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Das Potenzial von Headless CMS voll entfalten

Nur nicht den Kopf verlieren ...


In der Welt der Content-Management-Systeme hat der Begriff Headless CMS in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit erregt. Zu den propagierten Vorteilen der Headless-Architektur gehört, dass Inhalte nur einmal erstellt werden müssen und anschließend in jedem beliebigen Format ausgegeben werden können.

Inhalte sind bei Headless-Architekturen zukunftssicher abgelegt und man hat in Bezug auf die eingesetzten Frontend-Technologien freie Wahl. Gleichwohl sollte man die Vor- und Nachteile einer Headless-Architektur und ihre Relevanz für bestimmte Anwendungsfälle gut abwägen und nicht blind dem Hype folgen. Was genau bedeutet Headless? Ich betrachte den Begriff Headless aus zwei verschiedenen Blickwinkeln. Er beschreibt eine bestimmte Art von CMS und einen Modus, in dem ein CMS eingesetzt wird.

Paradigmenwechsel bei den Content-Management-Systemen

Im engeren Sinne besteht ein Headless CMS nur aus einer Administrationsoberfläche für die Pflege, einer Datenbank für die Speicherung und einem API für das Konsumieren von Inhalten. Es gibt keine Ausgabeschicht. Um die im CMS abgelegten Inhalte auszugeben, muss also ein Entwickler ein Frontend bereitstellen, das über API-Abfragen auf die Inhalte zugreift, z. B. über ein REST oder GraphQL API. Diese Architektur hat im Speziellen dann Vorteile, wenn eine Website nur ein Ausgabekanal von vielen ist. Ein Headless CMS kann Inhalte für Sprachassistenten, Chatbots, Smartwatches, mobile Anwendungen, Websites und jedes neue Ausgabegerät, das in Zukunft hinzukommen kann, bereitstellen. Headless ist ein Paradigmenwechsel – weg vom traditionellen CMS mit enger Kopplung von Inhalten und Ausgabeschicht hin zu einer Architektur, die flexibel genug ist, um Inhalte sowohl in einem Browser auszugeben als auch in einem offenen und flexiblen Content-Repository für die unterschiedlichsten Anwendungen bereitzustellen.

Einige Content-Management-Systeme, wie z. B. Sulu CMS (zu dessen Core-Team ich gehöre), verwenden einen „decoupled“ oder „entkoppelten“ Aufbau. Sie bringen somit Funktionen eines herkömmlichen CMS mit – also auch eine Ausgabeschicht für die Aufbereitung der Inhalte als Website. Sie sind aber auch in der Lage, im Headless-Modus Inhalte über ein standardisiertes API auszuspielen. So kann man die Rendering-Engine vollständig umgehen und die Daten direkt an ein beliebiges Frontend ausliefern. Der Vorteil hierbei ist, dass wenn einer der benötigten Ausgabekanäle eine Website ist, man auf bewährte Technologien für das Websiterendering zurückgreifen kann. Somit erspart man sich einiges an zusätzlichem Aufwand, der nötig wäre, um ein eigenes Frontend aufzubauen. Trotzdem kann man die Stärken eines Headless CMS auskosten. In einigen Fällen kann auch ein Hybridmodus Sinn ergeben. So haben wir z. B. schon Webseiten umgesetzt, bei denen die Rendering-Engine des CMS die initialen Inhalte zusammen mit einer JavaScript-Applikation ausliefert. Sobald diese geladen sind, werden dem Besucher weitere hochpersonalisierte Inhalte über ein API zur Verfügung gestellt. Dieser Ansatz kann effizienter sein als ein völlig neues Frontend aufzubauen, und nutzt, wo sie sinnvoll sind, die Vorteile einer Headless-Architektur.

Die Vorteile der Headless-Architektur für Entwickler

In den letzten fünf Jahren ist das Interesse an der Headless-CMS-Architektur enorm gewachsen. Das spiegelt die Frustration mit der traditionellen CMS-Architektur wider, die die Ausgabeschicht eng mit den Inhalten verwoben hat. Viele CMSs bieten noch immer lediglich WYSIWYG-Editoren an. Während viele Content-Manager die damit verbundene Benutzerfreundlichkeit schätzen, verbindet diese Arbeitsweise jedoch die Inhalte mit einer bestimmten Darstellungsform. Das Problem wurde erstmals deutlich, als mobile Websites und Apps beliebter wurden. Früher waren Entwickler und Content-Manager eher in der Lage, die genaue Umgebung vorherzusagen, in der die Benutzer ihre Inhalte konsumieren. Mit kleineren Bildschirmgrößen und der Beliebtheit von Smartphone- und Tabletanwendungen mussten Menschen, die es gewohnt waren, ihre Arbeit in Word-Date...

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