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„Kopflose“ CMS: enge Verzahnung oder vollständige Aufteilung?

Headless!


Das Thema „Headless“ Content-Management-Systeme, also die Trennung von Backend und Frontend, wird unter Entwicklern kontrovers diskutiert. Wichtig ist, im Einzelfall den richtigen Weg zwischen enger Verzahnung oder vollständiger Aufteilung zu finden.

Die Weiterentwicklung von Websites in Richtung interaktiver Webapplikationen und der Bedarf an Multi-Channel-Publishing haben einen bedeutsamen Trend verursacht. Durch die Entkopplung von Backend und Frontend eines Content-Management-Systems (Headless CMS, Abb. 1) erhalten Frontend-Entwickler die volle Kontrolle über die Abläufe und Gestaltung im Frontend. Mit clientseitigen Frameworks können Entwickler interaktive Websites produzieren, die sich wie Applikationen verhalten. Neue Daten erscheinen automatisch, es ist kein Refresh der Seite mehr notwendig. Anwender können mit der Applikation arbeiten, während Teile davon dynamisch nachgeladen werden.

Eine weitere Stärke entkoppelter Architekturen sind getrennte Teams: Da Frontend- und Backend-Entwickler nicht mehr den vollständigen Umfang einer monolithischen Architektur verstehen müssen, können sie unabhängig voneinander arbeiten. Gut organisiert lassen sich Projekte damit deutlich beschleunigen.

buytaert_headless_1.tif_fmt1.jpgAbb. 1: Das traditionelle monolithische (links) und das vollständig entkoppelte „headless“ Architekturparadigma (rechts) (Quelle: Acquia)

Bevor die Entkopplung umgesetzt wird, sollte zunächst überprüft werden, ob tatsächlich auf all die Frontend-Funktionalitäten, die ein CMS kostenlos bereitstellt, verzichtet werden kann: Layout- und Displaymanagement, Contentpreviews, Authentifizierung sowie XSS (Cross-site Scripting) und CSRF (Cross-site Request Forgery) Protection. Wer entkoppelt, muss derartige Funktionalitäten nachbauen. In einigen Fällen ist das hilfreich, in anderen nicht. Anders ausgedrückt: Ob Backend und Frontend entkoppelt werden oder nicht, bedarf einer Einzelfallentscheidung.

Vollständige Entkopplung ist nicht immer die beste Lösung

Ein CMS ist traditionell dafür gedacht, Websites zu erstellen – und keine Webapplikationen. Die Grenzen zwischen beiden verschwimmen aber zunehmend. Das lässt sich am Beispiel einer Musikwebsite verdeutlichen, die inhaltsreiche und redaktionell gepflegte Kritiken veröffentlicht und gleichzeitig den Ticketverkauf für Konzerte anbietet. Für die Artikel werden Tools benötigt, um den Inhalt auf der Seite ansprechend zu strukturieren. Der Ticketverkauf ist jedoch auf Interaktivität angewiesen, und man möchte diesen dynamischen Vorg...

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