PHP Magazin - 03.2014 - Node.js


Preis: 9,80 €

Erhältlich ab:  März 2014

Umfang:  100

Autoren / Autorinnen: Christian Nielebock, Kevin Gerndt, Tam Hanna, Corinna Kern, Ralf Eggert, Sebastian Golasch, Jakob Westhoff, Dennis John Wilson, Ralf Eggert, Tobias Schlitt, Tobias Zander, Sebastian Springer, Thomas Eiling, Tam Hanna, Carsten Eilers, Michael Rohrlich

Liebe Leserin, lieber Leser,

Jeden Tag poppen neue WebGL-Projekte auf, Leap Motion nimmt dank der Extension angular-leap wieder Fahrt auf, Augmented Reality, Sprach- und Gesichtserkennung sind längst keine Zukunftsvisionen aus Science-Fiction-Filmen mehr, sondern spiegeln zusammen mit lokalen Diensten längst unseren Alltag wider.

Bis in die frühen Achtzigerjahre waren Computer nichts anderes als überdimensionale Taschenrechner. Der erste Shift im UI war der Wechsel vom Command Line Interface zum Graphical User Interface, und damit wurde die Entwicklung in Gang gesetzt, die Interaktion mit dem Computer natürlicher und emotionaler zu gestalten. Neue Hardware, wie etwa die Maus, tat ihr Übriges. So sollte es erstmal fast dreißig Jahre bleiben und sich manifestieren. Bis Anfang des 21. Jahrhunderts Apple auf den Plan trat und die Post-PC-Ära verkündete. Seit Smartphones und Co. in den Alltag eingezogen sind, ist das Device zu einer festen Komponente menschlichen Handelns geworden.

Vom Graphical zum Natural User Interface

Zur neuen intuitiven Nutzungsweise passte die alte Hardware nicht. Die neuen technologischen Möglichkeiten wie Touchdisplays und Sensoren in den Geräten stärken die Interaktion durch Finger, Touch, Geste und Sprache und lösen die klassischen Interaktionswerkzeuge wie Maus, Cursor und Tastatur ab. Während es im Hintergrund immer komplexer und ausgefeilter wird, soll es vorne umso einfacher aussehen. Design übernimmt mittlerweile nicht mehr nur die Aufgabe, dem User das Technische verständlich und nutzbar zu machen. Design soll helfen, Komplexität herunterzudampfen und in Simplizität zu verwandeln.

Das neue UI-Paradigma

Nicht das Aussehen ist heute kriegsentscheidend, sondern die Gestaltung des Verhaltens ist die neue Herausforderung. Was bei den grafischen Benutzeroberflächen das Visuelle war, verlagert sich beim Natural User Interface in Richtung Verhalten für den effektiven und effizienten Umgang mit der Software. Das Device passt sich mehr und mehr unserem natürlichen Verhalten an. An dieser Stelle bewegen wir uns deutlich auf den nächsten Paradigmenwechsel zu, denn die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass Touch erst der Anfang war. Invisi­ble Computing deutet sich etwa durch Google Glass an, eine Technologie, bei der die Hardware quasi verschwindet bzw. noch mehr ein Teil von uns wird, und die Mensch-Maschinen-Interaktion völlig berührungslos wird.

Wie unsere kurze Geschichte des User Interface bis hierhin zeigt, dauert das alles seine Zeit. Aber auch wenn wir nicht in unmittelbarer Zukunft Minority-Report-ähnliche Anwendungsszenarien im Alltag vorfinden werden, ist der nächste große Wandel mitten im Gang.

Und Webtechnologien mischen bereits kräftig mit: Eine Webcam in Kombination mit JavaScript hilft dabei, Gesichter zu erkennen und sogar Emotionen zu deuten – wenn auch noch etwas dürftig. Die Extension angular-leap hebt Leap Motion bereits auf den nächsten Level und markiert einen konkreten Anwendungsfall der berührungslosen Mensch-Maschine-Interaktion im Web. Ambient Light Events verwerten darüber hinaus bereits Umwelteinflüsse und sorgen dafür, dass sich die aufgerufene Website dem Umgebungslicht anpasst.

Strickt man diese bereits angestoßenen Webtechnologien zusammen und weiter, ergeben sich Szenarien, die man eigentlich nur aus Filmen kennt, die aber plötzlich gar nicht mehr so weit weg erscheinen. Also schaut euch in den nächsten Tagen doch mal wieder 2001: A Space Odyssey oder Star Trek an, lest mal wieder Brave New World – und seid dabei, wenn aus Science-Fiction Realität wird.

kern_corinna_sw.tif_fmt1.pngCorinna Kern

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