Umstieg von Joomla! 1.5 plant, kann also direkt auf 1.7 aktualisieren. Fortan sollen kontinuierlich Standard Support Releases (SSR) veröffentlicht werden. Ob ein zu schneller Aktualisierungsrhythmus die richtige Strategie ist, wird sich allerdings erst noch zeigen. Denn spätestens wenn Entwickler ihren Kunden alle fünf Monate begreiflich machen müssen, dass schon wieder ein neues Major-Release veröffentlicht wurde, auf das umgestiegen werden sollte, wird es Diskussionsbedarf geben [5].

Neue Inhaltsverwaltung

Unter Joomla! gab es über viele Jahre eine Dreiteilung der Inhalte in Beiträge, Kategorien und Bereiche. Seit Version 1.6 gibt es diese Struktur nicht mehr. Ab sofort lassen sich Beiträge ausschließlich anhand von Kategorien einteilen. Diese Kategorien können beliebig tief verschachtelt werden, wodurch das neue Inhaltssystem deutlich flexibler ist (ohnehin war die Aufteilung in Kategorien und Bereiche für viele Anwender nur schwer nachvollziehbar, da der Sinn der Bereiche oft nicht verstanden und dieses Strukturierungsmittel dann falsch eingesetzt wurde).

Besserer Frontend-Code

Der von Joomla! im Frontend generierte Code ist deutlich besser und barriereärmer geworden. Zwar konnte man auch in Joomla! 1.5 ein gewisses Maß an Barrierefreiheit erreichen, das funktionierte allerdings nicht mit Bordmitteln, vielmehr musste die Frontend-Ausgabe mittels Overrides überschrieben werden. Die gibt es zwar immer noch, sie sind aber für die Barrierefreiheit nicht mehr zwingend nötig.

Sicherheit und Updates

In Sachen Sicherheit sieht sich Joomla! immer wieder Kritik ausgesetzt, was absolut berechtigt ist, da in der Vergangenheit in schöner Regelmäßigkeit gravierende Sicherheitslücken entdeckt wurden. Seitenbetreiber sahen sich vor allem Defracment-Angriffen ausgesetzt (wenngleich das kein rein Joomla!-spezifisches Phänomen ist). Schuld an diesen Problemen ist allerdings nicht immer Joomla! selbst gewesen, oft waren es schlecht programmierte Exten­sions, die Angriffe überhaupt erst möglich machten. Aber auch die Anwender halfen kräftig dabei mit, Systeme unsicher zu machen. So wurden zwar meistens die offiziellen Joomla!-Updates installiert, die Updates für die Extensions aber nicht. Seit Version 1.6 bringt Joomla! daher eine halbautomatische Updatefunktion mit, die die Installation von Updates für das System selbst und für installierte Erweiterungen ermöglicht. Bei den Extensions funktioniert diese Funktion allerdings nur, wenn die Extension-Entwickler mithelfen, was momentan jedoch leider nicht sehr oft passiert.

Änderungen bei den Templates

Auch bei den Templates hat sich eine ganze Menge getan (was übrigens auch dazu führt, dass Templates, die für ältere Joomla!-Versionen entwickelt wurden, nicht mehr unter Joomla! 1.6 und 1.7 laufen). Die Unterschiede sind allerdings recht marginal, sodass ein Anpassen älterer Templates normalerweise problemlos machbar ist. Die meisten Änderungen betreffen die templateDetails.xml. Darin muss der alte Dokumenttyp <!DOCTYPE install PUBLIC "-//Joomla! 1.5//DTD template 1.0//EN" "http://dev.joomla.org/xml/1.5/template-install.dtd"> in <!DOCTYPE install PUBLIC "-//Joomla! 1.6//DTD template 1.0//EN" "http://www.joomla.org/xml/dtd/1.6/template-install.dtd"> geändert werden. Dabei greift übrigens auch Joomla! 1.7 auf die DTD von Joomla! 1.6 zu, es handelt sich hier also mitnichten um einen Tippfehler. Joomla! behandelt Templates als Extensions. Dieser Umstand spiegelt sich auch im Wurzelelement der templateDetails.xml wider: <extension version="1.7" type="template" client="site">. Über dieses Element und dessen Attribute wird dem Installer mitgeteilt, dass es sich bei der installierten Erweiterung um ein Frontend Template für Joomla! 1.7 handelt.

Eine Arbeitserleichterung gibt es hinsichtlich des files-Bereich, in dem sämtliche zum Template gehörenden Dateien und Verzeichnisse angegeben werden müssen: Ab sofort genügt es, die Namen der Unterverzeichnisse zu notieren. Die darin enthaltenen Dateien werden vom Installer erkannt und a...

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