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Frauen in der Tech-Branche

Women in Tech: Hanna Prinz


Die Tech-Industrie wird von Männern dominiert – so weit, so schlecht. Doch langsam, aber sicher bekommt der sogenannte Boys Club Gesellschaft von begabten Frauen: Immer mehr Frauen fassen in der Branche Fuß.

Aus diesem Grund wollen wir hier spannenden und inspirierenden Frauen die Möglichkeit geben, sich vorzustellen und zu erzählen, wie und weshalb sie den Weg in die Tech-Branche gewählt haben. Diesmal zu Gast: Hanna Prinz, Entwicklerin und Consultant bei INNOQ.

PHP Magazin: Was hat dein Interesse für die Tech-Branche geweckt?

Hanna Prinz: Als Kind war die Situation bei mir aus vielen Perspektiven ungewöhnlich. Meine Eltern haben die sehr unterschiedlichen Interessen ihrer vier Töchter unterstützt, statt sich an Geschlechterklischees zu orientieren. Meine Neugier gegenüber Technik hat sich durch meinen Vater entwickelt, der technisch sehr interessiert ist.

Das hat auch damit zu tun hat, dass er blind ist. Was viele nicht wissen ist, dass viele Blinde und Sehbehinderte besonders offen für Technik sind, weil sie von technischen Hilfsmitteln sehr stark profitieren. Bei uns hat der Rechner (in einer atemberaubenden Geschwindigkeit und Ausdauer) gesprochen, alle Uhren konnten auf Knopfdruck die Zeit ansagen und es gab sogar ein Gerät, das die Farbe von Kleidungsstücken erkannt und ausgesprochen hat. Mein Vater hat den Computer und das Internet sehr früh und viel genutzt: für das Schreiben von E-Mails oder auch, um Musik mit dem Rechner zusammenzustellen oder abzumischen. Natürlich haben wir Kinder viel mit seinen Hilfsmitteln gespielt (z. B. die Computerstimme verändert oder versucht, das Farblesegerät zu verwirren). Unser Vater hat uns mit viel Geduld geholfen, unsere Rechner selbst aufzusetzen und diverse Computerspiele (damals noch von Disketten) zu installieren, wofür ich ihm sehr dankbar bin.

Und um zur Frage zurückzukommen: meine Schwestern haben sich sehr viel darüber beschwert, dass ich zu viel am Rechner sitze und irgendwelche Dinge verstelle.

PM: Wie verlief dein Weg in den Tech-Beruf?

Prinz: Je näher ich meinem Schulabschluss kam, desto weniger konnte ich mir vorstellen, später beruflich etwas mit Computern zu machen. Denn wie wahrscheinlich viele Kinder und Jugendliche heute auch, dachte ich, nur wer gut in Mathe ist, kann programmieren lernen. Ich war keine gute Schülerin – besonders in den naturwissenschaftlichen Fächern. Ich habe mich dann eher für gestalterische und kreative Themen interessiert. Das Abitur habe ich sogar im letzten Jahr abgebrochen und stattdessen durch ein Praktikum eine Fachhochschulreife bekommen.

Ich wollte eigentlich Kommunikationsdesign studieren, bin aber rückblickend sehr froh, dass ich stattdessen einen Studienplatz in der Medieninformatik bekommen habe. In den ersten Wochen habe ich gemerkt, dass Programmieren genau das Richtige für mich ist. Ich hatte viel Spaß am Studieren und habe sowohl das Bachelor- als auch das Masterstudium mit Auszeichnung abgeschlossen.

Während des Studiums habe ich immer gearbeitet – ab dem zweiten Semester auch in der Softwareentwicklung und später als Tutorin/Lehrbeauftragte für Programmierung. Beides war sehr herausfordernd, aber sowohl das Sezieren von Problemen als auch das Lehren sind sehr geeignete Lernmethoden für die Softwareentwicklung.

Neben meinem Bachelor-Studium habe ich bei dem Start-up Qyotta gearbeitet und bin nach dem Abschluss dort geblieben. Das war eine sehr tolle und intensive Zeit. Von Web- und App-Entwicklung über Testing, Monitoring und Kundenkommunikation bis zur Softwareinfrastruktur konnte ich dort alles machen. Ich habe gelernt, dass es nicht nur mehr Spaß macht, an einem Produkt zu arbeiten, von dem man überzeugt ist, sondern auch, dass man automatisch eine ganz andere Leistungsfähigkeit hat – besonders wenn...

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