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Webtechnologien auf Fernsehern

Im Namen der Allianz


Web-Apps üben auf Smart-TV-Hersteller eine geradezu faszinierende Anziehungskraft aus. Es ist dem Autor dieser Zeilen auch nach über zehn Jahren an Branchenerfahrung nicht klar, warum alle Hersteller von smarten „Fernsehern“ auf Webtechnologien setzen.

Rein theoretisch dürfte dies für Entwickler eine Erleichterung sein: HTML5 ist und bleibt ja nun einmal HTML5 – leider war dies in der Praxis bisher nicht der Fall. Jeder Hersteller suchte auf die eine oder andere Art, seinen proprietären Standard zu halten.

Die Smart TV Alliance ist ein loser Zusammenschluss von Panasonic, Toshiba, TP Vision aka Philips und LG – welche Rolle die auf webOS setzenden Südkoreaner in Zukunft in der Allianz spielen werden, ist allerdings noch nicht bekannt. Klar ist, dass schon jetzt eine Vielzahl kompatibler Produkte in den Markt geschoben wurde: Je nach Region sind bis zu zwischen zwanzig und vierzig verschiedene intelligente Fernseher der Smart TV Alliance erhältlich.

Let’s go

Phillips war in der Vergangenheit dafür bekannt, dass deren Entwicklerservice den Gutteil der Zeit offline ist. Die Smart TV Alliance lässt sich davon inspirieren: Der Entwicklerdienst war während unserer Rezension immer wieder mal unerreichbar.

Das dort angebotene Software Developement Kit steht für Windows, Mac OS und Ubuntu zur Verfügung. Die folgenden Schritte beschreiben die Installation unter Ubuntu 14.4; als Workstation kam eine Achtkernmaschine aus dem Hause AMD zum Einsatz.

Nach dem Download der rund einen GB großen Datei müssen Sie prüfen, ob eine kompatible Version des Emulators VirtualBox auf Ihrer Maschine installiert ist. Wenn das der Fall ist, können Sie im nächsten Schritt die eigentliche Installation durch folgendes Konsolenkommando beginnen:

$ sudo dpkg -i Smart_TV_Alliance_SDK_Ubuntu_4.0.0.deb

Der eigentliche Installationsprozess nimmt einige Minuten in Anspruch. Nach getaner Arbeit ist Ihr System um einige Pfade reicher – von Haus aus quartiert sich das Smart-TV-Alliance-SDK in die folgenden Verzeichnisse ein:

  • /usr/bin/run-sta-sdk

  • /usr/share/doc/sta-sdk/

  • /usr/share/sta-sdk/

  • /usr/share/icons

  • /usr/share/applications

Wichtig ist, dass die Installation aufgrund von Inkompatibilitäten nicht mit dem Ubuntu Software Center erfolgen darf. Die Entfernung des SDKs erfolgt durch Eingabe des Kommandos sudo dpkg -r sta-sdk.

Das Smart-TV-SDK lässt sich aus dem Unity Launcher heraus anwerfen, wenn Sie als Suchstring „Smart TV“ eingeben. Im Rahmen des Starts der Eclipse-Helios-IDE bootet zudem eine virtuelle Maschine, die ein mehr oder weniger vollwertiges Emulatorimage bereitstellt.

Eine Frage der Auslieferung

Zur Erstellung eines neuen Projekts müssen Sie den unter File | New | Project … bereitstehenden Generator­assistenten öffnen. Die beiden für Smart TVs geeigneten Projektskelette liegen in der Rubrik Web: Dynamic und Static Web Project unterscheiden sich insofern, als die Auslieferung des Codes auf verschiedene Arten erfolgt.

Projekte der Bauart Dynamic Web Project werden per Tomcat ausgeliefert, während ihre statischen Vertreter direkt in den Emulator wandern. In den folgenden Schritten arbeiten wir aus Gründen der Bequemlichkeit mit einem statischen Projekt; als Name wird „SUSExample1“ vergeben. Die restlichen Einstellungen bleiben unverändert.

Eclipse erstellt ein leeres Projektskelett, das von Hand um Beispielcode erweitert werden muss. Klicken Sie das Projekt im Project Explorer rechts an und wählen Sie im daraufhin erscheinenden Kontextmenü die Option Import aus. Die Rubrik General | File System erlaubt das Importieren des Beispielcodes. Unter Windows liegt er unter /usr/share/sta-sdk/WebSamples/, während wir ihn auf unserer Workstation unter /usr/share/sta-sdk/WebSam­ples/ finden. Kopieren Sie die im Unterordner Video Sample befindlichen Dateien in das WebContent-Verzeichnis.

Die Auslieferung des Codes erfolgt durch das Kontextmenü des Project Explorers: Wählen Sie die Option Deploy to SDK, um den Code in die per VirtualBox bereitgestellte virtuelle Maschine zu jagen. Das Videocodebeispiel startet automatisch – neben dem Anklicken von Steuerelementen gibt es auch eine virtuelle Fernbedienung (Abb. 1)...

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