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Interview mit dem Trainer Frank Düsterbeck

„Ein wirkliches Verständnis für das agile Manifest ist in den wenigsten Unternehmen vorhanden.“


Agil ist agil, oder? Dabei kennen nicht wenige die Situation, dass man im Unternehmen „agil arbeitet“, jedoch gefühlt unendlich weit davon entfernt ist. Mit dem Trainer Frank Düsterbeck haben wir darüber gesprochen, was sich dahinter verbirgt, und was man beachten muss, wenn man Agilität im Unternehmen einführen möchte.

PHP Magazin: Frank, agil ist nicht gleich agil. Du bist der Überzeugung, dass man unterschiedliche Ebenen der Agilität im Unternehmen unterscheiden sollte. Welche wären das?

Frank Düsterbeck: Genau das ist eine zentrale Frage. Das Agile Manifest – welches letztendlich durch seine Werte und Prinzipien das Wort „Agil“ definiert – hat als Leitsatz: „Wir erschließen bessere Wege, Software zu entwickeln, indem wir es selbst tun und anderen dabei helfen“. Was bedeutet dann Agilität genau auf Projekt-, Team- oder gar Unternehmensebene? Gibt es Agilität auch in IT-fremden Abteilungen oder Bereichen?

Ich denke: ja. Agil bezieht sich zwar klar auf Softwareproduktion. Agil verbindet aber immer den Umgang mit Menschen und den Umgang mit Komplexität. Das kann man überall anwenden, wenn man die Herausforderungen der jeweiligen Anwendungsfelder berücksichtigt.

PM: Aus deiner Praxiserfahrung: Wie viele der Unternehmen, die überzeugt sind, agil zu arbeiten, tun das wirklich?

Düsterbeck: Ein wirkliches tiefes Verständnis für das agile Manifest ist in den wenigsten Unternehmen vorhanden. Leider hängt das agile Mindset eines Unternehmens immer stark von den wirklichen Entscheidern im Unternehmen ab. Das Mittelmanagement kann z. B. nur sehr eingeschränkt agil wirken, wenn der C-Level noch im Command & Control hängt.

Hinzu kommt: Mit den Werten im Hintergrund die Prinzipien zu leben, ist für viele Unternehmen, insbesondere jene, die durch Shareholder wieder bestimmten Zwängen unterliegen, nicht einfach. Die Unternehmen, die wir beraten, sind teilweise streng hierarchisch strukturiert bis hin zu agilen Unternehmen. Jedes dieser Unternehmen schätzt sich aber ehrlich und richtig ein, ob es agil ist oder nicht.

Was ich interessant finde ist, dass es in Deutschland schon immer das Familienunternehmen gab. Nicht wenige dieser „familiär“ geführten Unternehmen tragen, ohne es zu wissen, viel Agilität in sich.

PM: Angenommen ein Unternehmen möchte agile Arbeitsweisen einführen: Was sind aus deiner Sicht die drei wichtigsten Aspekte bzw. Bereiche, die im Vorfeld analysiert werden sollten, um überhaupt zu entschieden, ob und wie man agiles Arbeiten einführt?

Düsterbeck:...

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