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Der CMS-Experte Sebastian Schürmanns im Interview

CMS: Neue Trends und innovative Player erobern den Markt


Der CMS-Markt ist im Umbruch: Zahlreiche New-comer fordern die etablierten Systeme heraus. Sebastian Schürmanns hat in seinem Beitrag „Ein Markt im Umbruch“ im PHP Magazin einen Überblick über die jüngste Entwicklung gegeben. Wir haben ihn noch einmal im Interview zu den neuesten Trends auf dem CMS-Markt befragt.

PHP Magazin: Der CMS Markt ist im Umbruch. Headless CMS sind der große Gewinner und „kleine“ Player wie CMS Statamic feiern erstaunliche Erfolge. Wie siehst du zurzeit die Entwicklung auf dem CMS-Markt?

Sebastian Schürmanns: Es ist auf jeden Fall ein sehr guter und spannender Zeitpunkt, um sich mit dem Markt auseinanderzusetzen. Da findet man viele neue Player, viele neue technische Ansätze und auch viele Experimente. Auf den ersten Blick dominieren ganz klar die neuen Headless CMS das Geschehen. Das Angebot ist in den letzten Jahren förmlich explodiert und die Architektur passt einfach gut in die Welt der APIs, der neuen Frontend Frameworks, der Static-Site-Generatoren und generell zum angesagten JAMstack. So gut wie alle traditionellen Content-Management-Systeme suchen derzeit nach Antworten auf diese Entwicklungen.

Auf den zweiten Blick bleibt der Markt jedoch äußerst vielfältig. Dabei ist die Wahl des CMS Statamic für den vielbeachteten Relaunch vom SPIEGEL Anfang 2020 tatsächlich in vieler Hinsicht bemerkenswert, vor allem mit Blick auf die Rolle des CMS innerhalb der neuen SPIEGEL-Architektur. Laut André Basse, dem Managing Director vom SPIEGEL Tech Lab, werden im Rahmen der neuen Polygonarchitektur vom SPIEGEL sämtliche Daten über einen selbst entwickelten Microservice, den „Contentstore“, als JSON Files in der Cloud verwaltet und über einen Elastic-Index ausgeliefert. Auf diesen Headless Service wird Statamic dann als „Editor“ oben draufgesetzt.

Das Beispiel zeigt, dass auch bei einer modernen Headless-Architektur im Enterprise-Umfeld nicht unbedingt die Headless-Kapazitäten des CMS selbst ausschlaggebend sein müssen. Tatsächlich gehört Statamic zu den wenigen Content-Management-Systemen, die selbst noch keinen Headless-Modus oder ein Content API anbieten bzw. erst vor wenigen Wochen entsprechende Pläne verkündet haben. Offenbar war bei der Auswahl des CMS noch nicht einmal das Label „Enterprise“ entscheidend, denn Statamic gehört zur Familie der Flat File CMS und ist bis heute ein Drei-Mann-Projekt.

Ausschlaggebend für Statamic war vermutlich eher die moderne Technik mit Laravel und Vue.js, die flexible Anbindung von Datenquellen, die ausgereifte Content-Modellierung und vor allem die extrem gute Author Experience, die der SPIEGEL bereits vor dem Umstieg der Hauptseite mit Teilprojekten wie bento und SPIEGEL+ getestet hatte. Der SPIEGEL hat nicht einfach eines der bestehenden Headless-Angebote genutzt, sondern die neuen Ideen zu einer individuellen Architektur zusammengewürfelt. Man sollte sich also durch einen vordergründig dominierenden Trend nicht zu schablonenhaften Lösungen verleiten lassen.

PM: Die Tendenz geht offensichtlich weg von komplexer Technologie und hin zu mehr Einfachheit. Ist das der neue Königsweg?

Schürmanns: Das Beispiel von Statamic zeigt, dass viele Unternehmen gegenüber einfacheren Lösungen sehr aufgeschlossen sind. Auch die Headles...

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