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Wie man dem Spuk der Barrierearmut ein Ende bereitet

Der Geist der Barrierefreiheit


Während der Entwicklungszeit einer neuen Webseite oder Webanwendung geistert in den Räumen von Fachseite, Designern und Entwicklern hin und wieder das Thema Barrierefreiheit umher. Immer mal wieder steht es hinter einem – schemenhaft und angsteinflößend – aber kaum dreht man sich um, ist der Geist weg. Es bleibt nur das beklemmende Gefühl, dass da was ist – etwas, das nach Aufmerksamkeit verlangt.

Meist ignorieren wir dieses Gefühl, denn das Beschäftigen mit dem Thema kostet uns nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Das schöne Design könnte ja gebrochen werden müssen, oder die Entwickler müssen dreifach so viel Code produzieren. Und anstatt das Thema aktiv anzugehen, spukt es weiter. Aber was passiert, wenn man Geister zu lange ignoriert? Sie werden aggressiver. Was in unserem Fall bedeutet, dass es teurer wird, unsere Anwendungen nachzurüsten.

Je nachdem, in welchem Umfeld wir uns befinden, ist es heute allein schon von Gesetzeswegen unumgänglich, barrierefreies oder zumindest barrierearmes Design und HTML zu produzieren. So sorgt die „Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz“ (kurz BITV) von 2002 dafür, dass sich sämtliche digitale IT-Auftritte aller Behörden der Bundesverwaltung mit diesem Thema ausführlich beschäftigen müssen. Das BITV basiert ursprünglich auf dem WCAG 1.0 (von 1999), seit 2008 ist hier aber bereits die Version 2.0 der WCAG – Web Content Accessibility Guidelines [1] veröffentlicht. Die WCAG-Richtlinien kategorisieren die Anforderungen nach drei Stufen. Anforderungen aus Level A müssen umgesetzt werden, während die Forderungen des Level AA umgesetzt werden sollten und Anforderungen der Einstufung in Level AAA realisiert werden können. 2011 trat dann auch die BITV2 in Kraft, die im Grunde die WCAG-2.0-Regeln umstrukturiert, in zwei anstelle von drei Stufen eingliedert. Aber warum gelten diese Regeln nur für Seiten von Bundesbehörden, und warum nicht auch für andere?

Ein Grund, weswegen viele Anbieter von Webinhalten das Thema vernachlässigen, basiert auf der Fehleinschätzung, dass es für digitale Medien nur Bildschirm und Drucker als Ausgabemedium gibt und daher gerade blinde und stark sehbehinderte Menschen diese nicht nutzen. Ein zweiter Grund ist das Unterschätzen der Größe des Personenkreises, der auf eingeschränkte Art und Weise Inhalte wahrnimmt. Laut der International Agency for the Prevention of Blindness (IAPB) [2] sind ca. 285 Millionen Menschen weltweit visuell beeint...

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