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PHP Magazin
Die juristische Seite der Google-Dienste

Google-Dienste und Nutzerinhalte

Google ist weitaus mehr als eine Suchmaschine. Aber mehr Funktionalität bedeutet oft auch ein Mehr an juristischen Problemen.

Michael Rohrlich


Die meisten Webnutzer können sich wohl kaum mehr vorstellen, was sie tagtäglich ohne die verschiedenen Dienste von Google tun würden. Nicht wenige haben sogar die Google-Suche als Startseite im Browser eingerichtet und beginnen jede Onlinesitzung von dort aus. Auch wenn inzwischen beispielsweise bekannt ist, dass eine Suchanfrage bei Google oder seinen Mitbewerbern einen nicht unerheblichen CO2-Verbrauch bedeutet, führt kaum ein Weg daran vorbei. Wie etwa Spiegel Online bereits 2007 berichtete, verbraucht eine Google-Anfrage etwa so viel Strom wie eine Energiesparlampe für die Dauer von einer Stunde (SPON vom 03.07.2007). Nach unabhängigen Untersuchungen soll eine normale Suche bei Google dem Ausstoß von fünf bis zehn Gramm CO2 entsprechen; Google selbst spricht hingegen von lediglich etwa 0,2 Gramm (Heise Online vom 12.01.2009). Die „Datensammelwut“ ist ein weiterer Vorwurf, der nicht selten gegenüber Google erhoben wird, und je mehr Dienste Google bereitstellt, desto lauter werden die „Datenkrake“-Rufe. Weil Google seine Dienstleistungen kostenfrei anbietet, stellt der Konzern nicht nur eine ernste Gefahr für die Konkurrenz dar, er ist darüber hinaus im Besitz einer Unmenge an Daten über jeden seiner Nutzer.

Trotz der diversen Ressentiments gibt es nur wenige Nutzer des Internets – ob rein privat oder beruflich – die ganz ohne Google auskommen. Oftmals werden sogar mehrere Dienste im Alltag verwendet: von der Suchfunktion über Google Analytics, Chrome und Maps bis hin zu Google Earth oder YouTube sowie den Cloud-Anwendungen wie z. B. Drive, Docs oder Gmail – die Liste mit den verschiedenen Google-Diensten ist schier endlos. Was für die meisten Nutzer von Vorteil ist, hat aber leider auch eine Kehrseite, denn diese Vielfalt hat eine fast unüberschaubare Rechtslage zur Folge.

Suchfunktion

Eine allgemein extrem wichtige Funktion im World Wide Web und zugleich der zentrale Dienst, mit dem Google zum Branchenprimus aufsteigen konnte, ist natürlich die Suchfunktion. Die wohl bemerkenswerteste Gerichtsentscheidung rund um die Suchfunktion kam im letzten Jahr vom Europäischen Gerichtshof (EuGH). Der hat nämlich in seinem Urteil vom 13.05.2014 (Aktenzeichen: C-131/12) entschieden, dass es grundsätzlich ein „Recht auf Vergessen“ gibt. Google und Co. sind demzufolge also verpflichtet, sensible personenbezogene Daten aus ihrem Index zu entfernen, wenn dies von betroffenen Personen beantragt wird (Antrag online unter [1]). In den ersten vier Monaten nach Veröffentlic...

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Google-Dienste und Nutzerinhalte

Google ist weitaus mehr als eine Suchmaschine. Aber mehr Funktionalität bedeutet oft auch ein Mehr an juristischen Problemen.

Michael Rohrlich


Die meisten Webnutzer können sich wohl kaum mehr vorstellen, was sie tagtäglich ohne die verschiedenen Dienste von Google tun würden. Nicht wenige haben sogar die Google-Suche als Startseite im Browser eingerichtet und beginnen jede Onlinesitzung von dort aus. Auch wenn inzwischen beispielsweise bekannt ist, dass eine Suchanfrage bei Google oder seinen Mitbewerbern einen nicht unerheblichen CO2-Verbrauch bedeutet, führt kaum ein Weg daran vorbei. Wie etwa Spiegel Online bereits 2007 berichtete, verbraucht eine Google-Anfrage etwa so viel Strom wie eine Energiesparlampe für die Dauer von einer Stunde (SPON vom 03.07.2007). Nach unabhängigen Untersuchungen soll eine normale Suche bei Google dem Ausstoß von fünf bis zehn Gramm CO2 entsprechen; Google selbst spricht hingegen von lediglich etwa 0,2 Gramm (Heise Online vom 12.01.2009). Die „Datensammelwut“ ist ein weiterer Vorwurf, der nicht selten gegenüber Google erhoben wird, und je mehr Dienste Google bereitstellt, desto lauter werden die „Datenkrake“-Rufe. Weil Google seine Dienstleistungen kostenfrei anbietet, stellt der Konzern nicht nur eine ernste Gefahr für die Konkurrenz dar, er ist darüber hinaus im Besitz einer Unmenge an Daten über jeden seiner Nutzer.

Trotz der diversen Ressentiments gibt es nur wenige Nutzer des Internets – ob rein privat oder beruflich – die ganz ohne Google auskommen. Oftmals werden sogar mehrere Dienste im Alltag verwendet: von der Suchfunktion über Google Analytics, Chrome und Maps bis hin zu Google Earth oder YouTube sowie den Cloud-Anwendungen wie z. B. Drive, Docs oder Gmail – die Liste mit den verschiedenen Google-Diensten ist schier endlos. Was für die meisten Nutzer von Vorteil ist, hat aber leider auch eine Kehrseite, denn diese Vielfalt hat eine fast unüberschaubare Rechtslage zur Folge.

Suchfunktion

Eine allgemein extrem wichtige Funktion im World Wide Web und zugleich der zentrale Dienst, mit dem Google zum Branchenprimus aufsteigen konnte, ist natürlich die Suchfunktion. Die wohl bemerkenswerteste Gerichtsentscheidung rund um die Suchfunktion kam im letzten Jahr vom Europäischen Gerichtshof (EuGH). Der hat nämlich in seinem Urteil vom 13.05.2014 (Aktenzeichen: C-131/12) entschieden, dass es grundsätzlich ein „Recht auf Vergessen“ gibt. Google und Co. sind demzufolge also verpflichtet, sensible personenbezogene Daten aus ihrem Index zu entfernen, wenn dies von betroffenen Personen beantragt wird (Antrag online unter [1]). In den ersten vier Monaten nach Veröffentlic...

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