© istockphoto.com/matejkotula
Das kann die TYPO3-Extension Aimeos

Enterprise-CMS = Enterprise-Commerce?


TYPO3 bezeichnet sich selbst als Enterprise-CMS, das den Anforderungen großer Unternehmen gewachsen ist. Die bisher verfügbaren E-Commerce-Erweiterungen konnten diesen Anforderungen – vor allem in der Wahrnehmung Dritter – bis jetzt nicht gerecht werden, sodass häufig Systeme wie Magento parallel zum Einsatz kamen.

Shoperweiterungen für TYPO3 existieren schon fast so lange, wie es das CMS selbst gibt; die bekanntesten dürften wohl tt_products, commerce und multishop sein. Viele sind aus Kundenprojekten heraus entstanden, die anschließend weiter ausgebaut und an neue Anforderungen angepasst wurden. Leider führt das ohne eine passende Architektur und automatisierte Tests zu Software, die sich irgendwann nur noch schwer an sich verändernde Rahmenbedingungen anpassen lässt. Der Aufwand für Änderungen steigt somit immer weiter an, und auch Performanceprobleme lassen nicht lange auf sich warten.

Die Platzhirsche der Open-Source-E-Commerce-Szene – in Deutschland sind das Magento, OXID und Shopware – mögen zwar auch die eine oder andere Schwäche in ihrer Architektur aufweisen, doch in zwei Punkten sind sie deutlich besser aufgestellt: Zum einen können kundenspezifische Anpassungen leichter und damit kostengünstiger umgesetzt werden; zum anderen wurden sie bereits auf größere Produktmengen bei vertretbaren Antwortzeiten optimiert – und sei es nur durch den massiven Einsatz von Caching. Diese „Standalone“-Systeme kann man mit Datensilos vergleichen, die zwar mit externen Systemen über Schnittstellen bestimmte Daten austauschen können, sich aber nicht in andere Applikationen integrieren wollen. Gleichzeitig sind sie nur auf die Verwaltung von Produkten optimiert, sodass die Gestaltung redaktioneller Inhalte sehr schnell zum Problem wird. Hierfür wäre ein Content-Management-System wie TYPO3 natürlich perfekt geeignet.

Beide Systeme trotzdem zu verbinden, führt zu einer Vielzahl von Herausforderungen. Wer schon einmal ein gemeinsames Log-in oder gemeinsame Nutzersessions zwischen einer Shopapplikation und einem CMS realisieren wollte, kennt das Problem. Die Produktdaten des Shops in TYPO3 einzubetten, ist auch nicht die einfachste Aufgabe. Zwar existieren Lösungen wie TOXID und ShopFusion, die einiges möglich machen, doch bringen sie selbst Nachteile mit sich, die es abzuwägen gilt. Es wird jedoch immer wichtiger, die Kunden über gute Inhalte zu den Produkten zu führen. Das können zum Beispiel Produktvergleiche, ausführliche Tests oder auch die Geschichte hinter hochwertigen Produkten sein, aus denen man sie direkt bestellen kann. Einen Webshop mit ein paar Produktdaten und -bildern zu füllen und durch Werbung angelockte Besucher zum Kaufen zu animieren, funktioniert höchstens noch über extrem niedrige Preise. Die Konkurrenz im Internet ist vielfältig und nur einen Klick entfernt. Deshalb kommt den Inhalten eine immer größere Bedeutung zu, und auch die Suchmaschinen honorieren sie mit deutlichen Pluspunkten beim Ranking.

Um das Thema „Content-Commerce“ hat sich inzwischen eine ganze Industrie gebildet. Mit Shopware ist auch ein großer Player in Deutschland mit Version 5 seiner Software auf den Zug aufgesprungen. Darin enthalten ist ein „Story-Telling“-Feature, das aber nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Content-Commerce darstellt und mit einem mächtigen CMS wie TYPO3 bei Weitem nicht mithalten kann.

Aimeos?

Mit der Extension Aimeos ist zum ersten Mal eine TYPO3-­Erweiterung verfügbar [1], die auf große Produktmengen und niedrige Antwortzeiten optimiert ist, sowie den notwendigen Funktionsumfang und die benötigte Flexibilität für Enterprise-Anwendungen mitbringt. Sie ist auch als besonders einfach zu installierende TYPO3-Distribution erhältlich [2], mit der sich ein vollständig lauffähiger Webshop inklusive Demodaten innerhalb weniger Minuten installieren lässt.

Grundlage für die Extension ist eine PHP-E-Commerce-Bibliothek namens Aimeos Core [3], die alle Shopfunktionalitäten in integrierbare Komponenten kapselt. Das umfasst zum Beispiel Listen- und Detailansicht, den Warenkorb, Check-out-Prozess und MyAccount-Bereich sowie weitere notwendige Teile eines Shops. Insgesamt gibt es derzeit neunzehn verschiedene Komponenten für die jeweiligen Funktionen innerhalb des Systems – inklusive derer für die Generierung der E-Mails. Die E-Commerce-Bibliothek konzentriert sich dabei auf das Wesentliche eines Shopsystems: die möglichst gute Präsentation und den effektiven Verkauf der Produkte. Daher sind auch umfangreiche Methoden des Up- und Cross-Sellings enthalten, und natürlich darf auch der berühmte „Kunden kauften auch ...“-Algorithmus nicht fehlen. Im Gegensatz zu den Standalone-Shopsystemen gibt es aber keine rudimentären Funktionen einer Warenwirtschaft oder eines CRM-Systems. Im Enterprise-Bereich werden dafür fast ausschließlich spezialisierte Systeme eingesetzt, die mittels Adapter an vorhandene Schnittstellen angebunden werden können.

Ursprünglich aus einem anderen Projekt hervorgegangen, dessen Anfänge bis in das Jahr 2008 zurückreichen, bildet die E-Commerce-Bibliothek jetzt die Basis für eine ganze Reihe von Teilprojekten. So steht dieselbe Funktionalität 1:1 auch als Flow- und Laravel-Package sowie als Symfony 2 Bundle und als Zend-Framework-Adapter zur Verfügung [4]. Nur die zusätzlichen Möglichkeiten, die ein CMS wie TYPO3 bietet, fehlen diesen Varianten. Grundsätzlich kann der Aimeos Core in jedes PHP-Framework oder jede Applikation eingebunden werden; weitere Integrationen in andere Content-Management-Systeme wurden bereits begonnen oder sind geplant. Dabei sind die Komponenten so flexibel und granular ausgelegt, dass sie nicht nur für den typischen Verkauf von Standardware geeignet sind, sondern an fast beliebige Szenarien angepasst und um die notwendigen Daten erweitert werden können. So kam die ursprüngliche Version der Bibliothek zum Beispiel schon für die Vermietung von Ferienhäusern oder den Verkauf von Onlinekursen zum Einsatz.

Philosophie

Aimeos ist auf Geschwindigkeit und geringe Antwortzeiten optimiert – auch ohne Caching. Ein Grund dafür waren unter anderem die Performanceprobleme und der enorme Ressourcenverbrauch, die der praktische Einsatz von Magento in größeren Installationen mit sich brachte. Das Ziel ist es daher, mit wenig Speicher eine große Anzahl von Anfragen ohne Cache innerhalb von wenigen 100 ms beantworten zu können. Mit Content-Caching sind in einer g...

Neugierig geworden? Wir haben diese Angebote für dich:

Angebote für Gewinner-Teams

Wir bieten Lizenz-Lösungen für Teams jeder Größe: Finden Sie heraus, welche Lösung am besten zu Ihnen passt.

Das Library-Modell:
IP-Zugang

Das Company-Modell:
Domain-Zugang