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PHP Magazin
Breakpoint Wilson: There ain’t no Silver Bullets

Auf verschlungenen Pfaden zum Ziel

Wie schön wäre es, gäbe es die einzig wahre, ultimative Lösung für ein Problem. Das Dumme ist nur: So sehr wir uns das mit unserem analytischen Verstand auch herbeisehnen, der einzige richtige Weg existiert nicht.

Dennis John Wilson


Als freier IT-Berater hatte ich in den letzten Jahren genügend Gelegenheit, unterschiedlichste Unternehmen zu besuchen, zu begleiten und hinsichtlich ihrer eigenen Erfahrung zu befragen. Die Gespräche handelten in der Regel von Wirtschaftlichkeit von Technologien oder moderner Arbeitsorganisation. Was mir dabei mehr und mehr auffiel ist, dass Systeme, Teams und Ideen, die wirklich gut funktionieren, immer mal wieder abseits branchenüblicher Auffassungen von „richtig“ oder „falsch“ zu liegen scheinen.

„Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“ Dschalâl-ed-dîn Rumî

Die Lösung liegt in der Mitte

Diese beiden Begriffe implizieren dogmatisches Denken, und das hält uns aus Prinzip davon ab, Neues zu entdecken und für uns wirklich passende Entscheidungen zu treffen. Beispielsweise führen viele Teams kein lupenreines Scrum durch, sind aber trotzdem viel produktiver als mit ihrer alten Methode. Andere Teams setzten bekannte Standardframeworks ein, lösen sich jedoch an der einen oder anderen Stelle zugunsten eigener Vorteile und Überzeugungen von den Konventionen.

Mehr als einmal vernahm ich dazu skandierende Stimmen einzelner: Dies sei alles Blödsinn – entweder mache man das richtig oder gar nicht! Dabei schien völlig außer Acht zu bleiben, dass bis auf vereinzelte Fälle das Projekt und die Sache wirklich gut liefen. Besser als vorher. Hingegen hatte ich die Gelegenheit, Projekte zu begleiten, die Dinge nach Lehrbuch einsetzten und damit unerklärlicherweise in große Schwierigkeiten kamen.

Ich fragte mich, woher diese Alles-oder-Nichts-Denkweise kommt, die unter Umständen sogar dazu führt, dass wir bei der Einhaltung von Dogmen das eigentliche Ziel aus dem Blick verlieren. Warum fuhren Unternehmen mit Cherry Picking unter Umständen sogar besser, auch wenn das, was am Ende dabei herauskam, nicht der „reinen Lehre“ entsprach?

Entwicklung findet nicht im Vakuum statt

Als Softwareentwickler bewegen wir uns von Haus aus in einem durch Mathematik scheinbar gut erklärbaren Umfeld. Viele von uns bringen sogar eine starke mathematische Bildung mit in den Beruf. Wird man nun sein halbes Leben lang intensiv darauf geschult, mit dieser exakten und im Vakuum funktionierenden Wissenschaft zu arbeiten, erscheint es Menschen ebenfalls logisch, dass diese exakten und dogmatischen Denkmuster eins zu eins in der beruflichen Praxis angewandt werden könnten.

Bei vielen Dingen stimmt das. Ich begrüße und empfehle es sogar, Gebrauch von einem analytischen Ver...

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Breakpoint Wilson: There ain’t no Silver Bullets

Auf verschlungenen Pfaden zum Ziel

Wie schön wäre es, gäbe es die einzig wahre, ultimative Lösung für ein Problem. Das Dumme ist nur: So sehr wir uns das mit unserem analytischen Verstand auch herbeisehnen, der einzige richtige Weg existiert nicht.

Dennis John Wilson


Als freier IT-Berater hatte ich in den letzten Jahren genügend Gelegenheit, unterschiedlichste Unternehmen zu besuchen, zu begleiten und hinsichtlich ihrer eigenen Erfahrung zu befragen. Die Gespräche handelten in der Regel von Wirtschaftlichkeit von Technologien oder moderner Arbeitsorganisation. Was mir dabei mehr und mehr auffiel ist, dass Systeme, Teams und Ideen, die wirklich gut funktionieren, immer mal wieder abseits branchenüblicher Auffassungen von „richtig“ oder „falsch“ zu liegen scheinen.

„Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“ Dschalâl-ed-dîn Rumî

Die Lösung liegt in der Mitte

Diese beiden Begriffe implizieren dogmatisches Denken, und das hält uns aus Prinzip davon ab, Neues zu entdecken und für uns wirklich passende Entscheidungen zu treffen. Beispielsweise führen viele Teams kein lupenreines Scrum durch, sind aber trotzdem viel produktiver als mit ihrer alten Methode. Andere Teams setzten bekannte Standardframeworks ein, lösen sich jedoch an der einen oder anderen Stelle zugunsten eigener Vorteile und Überzeugungen von den Konventionen.

Mehr als einmal vernahm ich dazu skandierende Stimmen einzelner: Dies sei alles Blödsinn – entweder mache man das richtig oder gar nicht! Dabei schien völlig außer Acht zu bleiben, dass bis auf vereinzelte Fälle das Projekt und die Sache wirklich gut liefen. Besser als vorher. Hingegen hatte ich die Gelegenheit, Projekte zu begleiten, die Dinge nach Lehrbuch einsetzten und damit unerklärlicherweise in große Schwierigkeiten kamen.

Ich fragte mich, woher diese Alles-oder-Nichts-Denkweise kommt, die unter Umständen sogar dazu führt, dass wir bei der Einhaltung von Dogmen das eigentliche Ziel aus dem Blick verlieren. Warum fuhren Unternehmen mit Cherry Picking unter Umständen sogar besser, auch wenn das, was am Ende dabei herauskam, nicht der „reinen Lehre“ entsprach?

Entwicklung findet nicht im Vakuum statt

Als Softwareentwickler bewegen wir uns von Haus aus in einem durch Mathematik scheinbar gut erklärbaren Umfeld. Viele von uns bringen sogar eine starke mathematische Bildung mit in den Beruf. Wird man nun sein halbes Leben lang intensiv darauf geschult, mit dieser exakten und im Vakuum funktionierenden Wissenschaft zu arbeiten, erscheint es Menschen ebenfalls logisch, dass diese exakten und dogmatischen Denkmuster eins zu eins in der beruflichen Praxis angewandt werden könnten.

Bei vielen Dingen stimmt das. Ich begrüße und empfehle es sogar, Gebrauch von einem analytischen Ver...

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