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Case Study: WordPress an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)

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Seit Oktober 2014 wird der zentrale Webauftritt der zweitgrößten bayerischen Universität und zehntgrößten Universität Deutschlands mit WordPress verwaltet. Die FAU ist aktuell auch die größte Hochschule in Deutschland, die WordPress als Content-Management-System für ihre zentralen Webauftritte verwendet [1].

Der zentrale Webauftritt www.fau.de bewältigt derzeit täglich etwa eine halbe Millionen Anfragen bei 65 000 Pageviews. Im Juli 2016 wurden insgesamt über 18 Millionen Hits bei etwa zwei Millionen Pageviews ausgeliefert. Neben dem zentralen Webauftritt wird seit Anfang 2015 eine domainbasierte Multisite-Instanz betrieben, auf der inzwischen über 170 (von 1 126) verschiedene eigenständige Webauftritte der Universität gehostet werden. Für persönliche Homepages von Angehörigen der Universität steht zusätzlich noch ein klassischer Blogdienst (Directory-basierte Multisite-Instanz) zur Verfügung, auf dem 233 Blogs von über 9 200 Benutzern verwaltet werden.

Wie kam es zu WordPress an der FAU? Und welche Rahmenbedingungen führten dazu?

Die Wahl von WordPress als zentrales CMS für die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) war abhängig von drei Aspekten: den organisatorischen Rahmenbedingungen, personellen Gegebenheiten an Universitäten und technischen Gründen.

Organisatorische Rahmenbedingungen

Die FAU ist stark dezentral aufgestellt. So gibt es nicht den einen Campus, sondern die Universität verteilt sich mit über 300 Lehrstühlen auf fünf verschiedene Orte in der Metropolregion Nürnberg. Die Schwerpunkte bilden Erlangen und Nürnberg. Aber auch hier verteilt sich die Universität auf mehrere hundert räumlich getrennte Liegenschaften.

Diese Situation sorgt dafür, dass die einzelnen Einrichtungen der FAU ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Freiheit bei Entscheidungen haben. Die Freiheit von Forschung und Lehre beschränkt sich für viele Lehrstuhlinhaber nicht allein auf wissenschaftliche oder lehrende Tätigkeiten, sondern erstreckt sich auch auf die eigene Öffentlichkeitsarbeit. Da einige Lehrstühle und Einrichtungen zudem auch untereinander in Konkurrenz um Drittmittelgeber stehen, wird ein einfaches uniformes Design, bei dem alle Lehrstühle gleich aussehen, entschieden abgelehnt.

Wenn ein Corporate Design an einer großen, dezentral aufgestellten Organisation Verbreitung finden soll, muss es daher von Anfang an Folgendes unterstützen:

  • eigene Logos in verschiedenen Formaten, Auflösungen und Farben

  • eigene Einrichtungsbezeichnungen von unterschiedlichster Textlänge

  • individuelle Imagegrafiken

  • eigene Webadressen

Keinesfalls darf das Corporate Design nur ein Design im Sinn einer schönen, festgelegten Optik sein. Es ist zwingend notwendig, dass es die oben genannten Bedingungen unterstützt.

Hinzu kommt der besondere Bedarf an Webdesigns für universitätsübergreifende Kooperationen und Forschungsprojekte: Bei diesen muss die Möglichkeit bestehen, ein eigenes Design zu wählen, das eben nicht dem Corporate Design einer einzigen Partneruniversität entspricht.

Unter diesen Bedingungen haben klassische Ansätze zur Zwangseinführung eines zentralen CMS und der Verordnung eines einheitlichen Corporate Designs in der Praxis nur geringe Chancen, sich durchzusetzen. Für die Wahl des CMS ergeben sich aus dieser Situation folgende Forderungen: Das CMS muss

  • flexibel konfigurierbar sein,

  • den Instanzen eigene Domainnamen erlauben (sowohl Subdomains als auch eigenständige Domains),

  • mehrere verschiedene Designs (Themes) bereitstellen, anstatt nur ein einziges Corporate Design,

  • sowohl auf einer zentralen IT-Infrastruktur als auch auf selbstverwalteten Servern betrieben werden können,

  • mithilfe von Plug-ins eine große Funktionsvielfalt bereitstellen und gängige webbasierte Lösungen anbieten, die bislang selbst gepflegt wurden (beispielsweise Onlinekalender oder Publikationsverzeichnisse).

Sowohl ein CMS als auch ein Corporate Design kann bei einer großen, dezentral eingerichteten Universität daher nur dann erfolgreich eingeführt werden, wenn es aus sich selbst heraus überzeugt und so gut ankommt, dass die Einrichtungen freiwillig mitmachen. Die Einrichtungen müssen davon überzeugt sein, dass das Produkt gut ist und ihren eigenen Zielen entgegenkommt.

Sollte dies nicht der Fall sein, „stimmen die Kunden mit ihren Füßen ab“ und betreiben ihren Webauftritt entweder auf eigenen Servern oder wechseln gar zu einem billigen Baukastensystem bei einem externen Provider.

Personelle Gegebenheiten an Hochschulen in Deutschland

Durch die personelle und finanzielle Ausstattung der Hochschulen in Deutschland kommt es zu der Situation, dass ein hoher Anteil der Anstellungen zeitlich befristet ist. Und gerade Webauftritte werden oft von zeitlich befristetem Personal betreut oder auch von studentischen Hilfskräften, die nur wenige Semester da sind.

Bei den etwa 1 100 Webauftritten an der FAU [2] konnte festgestellt werden, dass Webmaster oder Web­redakteure durchschnittlich nur zwei Jahre tätig sind, bis jemand anders den jeweiligen Webauftritt übernimmt. Somit kommen wir theoretisch auf über 500 Personen pro Jahr, die von Neuem im CMS geschult werden müssten. Bei einer solch hohen Zahl an Personen wächst der Aufwand an Schulungen und Einweisungen entsprechend an. Zudem muss dauerhaft eigenes Personal vorhanden sein, das überhaupt geeignete Schulungen für das CMS und auch für die Nutzung von Designs ­(Themes) und Plug-ins leisten kann.

Ein Administrator, der das zentrale CMS betreibt und für Plug-in- und Theme-Entwicklung zuständig ist, kann das nicht auch noch „nebenher“ machen. Hier stellt sich...

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