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Breakpoint Wilson: Selbstkontrolle in der Softwareentwicklung

Rückspiegelprogrammierung


Rücksicht nehmen ist etwas, das im Alltag selbstverständlich ist. Zumindest meistens – denn hin und wieder ist man so besessen von dem, was man macht, dass man sich keine Gedanken über andere macht. Dabei kann es schnell zu einem ernsten Problem werden, wenn man zu überzeugt von der eigenen, genialen Lösung ist …

Gerade die besonders engagierten oder gestressten Autofahrer unter euch werden folgende Situationen kennen: Gekonnt in einem Zug von der linken Spur ganz rechts rüber, um die Ausfahrt noch zu bekommen. Geschickt mal eben über den Standstreifen rechts am Stau vorbeigeballert. Mit Augenmaß gerade noch so noch mal über die rote Ampel gekommen. Es ist ein großartiges Gefühl, wenn man gut ist – man würde sich am liebsten selbst auf die Schulter klopfen. Wer unmittelbarer Zeuge dieser fahrerischen Glanzleistung werden durfte, wird seinen Kindeskindern noch davon zu erzählen wissen. Eben schnell die durch den Fahrtwind zerzauste rechte Augenbraue mit etwas Spucke auf dem Finger in Stromlinie gestrichen, Ellenbogen aus dem Fenster, und dann wieder volle Konzentration auf den Straßenverkehr. Und natürlich der Kontrollblick in den Rückspiegel, man muss ja schließlich wissen, ob das Publikum noch applaudiert.

Doch statt reihenweise Fans siehst du dort einen schimpfenden Verkehrsteilnehmer; der fand die Motorsportakrobatik offensichtlich ganz und gar nicht lustig. Jetzt und bei näherer Betrachtung muss man zugeben, dass die Aktion sich zwar ziemlich geil angefühlt hat, aber objektiv betrachtet doch irgendwie dumm war. So etwas kennen wir in der Softwareentwicklung auch. Deshalb geht es in diesem Breakpoint Wilson um die „Rückspiegelprogrammierung“.

Code im Rückspiegel

Stellt man Menschen das obige Verkehrsbeispiel vor, trifft man in der Regel auf verständnisvoll nickende Köpfe. Die Einsicht unter programmierenden Menschen hinsichtlich ihrer eigenen Stunts korreliert hingegen leider nicht mit den Ergebnissen der ersten Gruppe. Die Prinzipien sind allerdings verblüffend ähnlich: Ganz oft kommt es in der Softwareentwicklung zu Situationen, in denen einzelne oder mehrere Personen ihre Programmierkunst feiern. Oftmals geht es dabei um besonders lupenreine Lehrbuchlösungen, hochperformanten Code oder offenkundig verrückte Hacks. Schauen diese Menschen rückblickend und nach etwas Zeit über ihre ehemaligen Ergebnisse, graust es ihnen selbst davor. Ihnen wird bewusst, dass sie sich von der eigenen Begeisterung und anderen Emotionen haben verführen lassen.

Ganz klar...

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