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Haftung für Hyperlinks

Haftung für Hyperlinks


Verlinkungen sind als „Baugerüst“ des Internets notwendige Voraussetzung für dessen Bedeutung. Aber auch hier lauern juristische Fallen. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wo.

Das Medium Internet würde ohne die Verlinkung der einzelnen Websites untereinander sicherlich nicht funktionieren. Hyperlinks machen aus einem normalen Text einen Inhalt mit der Möglichkeit, weiterführende passende Informationen zu erhalten. Die Navigation kann innerhalb einer Site vor- und rückwärts erfolgen. Es können externe Inhalte mit nur einem Mausklick erreicht werden. All dies funktioniert mit einem auf Papier geschriebenen Text natürlich nicht. Hinzu kommt der Umstand, dass auch multimediale Onlineinhalte an der Tagesordnung sind, sodass eine Recherche im World Wide Web inzwischen sogar richtig Spaß macht.

Und dennoch: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Werden beispielsweise rechtswidrige Websites verlinkt, kann es mitunter so sein, dass nicht nur der betreffende Site-Betreiber für seine Inhalte haftbar gemacht werden kann, sondern unter Umständen auch derjenige, der auf sie verlinkt. Als rechtswidrig gelten u. a. folgende Websites bzw. deren Inhalte:

  • Unberechtigte Nutzung fremder, urheberrechtlich geschützter Inhalte („Content-Klau“)

  • Verstöße gegen fremde Namens- bzw. Markenrechte

  • Rechtswidrige Nutzung von Domainnamen

  • Unlauteres Wettbewerbsverhalten

  • Strafrechtlich relevante Inhalte (Beleidigungen, Drohungen, pornografisches oder Propagandamaterial etc.)

So hat z. B. der Bundesgerichtshof entschieden, dass die Verlinkung auf urheberrechtswidrige Inhalte einer Internetseite einen Schadensersatzanspruch des Urhebers auslösen kann (Beschluss vom 03.02.2011, Aktenzeichen: I ZR 17/07). Im Falle von Verlinkungen im Rahmen von Suchergebnissen bei Google & Co. macht die Rechtsprechung allerdings eine Ausnahme. Denn bei durch Software automatisiert erzeugten Hyperlinks greifen die einschlägigen Haftungsregeln nicht, da hier nicht „mit Wissen und Wollen“ verlinkt wird. Als Ausnahme der Ausnahme zählen allerdings u. a. die so genannten „sponsored links“, bei denen eine Einflussmöglichkeit der Anzeigenkunden gegeben ist. Fazit: Suchmaschinenbetreiber sind in den meisten Fällen von einer Link-Haftung befreit, in Ausnahmefällen können aber gegebenenfalls die Auftraggeber von Onlinewerbungen zur Verantwortung gezogen werden.

Grundsatz

Die Problematik, ob eine ungefragte Verlinkung fremder Internetseiten überhaupt zulässig ist, war schon einmal Gegenstand einer gerichtlichen Auseinanderse...

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