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Teil 1: Wie DevOps mehr Kultur in die Unternehmen bringt

Es lebe die Kultur!


Das Wort „continuous“ ist in der IT derzeit wohl einer der am meisten genutzten Begriffe, wenn es um Ziele geht. Doch diese Idee des „continuous of everything“ setzt hohe Maßstäbe an die Unternehmen, die Entwicklungsprozesse, die Tools und nicht zuletzt an die Menschen! DevOps wird in diesem Zusammenhang als eine Erfolg versprechende Lösung gehandelt …

Doch nur wenn DevOps auch in seiner Vollständigkeit gelebt wird, kann es zum Erfolg führen. Tools und Automatisierung alleine sind nicht die Schlüssel, um den hohen Anforderungen des modernen IT-Markts gerecht zu werden. Wer mit DevOps in die Zukunft gehen will, begibt sich auf einen Weg des Wandels und kommt am „C“ nicht vorbei.

Die weit verbreitete Unzufriedenheit am Arbeitsplatz, steigende Zahlen von Burn-outs, der Fachkräftemangel, Generationswechsel und die damit in den Arbeitsmarkt strömenden Millennials sind Fakten, die das Erreichen des „Continuous“-Ziels erschweren. Laut der StepStone-Studie über Glück am Arbeitsplatz von 2012/2013, „Glückliche Mitarbeiter – erfolgreiche Unternehmen?“ [1], sind glücklichere Organisationen weitaus leistungsfähiger als unglückliche Unternehmen und glückliche Mitarbeiter sehr viel engagierter. In Deutschland liegt der Glücksfaktor in Bezug auf den Arbeitsplatz unter 5 (von 10), und damit stellen wir in Europa – gemeinsam mit Österreich – das traurige Schlusslicht dar. Dies ist umso erschreckender, da wir Deutschen uns in der Glücksskala für unser Leben im Allgemeinen mit einem Wert von über 6 auf Platz drei in Europa wiederfinden. Wenn sich also IT-Unternehmen den neuen Herausforderungen stellen oder alte Herausforderungen erfolgreicher bewältigen wollen, sollten sie sich um das Glück ihrer Mitarbeiter sorgen.

Doch welche Faktoren sind es, die das Glücksempfinden am Arbeitsplatz steigern? In der o. g. Studie sind auf den ersten acht Plätzen ausschließlich kulturelle Aspekte wie Respekt, Wertschätzung und Anerkennung zu finden; erst auf Platz neun und zehn finden sich die Punkte wie technische Ausstattung und Gehalt. Das Glück der Mitarbeiter wird somit zu einem betriebswirtschaftlichen Faktor, der für den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens mitentscheidend sein kann! Diesem Aspekt trägt DevOps implizit Rechnung und verlangt nach einer offenen und motivierenden Kultur, um sich erfolgreich Herausforderungen stellen zu können.

Was ist Kultur?

Kultur ist etwas, das von Menschen geschaffen worden ist oder wird. Dies kann bewusst und absichtlich erfolgen oder sich Schritt für Schritt entwickeln. Kultur befindet sich stets im Wandel und hat immer einen Bezug auf eine feste Gruppe. Die Kultur kann sich auf materielle Verwandlung beziehen (Bilderhauerei, Malerei) oder sich mit Gedankengut (Schriftstellerei) und deren Visualisierung und Vertonung (Theater, Musik) beschäftigen. Gesellschaftlich gesehen ist Kultur aber auch der Rahmen, in dem wir uns bewegen und innerhalb dessen wir handeln (Gesetze, Benimmregeln).

Auf Unternehmen bezogen stellt Kultur den Rahmen dar, in dem die Menschen in diesem Unternehmen miteinander interagieren. Kultur ist eine Ansammlung von Regeln und Werten – implizit und explizit – denen die Menschen folgen und die sie leben.

„Kümmert euch um das C!“

John Willis und Damon Edwards prägten 2010 nach den ersten in den USA veranstalteten DevOpsDays das Akronym CAMS. Hierbei steht das C für Culture, das A für Automation, das M für Measurement und das S für Sharing. Später fügte Jez Humble noch das L für Lean ein und CALMS war entstanden. CAMS wird heute häufig als grundlegende Definition für DevOps genutzt. Auf einem Silicon Valley Meetup in 2013 [2] sagte John Willis zum Thema DevOps und Kultur: „If you can’t get the C, don’t bother with the A, the M and the S!“ – „Kriegt ihr die Kulturfrage nicht in den Griff, braucht ihr euch über die anderen Punkte gar keine Gedanken mehr zu machen“, ist hierfür die freie Übersetzung. Aber warum ist die Kultur für DevOps so wichtig?

Zum einen wird in der DevOps-Welt der agile Slogan „ship fast“ in „ship faster“ umgewandelt. Noch schneller und noch besser ist das wirtschaftliche Ziel hinter DevOps. Doch „noch schneller, noch besser“ erhöht den Druck auf die Mitarbeiter und steigert damit die Gefahr von Burn-out, Unzufriedenheit und einer hohen Mitarbeiterfluktuation. Außerdem setzt es ein Verständnis bei den Mitarbeitern für Qualität und den Anspruch des „sich st...

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