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Design Thinking, Lean Startup, Scrum u. v. a. m.

Kolumne: A² - alles Agile


Wer glänzen will, kennt möglichst viele Buzzwords aus dem agilen Umfeld: Design Thinking, Scrum, Lean Start-up oder Design Sprints, um nur ein paar zu nennen. Der Erfahrung nach funktionieren diese Methoden je nach Kontext gut oder schlecht. Leider ist es meist so, dass vielen der Kontext nicht bekannt ist und unter Umständen angenommen wird, man könnte die Methoden einfach austauschen, um zu einem gleichen Ergebnis zu kommen – dies ist mitnichten der Fall!

Drei Dimensionen gibt es bei der Beurteilung von Methoden zu beachten: eine zeitliche, eine kontextspezifische und eine deterministische.

Dimension eins

Nach dem Cynefin-Modell (Abb. 1) oder vergleichbaren Modellen existieren geordnete und ungeordnete Aspekte in der Herangehensweise zur Lösungsfindung. In der geordneten, der komplizierten Welt, sind Probleme als Lösungsrelationen durch vorheriges Nachdenken lösbar, da sie deterministisch sind. Deterministisch heißt hier, dass ein Abarbeitungsprozess durch Nachdenken festgelegt und immer gleich, mit immer dem gleichen Ergebnis, ausgeführt werden kann. Das Kochen oder Backen nach Rezept kann in diesem Bereich angesiedelt werden, wenn man eine gleichbleibende Qualität der Zutaten voraussetzt. Bleiben wir beim Backen oder Kochen, das Entwickeln neuer Rezepte reicht in den komplexen Bereich. Der Rezeptentwickler (z. B. ein Koch oder Bäcker) probiert Kombinationen von verschiedenen Zutaten in kleinen Schritten (Iterationen) aus und erhält Feedback zu seinen Kreationen (Increments). Der Entwickler kann nicht planen, was im Detail rauskommen wird, ob es gelingt und beim Kunden ankommt, ihm also schmeckt. Er tastet sich in kleinen Schritten und Rezeptanpassungen an eine neue Kreation heran. Diese Art der Entwicklung folgt dem Inspect-and-Adapt-Ansatz, der in der komplexen Welt das Ziel hat, eine mögliche Lösung zu finden.

schroeder_agile_1.tif_fmt1.jpgAbb. 1: Cynefin-Modell

Dimension zwei

Das in vorangegangenen Kolumnen vorgestellte Drei-Horizonte-Modell behandelt die zeitliche Dimension (Abb. 2). Im ersten Horizont findet das aktuelle Tagesgeschäft statt, das in den meisten Kontexten erprobt ist. Methoden, die dem Lean-Ansatz zur Steigerung der Effizienz folgen, erzielen in diesem Horizont den höchsten Effekt. In Horizont zwei geht es um die nahe Zukunft; es werden Lösungen in Form von Produkten oder Services entwickelt, die die aktuellen in Horizont eins ablösen sollen. Damit die Lösungen zum Kunden passen, bieten sich Methoden wie Scrum oder Design Sprint an. Im dritten Horizont sichert ...

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